• Diese Manille ist schlicht und ohne Ornamente oder Verzierungen. Als primitives Zahlungsmittel wurden sie vornehmlich in Westafrika verwendet. : © Historisches Archiv des OSV

  • Manille mit Ornamenten aus Westafrika. 1948 wurden die Manillen von der britischen Kolonialverwaltung in Nigeria eingezogen und ab dem 01.04.1949 waren sie endgültig als Zahlungsmittel verboten. : © Historisches Archiv des OSV

  • Paternostererbsen kamen in Süd-Nigeria und Kamerun, aber auch in Indien, als Zahlungsmittel zum Einsatz. : © Historisches Archiv des OSV

  • Um 1900 waren etwa 12 bis 15 Teeziegel nötig, um ein Schaf in der Mongolei zu kaufen. : © Historisches Archiv des OSV

Von Teeziegeln und Regenbogenschüsselchen – Teil 2

Im letzten Beitrag mit dem Titel „Von Teeziegeln und Regenbogenschüsselchen“ haben Sie zuletzt die Kaurischnecken als Zahlungsmittel im westafrikanischen Raum kennengelernt. In Westafrika wurden jedoch nicht nur Kauris eingesetzt.

Manillen

Lange Zeit handelte man mit den „Manillen“, einem westafrikanischen Ringgeld aus legiertem Kupfer bzw. Bronze. Genau genommen hielt sich der kostbare Armreif noch bis ins Jahr 1948 als offizielles Zahlungsmittel bevor er von der britischen Kolonialverwaltung in Nigeria eingezogen und ab dem 01.04.1949 endgültig als Zahlungsmittel verboten wurde. Die Manillen, die einen nicht ganz geschlossenen Kreis bilden, tauchten in ganz unterschiedlichen Anfertigungen in verschiedenen Regionen Westafrikas auf und werden dem Barrengeld zugeordnet.

Dabei beherbergt das Historische Archiv des OSV gleich zwei Formen des geschichtsträchtigen Schmuckstücks: die Standard-Manille mit schlichter Gestaltung und ohne Verzierung ist der Prototyp des europäischen Imports. Eine weniger schlichte Variante ist auf einem weiteren Foto zu sehen. Diese leicht bräunlich wirkende Manille ist mit zahlreichen Ornamenten versehen und erinnert eher an ein Schmuckstück. Allerdings war dieses Exemplar mit einem Gewicht von über 1000 g weniger zum Tragen als vielmehr zum Bezahlen gedacht. Manillen wurden gern als Wertmesser innerhalb des Sklavenhandels eingesetzt. Für etwa 12 bis 15 Manillen war es bereits möglich einen Sklaven zu „erwerben“ [1]. Darüber hinaus nutzte man die Manillen auch als Brautgeld oder Grabbeigabe.

Paternostererbsen

Es gab jedoch auch Zahlungsmittel, denen neben einer Geldfunktion, auch ein Verbrauchswert innewohnte. So wurden zum Beispiel Kakaobohnen als Naturalgeld verwendet, die jedoch einen Nachteil hatten: ihr wahrer Wert zeigte sich erst, wenn man sie konsumierte, doch dann waren sie eben „weg“. Besser nicht konsumieren sollte man die Paternostererbsen. Die kleinen roten Hülsenfrüchte, die sehr an einen Marienkäfer erinnern, kamen in Süd-Nigeria und Kamerun, aber auch in Indien, dem Land aus dem sie stammen, als Zahlungsmittel seit dem Altertum zum Einsatz. In Indien, wo sie auch „Rati“ heißen,  wurden und werden sie zudem zum Abwiegen von Gold benutzt, da ein Samen etwa einem Karat entspricht.

