• Auto Sparkasse Bockwa Zwickau

    Was parkte vor der Sparkasse? Etwa ein Horch? (Abb. Ausschnitt Ansichtskarte unbekannter Verlag, 1930er-Jahre; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Automobilfreunde aufgepasst!

Zwickau ist Hauptsitz der Sparkasse Zwickau, die nächstes Jahr ihr 175. Jubiläum begehen wird. Die Stadt hat nicht nur eine lange Sparkassentradition, sondern auch eine des Automobilbaus. Diese wird im August Horch Museum lebendig gemacht. Das Museum ist 2020 ein Schauplatz der 4. Sächsischen Landesausstellung. Auch die zentrale Ausstellung ist in Zwickau zu finden, im Audi-Bau, einer ehemaligen Montagehalle der Auto Union AG von 1938. Hier stehen 500 Jahre sächsische Industriekultur im Mittelpunkt. Sicherlich ist ein Besuch in Zwickau nicht nur für Oldtimerfreunde lohnenswert. Aber an Sie Versierte möchten wir an dieser Stelle eine Frage richten. Welche Marke parkte hier Anfang der 1930er-Jahre vor der Sparkasse im heutigen Zwickauer Stadtteil Bockwa? Wir freuen uns über Kommentare.

  • Stundenplan DDR Suedruechte

    Der Stundenplan aus dem Jahr 1954 wurde von den Sparkassen der DDR an die Schüler ausgegeben. : © Historisches Archiv des OSV

Schulbeginn mit farbenfrohem Stundenplan

In der Hälfte der Bundesländer hat die Schule bereits wieder begonnen. Der Stundenplan des aktuellen Schuljahres ist erst wenige Tage alt und in den Köpfen der Schüler und Eltern noch nicht gepeichert. Vielleicht hängt hier und da – ganz old school – ein Ausdruck des Plans am Kühlschrank, an der Zimmertür oder liegt griffbereit auf dem Schreibtisch.

Das oben gezeigte Exemplar ist einer von mehr als 100 Stundenplänen des Historischen Archivs des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Die allermeisten Pläne in unserem Bestand wurden von den Sparkassen der DDR in den 1950er und 1960er Jahren an die Schüler ausgegeben.

Dabei ist der Gedanke, Kinder in der Schule zum Sparen zu erziehen, fast so alt wie die Sparkassen selbst. Sogenannte Schulsparkassen gibt es bereits seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Damals sammelten die Lehrer wöchentlich einen kleinen Betrag ihrer sparfähigen Schüler ein und notierten alle Spareinlagen fein säuberlich in einem Buch. Der Sparer erhielt eine Nummer und sein persönliches Schulsparkassenbuch, in welches die Einzahlung ebenfalls eingetragen und mit Unterschrift quittiert wurde. Einmal im Monat zahlte der Lehrer das Geld dann bei der Sparkasse auf ein eigens dafür angelegtes Sparbuch ein. Das institutionelle Schulsparen hielt sich örtlich bis in die 1990er Jahre. So stellte zum Beispiel die Kreissparkasse Köln 1995 das Schulsparen offiziell ein.

Falls Sie noch einen bunten Stundenplan für Ihren Kühlschrank benötigen, schicken wir Ihnen gern eine druckfähige Datei zu.

 

  • Sparbuch Eberswalde Rentenmark Reichsmark

    Ab 1923 gab es die Rentenmark und ab 1924 die Reichsmark. Währungsumstellungen wurden auf bzw. in Sparkassenbüchern vermerkt. : © Historisches Archiv des OSV

