Weihnachten steht vor der Tür …

… und die Menschen stehen sich vor den vielen, bunten Schaufenstern die Füße platt – alle Jahre wieder. Das war vor 60 Jahren so, als das Werbefaltblatt der DDR-Sparkassen entstand, und ist heute auch nicht wirklich anders. Trotz des viel gescholtenen Konsumterrors schaffen es die meisten, sich besinnliche Momente zu bewahren.

Die altbewährte Weihnachtsroutine aus Einkaufsstress, Magendruck und Familienstreit ist spätestens am Neujahrstag wieder vergessen und man freut sich auch im nächsten Jahr wieder auf das Fest der Feste.

Wir, die Blogautoren Britta Weschke, Thomas Einert & Claudia Wöhnl wünschen Ihnen geruhsame Feiertage und ein friedlicheres 2019 für uns alle.

  • Sparmarken von Stadtsparkassen aus Sachsen : © Historisches Archiv des OSV

Historische Sparkassengebäude

Kommunale Sparkassen gibt es im Verbandsgebiet des OSV seit 1822. Damals eröffnete die Stadt Frankfurt (Oder) eine Stadtsparkasse. Ihr sollten viele Gründungen folgen, vor allem in Sachsen. In Zittau entstand 1825 die erste sächsische Sparkasse in kommunaler Trägerschaft. Der Sitz einer Stadtsparkasse befand sich zumeist im Rathaus. Mit der Zunahme des Geschäftsumfangs brauchte man jedoch mehr Raum. Es wurde aus- und angebaut. Oder man zog in ein eigenes, neu errichtetes Gebäude um.

In unserem Archivbestand befinden sich hunderte Postkarten, auf denen historische Sparkassengebäude abgebildet sind. Viele haben bereits als Bilder in Blogbeiträgen gedient. Von Sparkassen wurden und werden sie zu Zwecken der Öffentlichkeitsarbeit verwendet. Aber auch die im Historischen Archiv vorhandenen Sparmarken zeigen neben Stadtwappen zumeist Häuser. Denn sie wurden früher auch mit Wunschmotiv der Sparkasse gedruckt. Diese drei individuell gestaltetem Exemplare sind etwa 80 Jahre alt und stammen aus den Geschäftsgebieten der Sparkasse Vogtland, der Sparkasse Zwickau sowie der Kreissparkasse Bautzen.

  • © Historisches Archiv des OSV

  • © Historisches Archiv des OSV

Die Kriegsanleihe-Sparkarte

Vor wenigen Tagen jährte sich das Ende des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Finanziert wurde die Kriegsführung von 1914 bis 1918 vom Deutschen Reich zum großen Teil durch die Herausgabe von Anleihen. Die neun Auflagen der Kriegsanleihen brachten dem Staat 97 Milliarden Mark ein. Gezeichnet wurden die Papiere auch von den Sparkassen und ihrer Kundschaft. Es gab verschiedene Initiativen, um auch kleinere Geldbeträge für die Kriegsfinanzierung einzusetzen, etwa Kriegssparbücher.

Gemäß einer Vereinbarung des Deutschen Sparkassenverbandes mit der Heeresverwaltung kamen ab 1917 sogar spezielle Sparkarten zum Einsatz, die den Anleihenkauf fördern sollten. Der Soldat im Felde ließ sich einen Betrag vom Sold abziehen. Zur Quittierung klebte man Sparmarken auf freie Felder, die sich auf zwei Seiten der Klappkarte befanden. Das Ersparte wurde der Heimatsparkasse überwiesen und kam aufs Sparbuch. Wenn 100 Mark zusammen waren, erwarb das Geldinstitut auf Wunsch des Kunden eine Kriegsanleihe für ihn. Ansonsten blieb das Guthaben privilegiert verzinst, wenn man es bis zwei Jahre nach Friedensschluss nicht anrührte.

