• In der neuen städtischen Sparkasse zu Berlin. Nach dem Leben gezeichnet von A. Kiekebusch. [Szene im Schalterraum der Sparkasse am Mühlendamm]

    In der neuen städtischen Sparkasse zu Berlin. Nach dem Leben gezeichnet von A. Kiekebusch. [Szene im Schalterraum der Sparkasse am Mühlendamm], Holzstich 1894; Bestand: Historisches Archiv des OSV

  • Bilddatenbank (Ausschnitt)

    Bilddatenbank (Ausschnitt) : © Historisches Archiv des OSV

Ausdrucksstark und wirkungsvoll – oder B wie Bilder

„Das habe ich doch schon mal irgendwo gesehen.“ – Sie kennen diesen Gedanken? Kein Wunder. Denn alles, was man sieht, wird nachhaltiger erinnert als nur Gelesenes. Bilder schaffen Aufmerksamkeit, regen die Phantasie an, wecken Emotionen. Werden starke Emotionen durch Bilder hervorgerufen, bleiben die damit verbundenen Informationen sogar noch länger im Gedächtnis. So begegnet uns heute auf Schritt und Tritt wie selbstverständlich die Kombination aus Bild und Text. Besonders in der Werbung.

Interessant für das History Marketing ist, dass „Menschen ihr Selbstverständnis aus historischen Bildern“ beziehen.* Es ist also durchaus sinnvoll, auch mit Geschichtsbildern zu arbeiten. Möglichst kontinuierlich und möglichst in Verbindung mit der eigenen PR-Strategie. Die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens lässt sich wunderbar illustrieren anhand eines Entwicklungsprozesses. Leistungsgeschichte von den Anfängen bis heute – lautet das Motto.

Nicht zu unterschätzen ist der verkaufsfördernde Effekt, den visualisierte Geschichte hat. Denn die Visualisierung unterstützt die langanhaltende Erinnerung. Selbst wenn Historisches eher oberflächlich vermarktet wird – als Schmuckelement im Sinne des Retrodesigns oder als Kulisse. Aber auch das ist legitim. Nicht immer sind lange Erklärungen notwendig, wenn es um Geschichte geht. Auch die Kopplung an Gemütlichkeit, an Muße wäre denkbar in dieser hektischen Zeit.

Treffsichere Bilder unterstützen die Wahrnehmung von Besonderheit und Qualität der Leistungen eines Unternehmens. Sie beeinflussen das Unterbewusstsein und haben einen hohen Wiedererkennungseffekt, wenn sie mit eigenen Wünschen und Emotionen in Verbindung gebracht werden können. Historische Bilder erinnern an ganz persönliche Geschichte(n). An Lebensabschnitte, die einem lieb und teuer sind. An die man sich einfach gern erinnert, weil mit der Erinnerung Glücksgefühle verbunden sind. Und wer mag da schon „Nein.“ sagen …

Argumente zum Einsatz von Bildmaterial im Sinne des History Marketings gibt es also reichlich. Um die Nutzung von Bildern zu ermöglichen, sind Vorarbeiten von der Digitalisierung bis hin zur Verzeichnung und Rechterecherche notwendig. Das Historische Archiv im OSV baut derzeit eine entsprechende Datenbank auf. Ziel ist die Erfassung und Erschließung aller Bilder, die einen Bezug zur Sparkassengeschichte haben. Einer vielfältigen Verwendung für Publikationen, Ausstellungen, Kampagnen etc. steht dann nichts mehr im Wege. Momentan wird die hauseigene Sammlung erschlossen. Zukünftig könnte die Datenbank aber auch Bestände aus Sparkassen des Verbandes aufnehmen. Alles ist denkbar.

*Buß, Eugen: Unternehmensgeschichte und Markenhistorie. In: Die Bedeutung der Tradition für die Markenkommunikation. Hrsg. Von N. O. Herbrand und S. Röhrig. Stuttgart, 2006. S. 210

  • Anteige Heimspardose Firma Bode 1909

    Eine Werbeanzeige der Herstellerfirma in der Zeitschrift "Sparkasse", 1909; Bestand: Historisches Archiv des OSV

  • Heimspardose Bode vermutlich 1925

    Heimspardose der Kreissparkasse Bad Liebenwerda : © Historisches Archiv des OSV

Fleißig wie die Bienen …

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbreitete sich bei den deutschen Sparkassen die Idee, die bereits im Ausland, z. B. in den USA, eingesetzten sogenannten Haussparkassen zur nachhaltigen Anregung des Sparbetriebes zu verwenden. Zielgruppe waren nichtvermögende Menschen, die sich im eigenen Heim dem Kleinsparen widmen konnten. Heimspardosen zum fleißigen Sammeln von Münzen stellte 1909 u. a. die Geldschrankfabrik Bode in Hannover her.