Circa 100 Stück der rot-schwarzen Erbsen kamen dem Wert eines Pennys gleich. In Afrika und Asien benutzte man die farbenprächtigen Samen zudem gerne für die Herstellung von Schmuckketten. Diese Art der Verwendung war in der Geschichte aber keinesfalls neu: bereits vor 400 Jahren entdeckten die Mönche die hochgiftigen Erbsen für sich und kreierten daraus ihre ganz speziellen Rosenkränze. Das in der Paternostererbse enthaltene Abrin ist ein pflanzliches Toxin, welches zu den tödlichsten Giften überhaupt zählt. Bereits 0,01 Mikrogramm pro Kilogramm können tödlich für einen Menschen sein [2]. Das Gift kann jedoch erst im zerkauten bzw. aufgebrochenen Zustand austreten, weshalb das Verschlucken einer unzerkauten Erbse nicht zwingend tödlich wäre.

Teeziegel

Weniger giftig und weitaus genießbarer ist der letzte Kandidat in der Riege der exotischen Zahlungsmittel vergangener Zeiten die im OSV-Archiv gesammelt werden. Denn neben mühsam hergestellten Glasperlen und kilogrammschweren Kupferarmbändern wurden nicht selten auch Lebensmittel als Warengeld verwendet. So kam der Teeziegel im 9. bis 20. Jahrhundert vor allem in China, Birma, Tibet, Turkmenistan, Sibirien, Russland und in der Monogolei als Zahlungsmittel auf. Der Wert der quaderförmig gepressten Teeblätter richtete sich dabei nach ihrem Gewicht und ihrer Qualität. Jedoch war die Qualität auch von der Farbe, dem Gärungsprozess und dem Verhältnis zwischen Zweigen und Teeblättern abhängig.

Der Teeziegel des OSV-Archivs stammt ursprünglich aus der Provinz Yunnan, in welcher die Stadt Pu’er zu finden ist. Die Stadt ist Namensgeber für die mittlerweile weltweit bekannte, chinesische Teesorte „Pu-Erh-Tee“. Bei der Wertbestimmung des Teeziegels gilt: je älter der Tee desto höher sein Wert. Aus diesem Grund lagerte man auch gerne die sogenannten „Pu-Erh-Ziegel“ für längere Zeit, um das angelegte Geld zu vermehren – das Geld trug sozusagen Zinsen ein. Der abgebildete Teeziegel trägt in der obersten Reihe fünf nebeneinandergereihte Sterne, während direkt darunter ein Tempel mit drei Portiken abgebildet ist. Im letzten, untersten Feld finden sich chinesische Schriftzeichen, die einen Hinweis auf die Herstellungsstätte geben. Es waren um 1900 übrigens etwa 12 bis 15 Teeziegel nötig, um ein Schaf in der Mongolei zu kaufen [3].

Celina Höffgen, Praktikantin Historisches Archiv des OSV

[1] Ostdeutscher Sparkassenverband: Geld[un]formen. Katalog zum gleichnamigen Wettbewerb und zur Wanderausstellung des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Berlin: Sparkassenverlag, 2008, S. 27

[2] Angelika Baack, geb. Zinner: Antikonzeptive und phytoöstrogene Wirkweisen bestimmter Gewürze, Heil- und Zierpflanzen sowie pflanzlicher Lebensmittel. Hamburg, Diplomica Verlag GmbH, 2007, S. 108

[3] Moneymuseum, Texte Hadlaub, „Traditionelle Zahlungsmittel“: Online im Internet: URL: https://www.moneymuseum.com/pdf/archiv/Traditionelle%20Zahlungsmittel,%20Texte%20Hadlaub.pdf [zuletzt aufgerufen am 14.03.2019]

  • Repliken keltischer Gold- und Silbermünzen aus dem Oppidum von Manching in Bayern. Die beiden goldenen Münzen werden auch Regenbogenschüsselchen genannt. : © Historisches Archiv des OSV

  • Venezianische Chevron-Glasperlen, die ca. zwischen 1880 und 1930 nach Afrika gehandelt wurden. : © Historisches Archiv des OSV

  • Kaurischnecken, oder auch Porzellanschnecken genannt, verwendete man noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als Zahlungsmittel. : © Historisches Archiv des OSV

