• Stundenplan DDR Suedruechte

    Der Stundenplan aus dem Jahr 1954 wurde von den Sparkassen der DDR an die Schüler ausgegeben. : © Historisches Archiv des OSV

Schulbeginn mit farbenfrohem Stundenplan

In der Hälfte der Bundesländer hat die Schule bereits wieder begonnen. Der Stundenplan des aktuellen Schuljahres ist erst wenige Tage alt und in den Köpfen der Schüler und Eltern noch nicht gepeichert. Vielleicht hängt hier und da – ganz old school – ein Ausdruck des Plans am Kühlschrank, an der Zimmertür oder liegt griffbereit auf dem Schreibtisch.

Das oben gezeigte Exemplar ist einer von mehr als 100 Stundenplänen des Historischen Archivs des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Die allermeisten Pläne in unserem Bestand wurden von den Sparkassen der DDR in den 1950er und 1960er Jahren an die Schüler ausgegeben.

Dabei ist der Gedanke, Kinder in der Schule zum Sparen zu erziehen, fast so alt wie die Sparkassen selbst. Sogenannte Schulsparkassen gibt es bereits seit dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Damals sammelten die Lehrer wöchentlich einen kleinen Betrag ihrer sparfähigen Schüler ein und notierten alle Spareinlagen fein säuberlich in einem Buch. Der Sparer erhielt eine Nummer und sein persönliches Schulsparkassenbuch, in welches die Einzahlung ebenfalls eingetragen und mit Unterschrift quittiert wurde. Einmal im Monat zahlte der Lehrer das Geld dann bei der Sparkasse auf ein eigens dafür angelegtes Sparbuch ein. Das institutionelle Schulsparen hielt sich örtlich bis in die 1990er Jahre. So stellte zum Beispiel die Kreissparkasse Köln 1995 das Schulsparen offiziell ein.

Falls Sie noch einen bunten Stundenplan für Ihren Kühlschrank benötigen, schicken wir Ihnen gern eine druckfähige Datei zu.

 

  • Dr. Michael Ermrich, Michael Kretzschmer, Helmut Schleweis und der Landrat Arndt Steinbach (v.l.n.r.) beim Tortenanschnitt und der anschließenden Verteilung von kleinen Kirsch-Sand-Kuchen vor dem Rathaus Nossen : © Thomas Koehler/photothek/Ostdeutscher Sparkassenverband

  • Eberles Arbeitszimmer im Rathaus heute: Bis auf den Bürostuhl ist die Einrichtung noch im Original erhalten. : © Historisches Archiv des OSV

  • Am 3. Mai 2019 wurde die Skulptur am Eingangsbereich des Rathauses feierlich enthüllt. : © Thomas Koehler/photothek/Ostdeutscher Sparkassenverband

In Nossen wurde gefeiert!

Man weiß wirklich nicht, was Johann Christian Eberle von einem Festakt zu seinen Ehren gehalten hätte. Einem Festakt, bei dem lobende Reden über sein Leben und Wirken gehalten werden, eine Torte mit seinem Porträt an die Bürger der Stadt Nossen verteilt und eine lebensgroße Skulptur enthüllt wird. Vielleicht hätte er still in sich hineingeschmunzelt, vielleicht hätte er –  als der bescheidene Mensch, als der er galt – an der Veranstaltung etwas ungläubig und zurückhaltend teilgenommen.

Wir wollten ihn jedoch ausgiebig feiern am 3. Mai 2019 in Nossen! Allen voran die große Sparkassenfamilie, die Eberle so viel zu verdanken hat. Die Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Helmut Schleweis sowie des Ostdeutschen Sparkassenverbandes Dr. Michael Ermrich waren angereist und der Vorstandsvorsitzende und zahlreiche Mitarbeiter der örtlichen Sparkasse Meißen waren anwesend. Da Eberle nicht nur ein Sparkassenmann, sondern auch mit Herzblut Bürgermeister war, erwiesen ihm viele Lokalpolitiker die Ehre. Der Ministerpräsident des Landes Sachsen, Michael Kretschmer, ließ es sich nicht nehmen, die Geburtstagstorte eigenhändig anzuschneiden.

Johann Christian Eberle wurde vor 150 Jahren geboren. Seine bis heute wirkende Innovation – den Sparkassen 1909 den Giroverkehr gebracht zu haben – kann nicht genug gewürdigt und gefeiert werden. „Ein Schritt vom reitenden Geldboten zum bargeldlosen Zahlungsverkehr“ sei damit vollzogen worden, so Helmut Schleweis in seinem Grußwort. Eberle sei nicht nur ein großer Sparkassenstratege gewesen, sondern auch ein Mann, der verstanden hat, was die Menschen brauchen, um ihr Leben einfacher zu gestalten.