Auch Mitte der 1920er Jahre, als nach der Inflation das Kleinsparen wieder populär wurde, produzierte die Firma Spardosen in der Form mit dem Bienenkorb-Motiv. Ein ähnliches Exemplar dieser Serie ist es offenbar, das im Historischen Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes steht. Die Prägung des Namens einer preußischen Kreissparkasse im heutigen Brandenburg deutet darauf hin, dass sie frühestens 1925 gefertigt wurde.

  • Bronzebueste des Fuersten von Schoenburg-Waldenburg 1880

    Büste Otto Victor I. von Schönburg, 2014 : © Sabine Hausmann

Der Fürst von Schönburg-Waldenburg als Sparkassengründer

Erste Sparkassengründungen im Gebiet unseres Verbandes erfolgten bereits vor 195 Jahren. Für die Einrichtung einer privaten Sparkasse durch den Standesherrn Peter Karl Wilhelm von Hohenthal in Königsbrück und einer Vereinigung angesehener Bürger in Halle sind die genauen Eröffnungsdaten bekannt: 1. Januar und 1. Juli 1819. Ein Bild des Grafen, der als erster eine Sparkasse etablierte, ist hier zu finden.

Ein weiterer paternalistisch herrschender Adeliger war damals Fürst Otto Victor I. von Schönburg (1785–1859). Er soll 1819 ebenfalls eine Sparkasse ins Leben gerufen haben, in der Töpferstadt Waldenburg. Es ist nicht überliefert, an welchem Tag sie erstmals öffnete. Wichtige Unterlagen der Einrichtung sind wohl insbesondere beim Brand des Waldenburger Schlosses im Revolutionsjahr 1848 verlorengegangen.

Aber nicht nur durch eine Sparkassengründung hat sich Otto Victor I. verdient gemacht. Er gilt auch als Gründer des Museums der Stadt. Dort begrüßt seit diesem Sommer sogar eine Bronzebüste von 1880, die den Fürsten in seinen besten Jahren darstellt, die Besucherinnen und Besucher. Sie hat durch glückliche Umstände die Zeiten überdauert und steht nun im Eingangsbereich des Gebäudes.

  • geschredderte DM-Banknoten im Wert von 50.000 DM

    geschredderte DM-Banknoten im Wert von 50.000 DM, maschinell zusammengepresst zu einem Ballen - Wie die Münzen wurden nach der Einführung des Euros auch die alten DM-Geldscheine entwertet. Dies geschah mit speziellen Schredder-Press-Systemen bei der Deutschen Bundesbank. : © Historisches Archiv des OSV

  • entwertete DM-Münzen

    entwertete DM-Münzen, Riffelmuster geprägt durch einen Decoiner - Im Zuge der Währungs-Umstellung auf den Euro wurden 28 Milliarden DM-Münzen unter staatlicher Aufsicht entwertet. Dies geschah professionell mit sog. Decoiner-Automaten. : © Historisches Archiv des OSV

Nächste Ausfahrt Perleberg – Unser Geld im Stadtmuseum

Das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg im Landkreis Prignitz lud auch dieses Jahr wieder kulturbegeisterte Nachtschwärmer zur Perleberger Museumsnacht ein. Dieser Anlass war zugleich der Startschuss für eine Sonderausstellung zur Geldgeschichte der Stadt.

Das Historische Archiv des OSV unterstützt die Ausstellung mit der Ausleihe von Objekten aus seiner umfangreichen Sammlung zum Thema. So wurde dem Museum eine breite Auswahl geeigneter Archivalien zur Verfügung gestellt.

Zu den Exponaten gehören z. B. besondere Gedenkmünzen, aber auch Bargeld aus der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland, als die Mark noch gesetzliches Zahlungsmittel war. Unter den Leihgaben befinden sich auch heute in Sammlerkreisen sehr gesuchte frühe Erstauflagen. Ebenfalls sehr interessant sind diejenigen verliehenen Objekte, die vom Übergang von der DM zum Euro 2002 zeugen. Demnach können auch staatlich entwertete Münzen sowie geschredderte und zu Ballen gepresste Geldscheine besichtigt werden.

Für den geneigten Museumsbesucher eröffnet sich somit die Möglichkeit, einen Querschnitt deutscher Nachkriegs-Geldgeschichte zu bestaunen. Laut Museumsleiter Herrn Riedel stößt die Ausstellung auf reges Interesse und ist ein voller Erfolg. Sie kann noch bis Anfang 2015 in Perleberg besucht werden.