Von Teeziegeln und Regenbogenschüsselchen – Teil 1

Wenn wir heute an Geld denken, dann denken wir in allererster Linie an ein Zahlungsmedium, welches die fast magische Eigenschaft besitzt, unsere bisher unerfüllten Wünsche wahrwerden zu lassen. Ob als Bar- oder Buchungsgeld – die umgangssprachlichen „Moneten“ sind heute ein fester Bestandteil unseres Lebens. Ohne Moos ist eben nichts los. Doch die Menschheit misst ihre Güter nicht erst seit gestern an Geld. Da stellt sich die Frage, wie es denn damals war, als noch keine Banknoten gedruckt werden konnten und der bargeldlose Zahlungsverkehr noch eine weit entfernte Zukunftsmelodie war?

Man war seit jeher äußerst erfinderisch was die Bezahlung von Gütern anbelangte. Ob aus Gold, Tee oder einer gar giftigen Samenart, der Vielfalt des sogenannten Primitivgeldes waren auch schon vor über tausenden von Jahren keine Grenzen gesetzt. Das Historische Archiv des OSV ist einigen dieser Formen auf den Grund gegangen und hat die, nicht selten außergewöhnlichen, Zahlungsmittel einmal genauer unter die Lupe genommen. Zu sehen sind diese Schätze außerdem im März in einer Ausstellung in zwei Filialen der Saalesparkasse. In jeweils zwei Beiträgen wollen wir Ihnen sieben dieser Exponate vorstellen.

Keltische Regenbogenschüsselchen-Stater, Quinare und Büschelquinare

Wir befinden uns in der Zeit des 3. bis 1. Jahrhunderts vor Christus. Die Kelten sind geprägt vom Handel mit den Griechen, die bereits Münzen vor allem unter der Herrschaft Alexanders des Großen in Umlauf brachten. So findet auch der Volksstamm seinen Gefallen an den kleinen, runden Zahlungsmitteln aus Gold, Silber und anderen Edelmetallen und prägt fortan seine eigenen Münzen, die sogenannten „Stater“. Die Regenbogenschüsselchen-Stater waren zumeist unebene Münzen aus Gold, die ihren Namen einem Aberglauben der Bauern auf den Feldern im Alpenvorland zu verdanken haben [1]. Dort glaubte man, dass ein Regenbogen an der Stelle die Erde berührt haben musste, an welcher zuvor aufgrund von starken Gewitterregen die kleinen schüsselförmigen Goldmünzen zutage kamen.

Zusätzlich zum „Stater“ gab es auch den „Viertelstater“, eine kleinere Version der keltischen Goldmünze. Neben den Regenbogenschüsselchen handelte man außerdem mit Quinaren und Büschelquinaren aus Silber. Ein äußerst beliebtes Motiv für die Prägung der keltischen Münzen waren Pferdeabbildungen, wie auch auf den Exemplaren des OSV-Archivs zu sehen ist. Weitere Prägemotive setzten sich aus Ornamenten, Fabelwesen sowie aus stilisierten Menschen- und Vogelköpfen zusammen. Aufgrund der fehlenden Überlieferung von Aufschriften und antiken Münzennamen ist der Wert schwer zu bestimmen. Allerdings nutzte man die Münzen zumindest bis in die Mitte des 1. Jahrhunderts überwiegend als Schatzgeld und für den Informationsaustausch.

Venezianische Chevron-Glasperlen

Wir bewegen uns von den Kelten weiter zum Adriatischen Meer, genauer nach Murano, der weltbekannten Herstellungsstätte für feinste Glasperlen. Die nordöstlich von Venedig gelegene Inselgruppe kann sich mit einer langjährigen Geschichte in der Glasproduktion rühmen und beherbergt bis heute das „Museo del Vetro“ (Glasmuseum Murano). So ist es auch nicht verwunderlich, dass insbesondere die Glas- und Keramikperlen mit der Ankunft der Europäer in Afrika und Asien, in Mode kamen.