Besonders gut dürfte Eberle gefallen haben, dass sein jahrelanges Engagement für einen stabilen und gut finanzierten, gewerblichen Mittelstand bis heute nachwirkt. Dr. Michael Ermrich betonte in seiner Rede, dass Deutschland seine wirtschaftliche Macht aus starken mittelständigen Unternehmen beziehe, welche vor allem durch Kredite aus dem Giroverkehr auf soliden Füßen stehen. Der Keim dieser Idee sei in Nossen durch Eberle gepflanzt worden.

Ob Eberle auch ein Genussmensch war, ist leider nicht überliefert. Jedenfalls ließen es sich die Festteilnehmer beim anschließenden Tortenanschnitt und der Kuchenverteilung vor dem Rathaus gut schmecken. Übrigens ist der Bau des Rathauses in Nossen ebenfalls ein Verdienst von Johann Christian Eberle. Als eine der letzten Kommunen Sachsens ohne Rathaus konnte er den Neubau 1914/1915 dank seiner guten Haushaltsführung in Angriff nehmen.

Eberle prägte die sächsische Kleinstadt Nossen und die deutsche Sparkassenlandschaft nachhaltig. Die Nossener werden von nun an bei jedem Gang ins Rathaus an ihn erinnert. Der Abguss einer Bronzeplastik, die bereits seit einigen Jahren am Dr.-Eberle-Platz in Meißen steht, wurde als Höhepunkt der Feierlichkeiten hier enthüllt. Der derzeitige Bürgermeister, Uwe Anke, fühlt sich wahrscheinlich noch stärker mit Eberle verbunden. Sein Amtszimmer und der Sitzungssaal sind noch im Original aus der Zeit Eberles erhalten.

Laut des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes verwalten die Sparkassen heute bundesweit fast 48 Millionen Girokonten. Eine gewaltige Zahl, die sich selbst Eberle in seinen kühnsten Träumen nicht hätte vorstellen können.

  • Eine Seite aus dem Tagebuch des 6. Internatslehrgangs für Sparkassenlehrlinge des Bezirkes Dresden 1962 : © Historisches Archiv des OSV

Sparkassenlehrlinge auf Ostereiersuche

Auf den ersten Blick erkennt man es nicht, was die jungen Menschen auf dem freien Gelände hier im sächsischen Johnsbach vor mehr als 50 Jahren machen. Doch die zu den Fotos gesellten, liebevollen Zeichnungen erklären die Szenerie. Die lachenden Gesichter der glücklichen Finderinnen tun ihr Übriges. Es ist Ostern im Jahr 1962. Der 6. Internatslehrgang der zukünftigen Finanzkaufmänner und -frauen für die Sparkassen des Bezirkes Dresden geniesst den Ostersonntag.

Insgesamt nahmen fast 50 – hauptsächliche weibliche – Sparkassenlehrlinge an dem vierwöchigen Kurs teil. Viel freie Zeit blieb den Teilnehmern wahrscheinlich nicht. Der Tag begann 6.30 Uhr mit dem Wecken und Frühsport und endete nach acht Stunden Unterricht und gemeinsamen – meist politischen – Abendveranstaltungen mit der Bettruhe um 22.00 Uhr. Und das Montag bis Samstag.

Zu jedem Lehrgang wurde ein detailreiches, mit vielen Fotos versehenes Tagebuch geführt. Einige davon gelangten auch in unser Archiv. Für uns sind diese Zeitzeugen gelebter Alltagsgeschichte ebenso wichtig, wie z. B. die Akten von Vorstandssitzungen. Ergänzen sie doch das Bild, welches wir uns von der Vergangenheit machen. Nüchternes Verwaltungshandeln – für die Geschichtsschreibung unerlässlich – und die darin agierenden Menschen, setzen Stück für Stück das Puzzle der Vergangenheit zusammen.

