• Kundentresen mit Alarmschalter für den Sparkassenmitarbeiter? (Ansichtskarte Verlag H. Wöhlke in Bad Salzelmen; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Ein Blick in die Sparkasse

Die vielen historischen Postkarten im Bestand unseres Archivs können von Mitgliedssparkassen des OSV für verschiedenste Zwecke genutzt werden, sei es nun als Kalendermotive oder Ausstellungsobjekte. Fast alle Ansichtskarten zeigen Außenansichten von Sparkassenhauptstellen, die üblicherweise in Gemeindeämtern, Rat- oder Kreishäusern untergebracht waren. Die entsprechende Beschilderung beziehungsweise Beschriftung am Gebäude weist auf das jeweilige Institut hin.

Innenansichten sind nur wenige überliefert. Einen Einblick gewährte zum Beispiel die Stadtsparkasse Bad Salzelmen im heutigen Sachsen-Anhalt. Dieses Institut hatte eine verhältnismäßig kurze Geschichte. Eine Sparkasse bestand in Groß Salze seit 1894. Die Umbenennung in Bad Salzelmen war 1926. Sechs Jahre später erfolgte die Eingemeindung nach Schönebeck (Elbe), dessen Stadtsparkasse dadurch eine weitere Geschäftsstelle bekam.

Doch widmen wir uns der interessanten Abbildung. Das Foto zeigt den Arbeitsbereich des Kassenpersonals, etwa Tische für je zwei Mitarbeiter mit schicker Beleuchtung. Hinten steht ein Telefon. Am Tresen wurde die Kundschaft bedient. Erkennen Sie den Schalter links? Handelte es sich etwa um einen Alarmknopf für den Kassenbeamten? Eigentlich ist es ja undenkbar, dass derartig Sicherheitsrelevantes öffentlich dargestellt wurde.

  • Eine Moderscheinung waren um 1900 Mondscheinkarten. (Abb. Ausschnitt Ansichtskarte Verlag Edgar Schmidt in Dresden, um 1900; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Vollmond über Dresden-Striesen

Der Vollmond steht romantisch über der Sparkassenfiliale im Dresdner Stadtteil Striesen. Doch was macht der Kinderwagen zu nächtlicher Stunde vor der Geschäftsstelle? Und warum steht ihre Tür noch offen? Da stimmt doch etwas nicht.

Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um einen Ausschnitt einer sogenannten Mondscheinkarte. Um 1900 waren diese sehr beliebt. So wurde zum Beispiel durch Nachbearbeitung einer Fotovorlage die Illusion einer Nachtaufnahme erzeugt.

In Striesen war eine Sparkasse übrigens schon vor über 140 Jahren ansässig. 1892 wurde der Ort eingemeindet und die Stadtsparkasse Dresden bekam damit eine weitere Zweigstelle. Heute ist die Ostsächsische Sparkasse Dresden hier für ihre Kundinnen und Kunden da.

  • Sparkasse Sayda 1915 im Schnee

    Mannshohe Schneeberge versperrten um 1915 fast den Eingang zur Sparkasse in Sayda. (Ansichtskarte Verlag Max Wagner in Sayda; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Winterlicher Gruß aus dem Archiv

Tief Egon zieht über Deutschland hinweg und bringt dabei vielen Regionen Schnee. Dass dann solche Schneehöhen wie hier um 1915 in Sayda erreicht werden, können wir natürlich nicht versprechen.

Sayda ist eine kleine Stadt im sächsischen Erzgebirge mit derzeit knapp 2.000 Einwohnern. Im Januar 1852 öffnete dort die Sparkasse ihre Türen; allerdings nur donnerstags in der örtlichen Apotheke. Größere Geschäftsräume im damaligen Rathaus, zwei Berufsbeamte und werktägliche Öffnung gab es erst ab 1876.

Die Sparkasse ist bis heute vor Ort – mit einer Geschäftsstelle der Sparkasse Mittelsachsen. Wenn dort jetzt auch mannshohe Schneeberge zu bewältigen sind, schicken Sie uns gern ein Bild fürs Archiv.

  • Die Ansichtskarte zeigt die Straßenpartie mit Sparkasse und Rathaus. (Verlag Georg Mugler, Papierhandlung, Oberlungwitz 1906; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Die Ansichtskarte zeigt das Rathaus und die Sparkasse mit älteren Fahrzeugen vor dem Nachbargebäude. (Verlag Max Franke, Oberlungwitz, 1919; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Ansichten von Oberlungwitz

Vor 146 Jahren, im Jahre 1870, war der Startschuss für das Postkartenwesen in Deutschland. Alles begann mit der Amtseinführung des Generalpostdirektors Heinrich Stephan im April und dem Inkrafttreten der „Verordnung über die Einführung der Correspondenzkarte“ am 1. Juli 1870.  Unterzeichnet wurde dieser Erlass vom damaligen preußischen Ministerpräsidenten und Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes Otto von Bismarck.  Damals noch „Correspondenzkarte“ getauft, wurde sie zwei Jahre später in Postkarte umbenannt.

Im Jahre 1906 gelaufen – nur 110 Jahre jung – ist eine unserer ältesten Postkarten hier im Historischen Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes mit einem Sparkassengebäude-Motiv.  Sie zeigt in schlichtem Schwarz-Weiß die Straßenpartie mit Rathaus und integrierter Gemeindesparkasse im sächsischen Oberlungwitz. Das Historische Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes beherbergt zurzeit über 500 Post- und Ansichtskarten mit Sparkassenmotiven.