Die Geburtsstunde der Chevron-Perlen datiert man auf etwa 1500. Während sie vorerst nur in Venedig hergestellt wurden, sollte es jedoch nicht lange dauern bis die Glasperlen auch ihren Weg hinaus in die weite Welt fanden. Die Chevron-Perlen wurden fortan im ganz großen Stil exportiert. Das Produktionsgeheimnis musste dabei unter allen Umständen von Muranos Perlenmachern gehütet werden, andernfalls war mit einer Todesstrafe zu rechnen. Die 61 aufgezogenen Chevron-Perlen aus Glas, die sich in unserem Archiv befinden, sind vorrangig in den Farben blau, weiß, rot und schwarz-braun gestreift. Im Querschnitt ist ein Sternenmuster zu erkennen, welches urtypisch für die Chevron-Glasperlen ist. Glasperlen galten vor allem im 19. Jahrhundert in Westafrika als eine Art Kleinwährung, wobei sie vorrangig für die Bezahlung von Nahrungsmitteln oder auch als Tributzahlung dienten [2].

Kaurischnecken

Im asiatischen und später auch im westafrikanischen Raum handelte man indes mit den sogenannten Kaurischnecken. Dieses vormünzliche Zahlungsmittel ist wohl das prominenteste Beispiel für Naturalgeld, da es für sehr lange Zeit, genaugenommen für über 3500 Jahre, in weiten Teilen der Erde zum Einsatz kam. Das hat unter anderem den Grund, dass die Kauris wegen ihres geringen Einzelwerts auch den Kauf von kleineren Warenmengen erlaubten.

Erste Hinweise auf die Kaurischnecken gab es in China bereits im 13. Jahrhundert vor Christus. Verwendet wurde die zumeist weiße, ovalförmige Schneckenart (Abb. 3) im Handel um die unterschiedlichsten Güter. So erhielt zum Beispiel ein Käufer um 1810 für 10 Kauris eine Kuh [3]. Durch die exakte Aufreihung der Schneckengehäuse auf einem geflochtenen Armband war auch eine ebenso exakte Wertbestimmung möglich. Übrigens erlebte man mit dem Kaurigeld aufgrund des Eingreifens der Europäer eine der ersten Inflationen in der Geldgeschichte. Während der Brautpreis um 1810 in Uganda noch bei 30 Kaurischnecken lag [4], erhöhte sich der Preis im Jahre 1957 bereits auf 10.000 Kauris.

Celina Höffgen, Praktikantin Historisches Archiv des OSV

_______

 

[1] Franziska Jungmann-Stadler: Geld: Von der Kaurischnecke zur Kreditkarte. Nürnberg: Tessloff Verlag, 2002, Band 78, S. 16

[2] Ursula Kampmann: Geld in anderen Gesellschaften: Traditionelle Zahlungsmittel aus der Sammlung Kuhn – Teil 2. Online im Internet: URL: https://www.muenzenwoche.de/de/Archiv/Geld-in-anderen-Gesellschaften-Traditionelle-Zahlungsmittel-aus-der-Sammlung-Kuhn–Teil-2/8?&id=111&type=a [zuletzt aufgerufen am 14.03.2019]

[3] Ostdeutscher Sparkassenverband: Geld[un]formen. Katalog zum gleichnamigen Wettbewerb und zur Wanderausstellung des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Berlin: Sparkassenverlag, 2008, S. 9

[4] Ebenda

  • Der Graf von Hohenthal ist schon da. Gleich kommen die ersten Gäste. : © Ostsächsische Sparkasse Dresden/ Foto: Andreas Scheunert

  • Ein Highlight des Abends war neben der Ausstellungseröffnung eine Förderzusage durch Sparkassenvorstand Ulrich Franzen (links) an den Vorstandsvorsitzenden des Königsbrücker Heimatvereins, Peter Sonntag. Das Geld dient der Restaurierung eines Barock-Epitaphs. : © Ostsächsische Sparkasse Dresden/ Foto: Andreas Scheunert