  • Das Lesezeichen mit den wichtigsten Fakten zum Sparkassenmodernisierer Johann Christian Eberle haben wir neu entwickelt. : © Historisches Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

  • An unserem Messestand konnten die Besucher ihr Wissen erweitern. : © Historisches Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

150. Geburtstag auf dem 43. Vertriebsring

Am 3. Mai 1869 wurde Johann Christian Eberle geboren. Der Mann, der einmal zum wichtigsten Sparkassenreformer aufsteigen sollte, ist heute nahezu unbekannt. Er führte vor 110 Jahren nicht nur den Giroverkehr bei den Sparkassen ein, sondern war auch 20 Jahre Bürgermeister der Stadt Nossen. Dabei lag ihm besonders der Mittelstand am Herzen, den er tatkräftig förderte. Des Weiteren gründete er in Sachsen drei Verbände sowie eine öffentliche Versicherungsanstalt und eine Landesbausparkasse. Grund genug für uns vom Historischen Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, ihm einen Messestand auf dem Vertriebsring der ostdeutschen Sparkassen zu widmen.

Dreimal im Jahr lädt der OSV die Vertriebsvorstände sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem aus dem Marketing und der Vertriebssteuerung der Sparkassen zur Vorstellung des aktuellen Vertriebs- und Kommunikationskonzeptes ein. Wir beteiligen uns gern an diesen Veranstaltungen getreu dem Motto „History Communication ist einfach.“

Mit einem kleinen Quiz an unserem Stand konnten wir bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch die eine oder andere Wissenslücke in Sachen Eberle und Giroverkehr schließen. Wie zum Beispiel, dass der Sparkassen-Giroverkehr bereits 1909 in Sachsen seinen Anfang nahm. Eine Innovation mit Bestand. Heute ist das Sparkassen-Girokonto Dreh- und Angelpunkt für die Finanzgeschäfte der Kundschaft.

Weihnachten steht vor der Tür …

… und die Menschen stehen sich vor den vielen, bunten Schaufenstern die Füße platt – alle Jahre wieder. Das war vor 60 Jahren so, als das Werbefaltblatt der DDR-Sparkassen entstand, und ist heute auch nicht wirklich anders. Trotz des viel gescholtenen Konsumterrors schaffen es die meisten, sich besinnliche Momente zu bewahren.

Die altbewährte Weihnachtsroutine aus Einkaufsstress, Magendruck und Familienstreit ist spätestens am Neujahrstag wieder vergessen und man freut sich auch im nächsten Jahr wieder auf das Fest der Feste.

Wir, die Blogautoren Britta Weschke, Thomas Einert & Claudia Wöhnl wünschen Ihnen geruhsame Feiertage und ein friedlicheres 2019 für uns alle.

  • Die Besucher unseres Messestandes wurden mit reichlich Infomationsmaterial zur Ausstellung "Geldgeschichte(n)" versorgt.

Money makes the world go round – „Geldgeschichte(n)“ auf dem 42. Vertriebsring der Sparkassen

Geld fasziniert – nicht nur uns vom Historischen Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Auf dem drei mal jährlich stattfindenden Vertriebsring, dem Treffen der Sparkassenvertriebs- und Marketingverantwortlichen, waren wir diesmal angetreten, unsere neue Wanderausstellung zur bunten und schillernden Welt des Geldes vorzustellen.

Wer, wenn nicht die Sparkassen (und natürlich auch andere Finanzinstitute), weiß die Bedeutung und die Strahlkraft des Geldes besser einzuschätzen und zu würdigen. Etwas von dieser Strahlkraft konnte man an unserem Messestand erleben. Viele Tagungsteilnehmer waren zum Beispiel von dem winzigen Diobol begeistert. Zu Recht, denn er gehört zu den ersten Münzen in der Geschichte und ist mehr als 2500 Jahre alt. Noch anziehender war allerdings die echte 20-Mark-Reichsgoldmünze aus dem Jahr 1899. Diese wollten die meisten Besucher einmal in der Hand halten. Aber auch die Kaurischnecken und der neueste Euro mit grünem Polymerring zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Da wurden unsere drei Quizzfragen zur Geschichte des Geldes fast zur Nebensache.

Alle präsentierten Exponate sind Teil der Ausstellung „Geldgeschichte(n)“, die insgesamt aus 30 Tafeln und zahlreichen anschaulichen Vitrinenobjekten besteht. Neben der Entwicklungsgeschichte des Geldes vom Tauschhandel bis zum Bitcoin werden auch besondere Begebenheiten aus dem Gelduniversum erzählt. Wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, was Tulpenzwiebeln mit der ersten Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte zu tun haben oder wann und wo das Lottospiel erfunden wurde, sind Sie hier richtig.

Die Schau kann von den Sparkassen aus unserem Verbandsgebiet ab Januar 2019 gebucht werden und wird vielleicht bald in Ihrer Nähe zu sehen sein.