Im Fall des Todes des Soldaten konnte die Auszahlung oder die Herausgabe der Anleihen an jede zur gesetzlichen Hinterbliebenenversorgung berechtigte Person erfolgen. So stand es auch in der Karte, die einstmals Albin Otto Sieber gehörte. Er war Kunde der Gemeindesparkasse in Mittelbach bei Chemnitz. Als Unteroffizier in der 1. Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments 104 wurde er 1916 schwer verletzt. 1917 und 1918 sparte der dann in einer anderen Einheit dienende Sieber insgesamt 43 Mark mit dieser Karte. Kriegssparmarken zu einer, drei und fünf Mark wurden geklebt. Zu sehen sind die unterschiedlichen Marken auf dem zweiten Bild dieses Beitrags.

  • © Historisches Archiv des OSV

Von Billionen und Billiarden

Vor 95 Jahren musste die damalige deutsche Zentralbank, die Reichsbank, immer höhere Banknotenwerte herausgeben. Es war die Zeit der grassierenden Inflation. Nach Millionen- und Milliarden-Scheinen folgten Anfang November 1923 Geldscheine mit Billionen-Werten. Hintergrund der ungeheuren Vermehrung der Geldmenge war eine massive Verschuldung des Deutschen Reichs. Die Regierung hatte kein Interesse an einer Stabilisierung der Währung. Die Reichsbank gab dem Staat Kredit und sorgte für eine Geldflut. Die Preise stiegen aber schneller als Löhne und Gehälter. Für diese Billion konnte man auf dem Höhepunkt der Inflation im November 1923 nicht einmal zwei Kilogramm Brot kaufen.

Zur Wertaufbewahrung taugte Geld nicht mehr. Und trotzdem wurde es zur Sparkasse gebracht. In Halle, wo seit 1819 durchgehend Generationen von Menschen sparten, wurden im Jahr der Hyperinflation allein bei der Stadtsparkasse sage und schreibe 24,1 Billiarden Mark ein- und 12,7 Billiarden Mark ausgezahlt. Die Gesamteinlagen der Kundinnen und Kunden vermehrten sich 1923 von 481,1 Millionen auf fantastische 11,3 Billiarden Mark. Dieses viele Geld war eigentlich nicht mehr viel wert, denn der offizielle Umstellungskurs von Mark auf Reichsmark war 1924 eine Billion zu eins. Eine gesetzlich geregelte Aufwertung sollte dann doch noch für eine zumindest teilweise Entschädigung der Kundschaft sorgen.

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Der Zwölfteltaler

Dieser Münze sieht man ihr Alter an. 200 Jahre ist sie mittlerweile alt und schon durch viele Hände gegangen. Es handelt sich um ein recht abgegriffenes Geldstück aus Silber, geprägt im Königreich Sachsen. Damals war es üblich, den Edelmetallgehalt augenscheinlich zu machen. „CLX Eine Feine Mark“ bedeutet schlichtweg, dass der 160. Teil des allgemeinen Münzgrundgewichts, der Mark zu 234 Gramm, enthalten sein musste. Für das 2,2 Zentimeter im Durchmesser große Geldstück wurden demnach rund 1,5 Gramm Silber verwendet. Zur Prägung ist weiterhin zu sagen, dass sie im Rahmen des Duodezimalsystems erfolgte. Der Taler war nicht nur in Sachsen in 24 Groschen unterteilt. Zwölf Pfennige ergaben einen Groschen. Der abgebildete Zwölfteltaler war also ein Doppelgroschen beziehungsweise entsprach 24 Pfennigen.

  • Dieses Sparbuch wurde 1909 hergestellt. : © Historisches Archiv des OSV

Der brandenburgische Adler von Havelberg

Vor genau 170 Jahren eröffnete Havelberg in Brandenburg eine eigene Sparkasse. Brandenburg? Ja, bis zur Gebietsreform in der DDR 1952 gehörte die Stadt zu diesem Land und zwar zur Prignitz. Seit 1990 liegt sie nun in Sachsen-Anhalt. Auf die historische Zugehörigkeit zum Nachbarland verweist noch heute das fast 400 Jahre alte Stadtwappen. Es ziert der märkische Adler. Dieser schwebt zwischen zwei Türmen über dem geschlossenen Tor der Stadtmauer. Das brandenburgische Wappentier findet sich auch auf zwei alten Havelberger Sparkassenbüchern in unserem Archivbestand. Das dekorativere Exemplar sehen Sie hier.