  • Anlässlich des Jubiläums hat die Ostsächsische Sparkasse Dresden nicht nur eine interessante Broschüre angefertigt. Es sind zum Beispiel auch historische Briefmarken in den Filialen erhältlich. : © Ostsächsische Sparkasse Dresden/ Foto: Andreas Scheunert

200 Jahre Sparkasse – Ausstellungseröffnung in Königsbrück

Viele Gäste waren es, die gestern Abend dem wilden Schneetreiben getrotzt und sich in Königsbrück bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden eingefunden hatten. Der Ort des Geschehens war sehr gut gefüllt. Zu dem kleinen Festakt im Gebäude Am Markt 13 hatte das Geldinstitut auch mich eingeladen. Gerne bin ich der Einladung gefolgt. Eröffnet werden sollte eine historische Schau in modernem Gewand, die nicht nur die Einrichtung der ersten sächsischen Sparkasse vor 200 Jahren thematisiert. Überwältigend bunt und abwechslungsreich war der Raum gestaltet worden. Darin empfängt überlebensgroß Peter Carl Wilhelm Graf von Hohenthal die Besucherinnen und Besucher und weckt sicherlich ihr Interesse. Im Mittelpunkt steht aber weit mehr als das gemeinnützige Wirken des Gründervaters. Überzeugen Sie sich selbst.

Sparkassenvorstand Ulrich Franzen war es, der pünktlich ab 18:19 in den Abend einführte und auf die ereignisreiche Geschichte zurückblickte. Für die Erarbeitung der schmucken Ausstellung waren die stellvertretende Unternehmenssprecherin, Petra Gehlich, und der Kunsthistoriker der Sparkasse, Moritz Stange, verantwortlich. Auch ihre Leistung fand Würdigung und Beifall. Wir freuen uns, dass auch das Historische Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes behilflich sein konnte. So finden Sie, liebe Leserinnen und Leser, dort  Exponate aus unserem Bestand. Und wenn nach dem Besuch des kleinen Museums noch Zeit bleibt, so laufen Sie doch einmal zum Schloss. Links vor dem Eingangstor zum Schlosshof steht das frühere Rentamt, in dem am 1. Januar 1819 die erste Sparkasse im Verbandsgebiet des OSV ihre Geschäftstätigkeit aufnahm.

  • Die Besucher unseres Messestandes wurden mit reichlich Infomationsmaterial zur Ausstellung "Geldgeschichte(n)" versorgt.

Money makes the world go round – „Geldgeschichte(n)“ auf dem 42. Vertriebsring der Sparkassen

Geld fasziniert – nicht nur uns vom Historischen Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Auf dem drei mal jährlich stattfindenden Vertriebsring, dem Treffen der Sparkassenvertriebs- und Marketingverantwortlichen, waren wir diesmal angetreten, unsere neue Wanderausstellung zur bunten und schillernden Welt des Geldes vorzustellen.

Wer, wenn nicht die Sparkassen (und natürlich auch andere Finanzinstitute), weiß die Bedeutung und die Strahlkraft des Geldes besser einzuschätzen und zu würdigen. Etwas von dieser Strahlkraft konnte man an unserem Messestand erleben. Viele Tagungsteilnehmer waren zum Beispiel von dem winzigen Diobol begeistert. Zu Recht, denn er gehört zu den ersten Münzen in der Geschichte und ist mehr als 2500 Jahre alt. Noch anziehender war allerdings die echte 20-Mark-Reichsgoldmünze aus dem Jahr 1899. Diese wollten die meisten Besucher einmal in der Hand halten. Aber auch die Kaurischnecken und der neueste Euro mit grünem Polymerring zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Da wurden unsere drei Quizzfragen zur Geschichte des Geldes fast zur Nebensache.

Alle präsentierten Exponate sind Teil der Ausstellung „Geldgeschichte(n)“, die insgesamt aus 30 Tafeln und zahlreichen anschaulichen Vitrinenobjekten besteht. Neben der Entwicklungsgeschichte des Geldes vom Tauschhandel bis zum Bitcoin werden auch besondere Begebenheiten aus dem Gelduniversum erzählt. Wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, was Tulpenzwiebeln mit der ersten Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte zu tun haben oder wann und wo das Lottospiel erfunden wurde, sind Sie hier richtig.

