• Auto Sparkasse Bockwa Zwickau

    Was parkte vor der Sparkasse? Etwa ein Horch? (Abb. Ausschnitt Ansichtskarte unbekannter Verlag, 1930er-Jahre; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Automobilfreunde aufgepasst!

Zwickau ist Hauptsitz der Sparkasse Zwickau, die nächstes Jahr ihr 175. Jubiläum begehen wird. Die Stadt hat nicht nur eine lange Sparkassentradition, sondern auch eine des Automobilbaus. Diese wird im August Horch Museum lebendig gemacht. Das Museum ist 2020 ein Schauplatz der 4. Sächsischen Landesausstellung. Auch die zentrale Ausstellung ist in Zwickau zu finden, im Audi-Bau, einer ehemaligen Montagehalle der Auto Union AG von 1938. Hier stehen 500 Jahre sächsische Industriekultur im Mittelpunkt. Sicherlich ist ein Besuch in Zwickau nicht nur für Oldtimerfreunde lohnenswert. Aber an Sie Versierte möchten wir an dieser Stelle eine Frage richten. Welche Marke parkte hier Anfang der 1930er-Jahre vor der Sparkasse im heutigen Zwickauer Stadtteil Bockwa? Wir freuen uns über Kommentare.

  • Sparbuch Eberswalde Rentenmark Reichsmark

    Ab 1923 gab es die Rentenmark und ab 1924 die Reichsmark. Währungsumstellungen wurden auf bzw. in Sparkassenbüchern vermerkt. : © Historisches Archiv des OSV

Sparkassengeschichte für Sparkassenazubis

… heißt es ab dieser Woche wieder. Bei den Einführungsseminaren für Auszubildende an der Nord-Ostdeutschen Sparkassenakademie in Potsdam ist die Geschichte ein Programmpunkt, den das Historische Archiv des OSV liefert. Dabei wird es wie immer auch ums Geld gehen. Da es Sparkassen schon seit 200 Jahren in unserem Verbandsgebiet gibt, haben sie auch schon mit einigen Währungen zu tun gehabt. Die Geldpolitik der Regierenden hatte leider manchmal auch katastrophale Auswirkungen auf die Institute und ihre Kudinnen und Kunden. So vernichtete die große Inflation Anfang der 1920er-Jahre die Ersparnisse von Generationen. Hauptursache für die Ruinierung der Währung war die maßlose Kreditvergabe der Reichsbank an den deutschen Staat. Erst als der Regierung der Zugriff auf die Notenpresse verwehrt wurde und die Rentenmark neben die entwertete Mark trat, endete 1923 die Hyperinflation. Im Folgejahr wurde die Reichsbank von der Reichsregierung unabhängig. Die neue deutsche Währung hieß nun Reichsmark. Das Umstellungsverhältnis war 1 Reichsmark = 1 Billion Mark.

  • Reisenaehzeug Sparkasse Dessau Koethen

    © Historisches Archiv des OSV

Ein Reparaturkit von der Sparkasse

Es ist Urlaubszeit. Was bloß alles einpacken? Vielleicht auch Nähzeug, falls ein Knopf abfällt oder die Hose zerreißt! Für den Notfall waren auch Reisende vor über acht Jahrzehnten gewappnet, mit diesem Döschen der Kreissparkasse Dessau-Köthen. Es handelt sich um einen äußerst praktischen Werbeartikel. Enthalten sind nämlich eine Spule mit weißem und schwarzem Garn, eine Nadel sowie ein Fingerhut. Falls einmal ein Malheur passierte, konnte der Schaden umgehend behoben werden. Solche Reparaturkits scheinen damals populär gewesen zu sein. Ein weiteres Exemplar der Stadtsparkasse Crimmitschau, in anderer Form und Farbe, befindet sich ebenfalls in unserem Archivbestand.

  • Ansichtskarte Rathaus Waren Mueritz 1910

    Im Rathaus von Waren (Müritz) wurde vor 180 Jahren eine Sparkasse eröffnet. (Ansichtskarte Kunstverlag J. Goldiner in Berlin, versendet 1910; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Drei 180er in Mecklenburg

Vor kurzer Zeit wurde im Blog von der Gründung der Sparkasse in Chemnitz vor 180 Jahren berichtet. Es gibt noch andere Sparkassenstandorte, die ein so hohes Alter vorweisen können, etwa drei im Mecklenburgischen. So eröffnete die Stadt Ribnitz bereits am 24. Juni 1839 eine Sparkasse. In Ribnitz-Damgarten ist heute die Sparkasse Vorpommern vor Ort. Waren ist Hauptsitz der Müritz-Sparkasse. Die Stadt bekam am 17. Juli 1839 eine „Ersparnisanstalt“. Eine Geschäftsstelle hat die Müritz-Sparkasse in Malchow. Dort nahm eine Sparkasse am 20. Dezember 1839 ihre Arbeit auf.