Und nun zu ein paar kleinen Eckdaten der Sparkasse in Oberlungwitz: Sie wurde 1893 gegründet. Ab 1943 endete bereits die Eigenständigkeit des Institutes. Die Sparkasse Oberlungwitz wurde am Jahresende in die Spar- und Girokasse Hohenstein-Ernstthal eingegliedert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Sparkassen in der sowjetischen Besatzungszone neu gegründet. In Oberlungwitz gab es ab dann eine Zweigstelle der Kreissparkasse Glauchau. Mit der großen Verwaltungsreform 1952 in der DDR bestand hier nun eine Zweigstelle der Kreissparkasse Hohenstein-Ernstthal. Seit 1996 gehört Oberlungwitz zum Geschäftsgebiet der Sparkasse Chemnitz.  Das Oberlungwitzer Rathaus mit Stadtverwaltung befindet sich heute noch in der Hofer Str. 203.  Die Sparkasse ist nicht mehr in diesem Gebäude untergebracht, sondern in der Hofer Str. 211.

Unsere zweite Postkarte mit dem Oberlungwitzer Rathaus ist dagegen eine „kleine Schönheit“ mit ihrer Farbigkeit und aufwendigen Ausführung. Der Gestalter der Postkarte hat sogenannte „Goldfenster“ am Rathaus und dessen Nachbargebäuden aufbringen lassen. Kippt man die Karte, erweckt es den Eindruck von an- und ausgehendem Licht. Dezent koloriert bis ins kleinste Detail ist die 1919 gelaufene Postkarte. Dieses Schmuckstück gehört zu den Lieblingsmotiven der Praktikantin.

Caroline Ludwig (Studentische Praktikantin im Archiv des OSV)

  • Historische Postkarten und weitere Fotos von zahlreichen Sparkassengeschäftsstellen standen zur Auswahl. Es galt, das passende Jahrzehnt dem Bild zuzuordnen. Alle Mitspieler fanden richtige Lösung. : © Historisches Archiv des OSV

  • Die Vorbereitungen am Messestand des Archivs sind in vollem Gange. Gleich geht's los und die ersten Veranstaltungsteilnehmer kommen ... : © Historisches Archiv des OSV

  • Mit Spaß am Spiel stellten sich die Sparkassenmitarbeiter der Herausforderung, Fotos des vergangenen Jahrhunderts in die richtige Zeit einzuordnen. : © Historisches Archiv des OSV

Schätzen Sie mal! Wie alt sind diese Fotos?

Das war die Aufgabe, die wir gestern vielen Kollegen unserer Verbandssparkassen stellten. Anlass war der 36. Vertriebsring im Kongresshotel am Templiner See in Potsdam. Dort kommen dreimal jährlich die Vertriebsmitarbeiter der ostdeutschen und schleswig-holsteinischen Sparkassen zusammen, um sich über neue Vertriebs- und Kommunikationskonzepte zu informieren.

Wir vom Historischen Archiv des OSV konnten nun bereits zum siebten Mal an unserem Messestand Sparkassengeschichte und -geschichten präsentieren. Sparkassengeschichte zum Anfassen, Inspirieren und Integrieren. Zum Anfassen – weil wir jedes Mal historische Objekte aus unserem Archiv ausstellen und erklären. Zum Inspirieren – da wir allen Kollegen, die an unseren Stand kommen, eine kleine Zeitreise anbieten und Möglichkeiten für History Marketing bzw. History Communication in Sparkassen aufzeigen. Last but not least stellen wir auch immer bereits vom Historischen Archiv umgesetzte Projekte vor, die den wertvollen Einsatz von Sparkassengeschichte(n) belegen.

Dieses Mal lag unser Fokus auf historischem Fotomaterial und dessen vielfältigsten Einsatzmöglichkeiten. In unserem Archiv lagern über 500 Ansichtskarten mit Sparkassengebäuden, von Wiek auf Rügen bis Klingenthal im Vogtland. Viele der Karten sind über 100 Jahre alt.

Hinzu kommt ein großer Fotobestand von mehr als 5.000 Bildern. Auch hier ist die Bandbreite sowohl geografisch als auch zeitlich enorm. Gern stellen wir unseren 45 Mitgliedssparkassen historisches Bildmaterial zur Verfügung.

Sie planen ein Event zum Jubiläum, möchten einen Sparkassenkalender herausgeben oder Ihre Geschäftstellen mit historischen Fotos verschönern? Melden Sie sich. Wir helfen gern weiter.

  • Die im Jahr 1927 geschriebene Karte sendet liebe Weihnachtswünsche an den Stadtpfarrer von Waldenburg (Württemberg). Druck: Verlag Selmar Bayer, Berlin : © Historisches Archiv des OSV

Ein Weihnachtsgruß aus dem Archiv

Liebe Leserinnen und Leser,
zu bestimmten Anlässen verschenkten Sparkassen seinerzeit Sparbücher mit einem Startguthaben. Kundinnen und Kunden wurden auf diese Weise schon frühzeitig gewonnen und blieben oft ein Leben lang bei ihrer Sparkasse. Großen Anklang fand auch die Idee, Sparbücher in den Familien selbst als Geschenk zu verwenden. Besonders die Kleinen bekamen ein Sparbuch, wenn sie noch keins hatten. So ist es nicht verwunderlich, dass oft generationenübergreifend gespart wurde und jedes Familienmitglied sein eigenes Sparbuch bei der Heimatsparkasse besaß. Die Kassen warben u. a. auch mit Postkarten für ein „Sparbuchgeschenk“, wie das hier zu sehende Beispiel der 1848 gegründeten Kreissparkasse in Jüterbog (Brandenburg) zeigt.

Zum Weihnachtsfest wünschen wir Ihnen alles Gute. Haben Sie frohe Feiertage und kommen Sie gesund ins neue Jahr!

Herzlichst
Ihre Blogautoren