Die Schau kann von den Sparkassen aus unserem Verbandsgebiet ab Januar 2019 gebucht werden und wird vielleicht bald in Ihrer Nähe zu sehen sein.

  • Am 22. März 2018 wurde die Spar-Ausstellung feierlich im DHM eröffnet. Andreas Willwohl und Philipp Beckert begeisterten zum Auftakt mit dem Stück "Wenn ich einmal reich wär" aus "Anatevka". : © Wolfgang Siesing

  • Eröffnungstag - Blick in den "chronologischen Zeitgang" der Spar-Ausstellung : © Historisches Archiv des OSV

  • Objekte für die Schau kamen auch aus den OSV-Mitgliedssparkassen, wie der hier gezeigte Wagen für den Transport von Inflationsgeld in den 1920er-Jahren, den das Archiv der Ostsächsischen Sparkasse Dresden zur Verfügung stellte. : © Historisches Archiv des OSV

  • Sparen mit dem Sparbuch, so wie früher? Oder lieber anders? Was meinen Sie? Diskutieren Sie gern mit uns und schreiben Sie uns Ihren Kommentar. : © Historisches Archiv des OSV

Gehen Sie doch mal wieder ins Museum

Vor genau zwei Monaten wurde die Ausstellung „Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend“ feierlich im Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin eröffnet. Die Schau entstand anlässlich des 200. Geburtstages der Hauptstadtsparkasse und hatte bis zum 21. Mai 2018 bereits 11.500 Besucher.

In seiner Eröffnungsrede betonte Raphael Gross, Präsident der Stiftung DHM, dass das Museum mit seinen Ausstellungen einen Beitrag zur Stärkung der historisch-politischen Urteilskraft leiste und dass es helfe, gegenwärtige Ereignisse im Licht der Vergangenheit neu zu verstehen und neu zu bewerten. Die Spar-Ausstellung gehört genau in diesen Kontext. Sie trifft den Nerv der Zeit, denn das Thema „Sparen“ ist in unserer Gesellschaft hochaktuell und mit vielen Fragen verbunden. Lohnt es sich für den Einzelnen noch in Zeiten von Niedrigzinsen? Und wenn ja, wie spart man am besten? Was macht die Schwarze-Null-Politik mit der Gesellschaft? Sparen oder investieren? Was bringt uns voran? Kontrovers diskutiert wird das Thema von vielen Seiten. Der Blick zurück auf die lange Tradition des Sparens, auf die Institutionalisierung des Spargedankens und letztendlich auf die Erziehung zur Sparsamkeit eröffnet neue Perspektiven und erweitert den Diskussionshorizont.

Sie haben noch bis zum 4. November 2018 die Möglichkeit, diese ungewöhnliche Sonderausstellung zu besuchen, die auf ein enormes Echo im In- und Ausland stieß und an der zahlreiche Kooperationspartner mit Rat, Tat und natürlich vor allem mit einmaligen und einigen erstmals öffentlich präsentierten Ausstellungsobjekten mitwirkten:

 

  • Insgesamt beteiligen sich 50 Leihgeber.
  • Acht Leihgeber aus dem Ausland unterstützen die Schau.
  • Die Ausstellung zeigt etwa 300 Objekte.
  • Größter Leihgeber ist der Deutsche Sparkassenverlag Stuttgart mit 33 Objekten.
  • Für die Projektleitung gehört eine Spardose aus dem Archiv der Berliner Sparkasse mit der Aufschrift „Arbeit, Ordnung, Sparsamkeit“ von 1938 zu den  interessantesten und aussagekräftigsten Objekten der Ausstellung.
  • Am schwierigsten zu bekommen war ein englisches Plakat aus der Zeit des ersten Weltkrieges.