Aber woher wissen wir das so genau? Nun, auch im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin unterstanden die Sparkassen der Aufsicht des Staates. Und das Statistische Landesamt, damals das Großherzoglich statistische Bureau zu Schwerin, veröffentlichte zum Beispiel 1876 in den Beiträgen zur Statistik Mecklenburgs einen Aufsatz zum Sparkassenwesen in beiden Großherzogtümern. Darin finden sich unter anderem Gründungsdaten. Der Tag der landesherrlichen Genehmigung der Satzung und der Tag der Eröffnung wurden verzeichnet.

  • Sparbuch Luebbenau Niederlausitz

    © Historisches Archiv des OSV

200 Jahre Sparkassen im OSV

Sparkassen gibt es im Geschäftsgebiet des OSV seit 200 Jahren. Zwei Institute erinnern in diesem Jahr an Gründungen in 1819. Es handelt sich um Halle (Saale), Hauptsitz der Saalesparkasse, und um Königsbrück, erste Sparkassengründung im Geschäftsgebiet der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Dresden selbst hat 2021 Geburtstag. Ebenso Schwerin, Zentrale der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin. Auf 200 Jahre Sparkassengeschichte können 2022 die Sparkassen Uckermark am Standort Templin und die Sparkasse Oder-Spree mit Sitz in Frankfurt (Oder) zurückschauen. Im Folgejahr sind die Sparkasse Burgenlandkreis in Naumburg, die Stadtsparkasse Magdeburg, die Salzlandsparkasse in Bernburg sowie die Sparkasse Mittelsachsen in Freiberg an der Reihe.

Tatsächlich ist der heutige Hauptsitz nicht immer der älteste Standort. So unterhielt etwa 1824 die Hauptsparkasse der Niederlausitz Nebenstellen in Calau (Filiale Sparkasse Niederlausitz), Doberlug (Filiale Sparkasse Elbe-Elster) und Guben (Filiale Sparkasse Spree-Neiße). Die Hauptstelle war in Lübben, nun Geschäftsstelle der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam. Diese Gründung ist also Teil der Geschichte mehrerer brandenburgischer Sparkassen. Im Rahmen des 25. Jubiläums der Fusion zur MBS 2016 wurde diese Traditionslinie zum Beispiel thematisiert.

  • Halle Sparkasse Rendant 1819

    Christian Gottlieb August Runde wirkte vor 200 Jahren ehrenamtlich als Rendant der Sparkasse. (Abb. in: Neuss, Erich: Geschichte der Stadtsparkasse zu Halle 1857-1932, Tafel VI; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Die Gründung der Sparkasse in Halle (Saale)

Engagierten Bürgern ist die Eröffnung einer Sparkasse in der Stadt Halle vor 200 Jahren zu verdanken. Nicht als kommunales Institut, sondern als Einrichtung eines Vereins von Privatleuten ist sie entstanden. Die Planungen für das Projekt wurden ab dem Frühjahr 1819 vorangetrieben. Die Aufsichtsbehörden sahen das Vorhaben positiv. So lobte etwa die Regierung in Merseburg den „Beweis des wackeren Bürgersinnes“. Die Mitglieder der sogenannten „Sparkassen-Gesellschaft“ wollten nicht nur für eventuelle Verluste haften, sondern auch auf Gewinne verzichten. Diese sollten vielmehr gemeinnützigen Zwecken dienen.

Die Namen der 17 Gründerväter sind überliefert. Hervorzuheben ist etwa der Oberbergrat Friedrich August Ferdinand Meschker, der maßgeblich am Gründungsprozess beteiligt war. Zum Sparkassendirektor wurde der Professor für Nationalökonomie an der Universität Halle, Ludwig Heinrich von Jakob, gewählt. Als Rendant wirkte der Kaufmann Christian Gottlieb August Runde quasi ehrenamtlich. In seinem Haus in der Schmeerstraße Nummer 273 wurde die Sparkasse am 1. Juli 1819 eröffnet.

Laut Satzung vom 18. Juni 1819 bekamen die nichtvermögenden Einwohner Gelegenheit, ihre kleinen Ersparnisse zinsbar und sicher unterzubringen. An jedem Wochentag war von 11:00 bis 12:00 Uhr Kassenstunde. Wer mindestens einen und höchstens 50 Taler vorbeibrachte, erhielt einen nicht personalisierten Schuldschein als Beleg. Am Ende des ersten Geschäftsjahres betrugen die Kundeneinlagen bereits 2.976 Taler. Das Geld investierte man damals vor allem in Wertpapiere, vorrangig in Obligationen der Stadt Halle, um die Zinsen zu erwirtschaften.