(Autor: Manuel Willibald Eckl, derzeit Praktikant im Historischen Archiv des OSV)

  • Schon bald wurden Revisoren hauptamtlich angestellt. (grafisch bearbeitete Stellenanzeige aus dem Fachblatt des Deutschen Spakassenverbandes, "Sparkasse"; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Musterformular Teltower Kreissparkasse

    Solche Unterlagen waren zu prüfen. (Musterformular für preußische Sparkassen, aus: Hannemann, Adolf: Die Sparkasse des Kreises Teltow und ihre Einrichtung, 1893; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Diese 20 Mark konnte ein brandenburgischer Verbandsrevisor 1896 für die Ausarbeitung von zwei Prüfungsberichten erhalten. : © Historisches Archiv des OSV

Die ersten Verbandsprüfer

Sachsen und Brandenburg sind die Länder im Geschäftsgebiet des OSV, in denen Verbandsrevisionen bereits im 19. Jahrhundert stattfanden. 1892 war es, als der 1886 gegründete Schlesische Sparkassenverband beschloss, seinen Mitgliedskassen, u. a. denen in der heute sächsischen Oberlausitz, die Möglichkeit einer freiwilligen Prüfung anzubieten. Einer der ersten Revisoren war Rechnungsrat Jonas aus Görlitz.

1892 begann auch der Brandenburgische Sparkassenverband, der 1884 am selben Tag wie der Deutsche Sparkassenverband errichtet worden war, mit Prüfungen. Erste Revisoren waren z. B. Kämmereikassenrendant Püschel und Kämmereikassenbuchhalter Hartwig aus Frankfurt an der Oder, Sparkassenrendant Richter aus Brandenburg an der Havel und Stadthauptkassenrendant Deichmann aus Potsdam.

Beiden Regionalverbänden war übrigens der Hannoversche Sparkassenverband von 1887 Vorbild. Er sah seine erste Hauptaufgabe in der Revision und ging diese schon 1888 an. Auch hier erfolgte zunächst keine obligatorische Prüfung. Erster Revisor war der Sparkassenbuchhalter Stackelbeck aus Osnabrück.

  • Diasammlung im Historischen Archiv des OSV

    © Historisches Archiv des OSV

Tönende Lichtbilder – Neue Dimensionen in der Sparkassenwerbung ab 1924

Im Historischen Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes gibt es eine umfangreiche Sammlung an alten Diapositiven. Sie wurden bereits eingesetzt, als an das häusliche Fernsehgerät noch nicht zu denken war.

Die Menschen gingen ins Kino. 10 Millionen pro Woche sollen es gewesen sein. Und dort sahen sie dann ab 1924 erstmals die Produkte der Gemeinschaftswerbung der Sparkassen. Dazu gehörten auch die Diapositive aus unserer Sammlung. Noch heute beeindrucken sie mit ihren klaren und leuchtenden Farben. Seinerzeit füllten diese Lichtbilder die großen Leinwände der Filmtheater aus. Sie blieben nicht lange „stumm“. Gereimte Begleittexte und Klänge verstärkten schon bald hörbar die visuelle Aussagekraft der Bilder. Der Erfolg der Dias spricht für sich – sie wurden noch jahrzehntelang eingesetzt.

Es war auch das Jahr 1924, als der erste Sparkassenwerbefilm erschien. Sein Titel:  „Der Pfennig muß es bringen“. In diesem Trickfilm spielt eine kleine, leere Sparbüchse die Hauptrolle. Sie möchte wieder gefüllt werden: „Den Pfennig achte nicht als Quark, denn hundert Stück sind eine Mark.“ Mit seinem Humor traf der kurzweilige Film den Nerv der Zeit.

Bis 1929 entstanden ca. 20 weitere Werbespots mit über 800 Kopien. Die gemeinsame Werbung machte es möglich – denn Kopien konnten vom einmal entwickelten Original günstig hergestellt werden. Besonders, wenn hohe Stückzahlen abgerufen wurden. Bis 1930 entwickelte sich der Kurzfilm zu einem bedeutenden Werbemittel der Sparkassenorganisation. Er trat in Konkurrenz zum Diapositiv. Denn er bot aufgrund seiner technischen Mittel mehr Möglichkeiten der visuellen und akustischen Präsentation. In bewegten Bildern entstanden so viele unterhaltsame und gleichzeitig lehrreiche Geschichten vom Sinn des Sparens …