Das Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes verlieh an das DHM 30 Objekte für die Ausstellung, darunter Plakate, Flyer, Sparbücher, Kundenzeitschriften, ein Sparautomat und eine Schulsparkasse. Daneben ermöglichte das Archivteam eine umfangreiche Durchsicht historischer Werbefilme zum Thema und arbeitete in der Projektgruppe zur Vorbereitung der Ausstellung aktiv mit.

Lust auf einen Museumsbesuch bekommen? Das würde uns freuen, denn es lohnt sich!

 

 

  • Im Gespräch über mögliche Ausleihobjekte: Robert Muschalla, Kurator der Sparausstellung im DHM, und Horst Möckel, Mitarbeiter des historischen Archivs der Erzgebirgssparkasse. : © Historisches Archiv des OSV

  • Ein "Museum zum Anfassen" beherbergt die Erzgebirgssparkasse in Schwarzenberg. : © Historisches Archiv des OSV

Erzgebirgssparkasse größter Leihgeber für Berliner-Ausstellung im DHM

In Vorbereitung des 200-jährigen Jubiläums der Berliner Sparkasse waren bereits im Dezember 2016 Vertreter der Berliner Sparkasse und des Deutschen Historischen Museums (DHM) Berlin im historischen Archiv der Erzgebirgssparkasse zu Gast.

Das DHM plante in Zusammenarbeit mit der Berliner Sparkasse eine Ausstellung zum Thema „Sparen“. Der Archivar der Berliner Sparkasse, Klaus-Dieter Marten, und Kurator, Robert Muschalla vom DHM Berlin, waren auf der Suche nach historischen Ausstellungsstücken und auf Empfehlung und in Begleitung des Leiters des Sparkassenhistorischen Dokumentationszentrums des DSGV, Dr. Thorsten Wehber, sowie der Referentin des OSV-Archivs, Britta Weschke, schließlich bei uns in Schwarzenberg gelandet.

Insbesondere durch den Zweiten Weltkrieg und die deutsche Teilung sind viele historische Dokumente und Exponate der Berliner Sparkasse entweder zerstört oder verloren gegangen.

Horst Möckel, Archivar und freier Mitarbeiter des historischen Archivs, und Jens Uhle vom Vorstandsstab der Erzgebirgssparkasse tauchten tief in die Spar-Geschichte ein und stellten für das Jubiläumsprojekt der Berliner eine Vorauswahl zusammen.

Im Oktober 2017 reisten dann die Projektassistentin, Dr. Lydia Rosía Dorn, und der Ausstellungsleiter, Robert Muschalla, vom DHM in Schwarzenberg an, um gemeinsam mit Horst Möckel und Jens Uhle die Fundstücke zu begutachten. Das historische Archiv der Erzgebirgssparkasse umfasst einen geschätzten Bestand von über 1200 lfd. Aktenmetern – wovon mittlerweile 770 lfd. Aktenmeter erfasst sind. Natürlich wurden auch Objekte für das Ausstellungsprojekt gefunden, erfasst und schließlich als Leihgabe für das DHM Berlin bereitgestellt.

Mit Abschluss der Vorbereitungen wurde uns vom DHM attestiert, dass die Erzgebirgssparkasse größter Leihgeber dieser Ausstellung ist. Darauf sind wir natürlich stolz und freuen uns sehr den „Berlinern“ geholfen zu haben.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Sparneigung der Deutschen. Warum stellt die Mehrheit der Menschen das Sparen auch in Zeiten historisch niedriger Zinsen nicht in Frage? Dem will die Ausstellung „Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend“ auf den Grund gehen, welche vom 23. März bis 26. August 2018 in den Sonderausstellungshallen des Deutschen Historischen Museums in Berlin zu sehen ist.

Wir gratulieren der Berliner Sparkasse zum 200. Geburtstag und wünschen viel Erfolg für alle geplanten Events und Aktivitäten zum Jubiläum sowie der Ausstellung im DHM einen guten Verlauf und viele interessierte Besucher.

Jens Uhle
Kommunikation
Bereich Vorstandsstab
Erzgebirgssparkasse