Sparkassengeschichte für Sparkassenazubis

… heißt es ab dieser Woche wieder. Bei den Einführungsseminaren für Auszubildende an der Nord-Ostdeutschen Sparkassenakademie in Potsdam ist die Geschichte ein Programmpunkt, den das Historische Archiv des OSV liefert. Dabei wird es wie immer auch ums Geld gehen. Da es Sparkassen schon seit 200 Jahren in unserem Verbandsgebiet gibt, haben sie auch schon mit einigen Währungen zu tun gehabt. Die Geldpolitik der Regierenden hatte leider manchmal auch katastrophale Auswirkungen auf die Institute und ihre Kudinnen und Kunden. So vernichtete die große Inflation Anfang der 1920er-Jahre die Ersparnisse von Generationen. Hauptursache für die Ruinierung der Währung war die maßlose Kreditvergabe der Reichsbank an den deutschen Staat. Erst als der Regierung der Zugriff auf die Notenpresse verwehrt wurde und die Rentenmark neben die entwertete Mark trat, endete 1923 die Hyperinflation. Im Folgejahr wurde die Reichsbank von der Reichsregierung unabhängig. Die neue deutsche Währung hieß nun Reichsmark. Das Umstellungsverhältnis war 1 Reichsmark = 1 Billion Mark.

  • Reisenaehzeug Sparkasse Dessau Koethen

    © Historisches Archiv des OSV

Ein Reparaturkit von der Sparkasse

Es ist Urlaubszeit. Was bloß alles einpacken? Vielleicht auch Nähzeug, falls ein Knopf abfällt oder die Hose zerreißt! Für den Notfall waren auch Reisende vor über acht Jahrzehnten gewappnet, mit diesem Döschen der Kreissparkasse Dessau-Köthen. Es handelt sich um einen äußerst praktischen Werbeartikel. Enthalten sind nämlich eine Spule mit weißem und schwarzem Garn, eine Nadel sowie ein Fingerhut. Falls einmal ein Malheur passierte, konnte der Schaden umgehend behoben werden. Solche Reparaturkits scheinen damals populär gewesen zu sein. Ein weiteres Exemplar der Stadtsparkasse Crimmitschau, in anderer Form und Farbe, befindet sich ebenfalls in unserem Archivbestand.

  • Auf den Punkt gebracht: Ohne Raketenantrieb keine Mondlandung! Erobern auch Sie den Erdtrabanten mit diesem schönen, alten Brettspiel der Sparkassenorganisation aus der Zeit des "Mondfiebers". : © Flöttmann Verlag GmbH, Gütersloh

  • Mit der Anleitung zum Spiel "Raketen landen auf dem Mond" bekommen Sie vielleicht Lust auf einen baldigen Würfelnachmittag in Familie oder mit Freunden. Wir wünschen viel Spaß! : © Flöttmann Verlag GmbH, Gütersloh

  • Ergänzend zu TV-Übertragungen, Großbildern von Raumfahrtprojekten und Neuigkeiten zu den Phasen des Monflugs am Schwarzen Brett, gab es ein Sonderpostamt der Neuspar. Die Schlange vor den Schaltern riss nie ab, so das Fazit der Sparkasse. Denn erhalten konnte man hier einmalige Sonderstempel mit den Daten von Start, Landung auf dem Mond, Betreten des Mondes und Rückkehr zur Erde. : © Sparkassen-Werbedienst, Nr. 9, 1969 | Bestand: Historisches Archiv des OSV

Das Mondfieber vor 50 Jahren grassierte auch in der Sparkassenorganisation

Aufregende Julitage waren das 1969, als der erste Mensch den Mond betrat. Diesen Meilenstein der Technik verfolgten Millionen Begeisterte am Radio oder wenn vorhanden, auch schon vor dem Fernseher. Die Neue Sparcasse von 1864 – kurz: Neuspar, die 1972 mit der Hamburger Sparcasse von 1827 fusionierte – dachte sich passend zum Außergewöhnlichen etwas ganz Besonderes aus.

Sie stellte zwölf Farbfernsehgeräte in der Kassenhalle ihrer Hauptstelle auf. Die Kunden konnten nun live vom Start ins All am 16. Juli bis zur Rückkehr auf die Erde am 24. Juli dabei sein. Der Service, auf die historische Mission während des laufenden Kundengeschäfts einzugehen, war ein großer PR-Erfolg und wurde dankbar angenommen. Der Zuschauerstrom riss „trotz Sonnenschein und Ostseewetter“ nicht ab. Täglich wurden mehr als 1.000 Besucher gezählt. Von Sonntag auf Montag blieb die Schalterhalle dann sogar die ganze Nacht geöffnet. Zu dieser Zeit wandelten Neil Armstrong und Edwin Aldrin auf der Mondoberfläche. Das konnte man sich nicht entgehen lassen. Sparkassenangestellte harrten mit dem Publikum aus und wurden morgens von Kollegen abgelöst. „Deren Aufgabe war es, die Zuschauer zu wecken, die nach dem weltbewegenden Ereignis selig entschlummert waren“, fasste Peter Jonas für den Sparkassen-Werbedienst 1969 die nicht ganz alltägliche Situation zusammen.

Die Hamburger Sparcasse von 1827 stand dem Schwesterinstitut in nichts nach. Sie stellte im gleichen Zeitraum ein 6,5 Meter hohes, originalgetreues Modell der Mondlandefähre in der Wandelhalle des Hauptbahnhofs auf und verteilte 100.000 Mondkarten. Für September kündigte die Sparkassenzeitung vom 25. Juli 1969 die „Bemannte Raumfahrt“ in den Räumen der Hamburger Sparcasse an: „Star der Ausstellung wird die Original-‚Gemini-10‘-Raumkapsel sein“. Weiter informierte die Zeitung darüber, dass die „Gemini-10“ 1966 eingesetzt wurde, um erstmalig das für den Mondflug so wichtige Kopplungsmanöver zu absolvieren. Durchgeführt wurde es u. a. von Michael Collins, der 1969 als dritter Mann mit an Bord des legendären Apollo-11-Mondfluges war.

Der PR-Erfolg der Neuspar in Zahlen:

– 20.000 Besucher in der Ausstellung „Mondflug-Informationszentrum“ in der Zeit vom 14. bis 25. Juli 1969

– Beiträge in allen größeren Zeitungen, die in Hamburg seinerzeit vertreten waren, mit einer Auflagenhöhe von insgesamt 6 Mio. Exemplaren

– vier Rundfunk- und fünf Fernsehberichte

– täglich vierstellige Besucherzahlen in der Hauptstelle, wo die Fernsehgeräte aufgestellt waren

Quelle: Jonas, Peter: Als es um Mond ging, in: Sparkassen-Werbedienst, Nr. 9, 1969, S. 221-222.

  • Ansichtskarte Rathaus Waren Mueritz 1910

    Im Rathaus von Waren (Müritz) wurde vor 180 Jahren eine Sparkasse eröffnet. (Ansichtskarte Kunstverlag J. Goldiner in Berlin, versendet 1910; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Drei 180er in Mecklenburg

Vor kurzer Zeit wurde im Blog von der Gründung der Sparkasse in Chemnitz vor 180 Jahren berichtet. Es gibt noch andere Sparkassenstandorte, die ein so hohes Alter vorweisen können, etwa drei im Mecklenburgischen. So eröffnete die Stadt Ribnitz bereits am 24. Juni 1839 eine Sparkasse. In Ribnitz-Damgarten ist heute die Sparkasse Vorpommern vor Ort. Waren ist Hauptsitz der Müritz-Sparkasse. Die Stadt bekam am 17. Juli 1839 eine „Ersparnisanstalt“. Eine Geschäftsstelle hat die Müritz-Sparkasse in Malchow. Dort nahm eine Sparkasse am 20. Dezember 1839 ihre Arbeit auf.

Aber woher wissen wir das so genau? Nun, auch im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin unterstanden die Sparkassen der Aufsicht des Staates. Und das Statistische Landesamt, damals das Großherzoglich statistische Bureau zu Schwerin, veröffentlichte zum Beispiel 1876 in den Beiträgen zur Statistik Mecklenburgs einen Aufsatz zum Sparkassenwesen in beiden Großherzogtümern. Darin finden sich unter anderem Gründungsdaten. Der Tag der landesherrlichen Genehmigung der Satzung und der Tag der Eröffnung wurden verzeichnet.