• Die Geschichte der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin begann in Neuruppin, Wittstock und Kyritz. Dies waren die ersten drei Gründungen im Geschäftsgebiet der Sparkasse. (Abb. Ausschnitt Landkarte der preuß. Provinz Brandenburg; Druck und Verlag von C. Flemming in Glogau, 1844) : © Historisches Archiv des OSV

25 Jahre und mehr Sparkasse Ostprignitz-Ruppin

Seit einem Vierteljahrhundert gibt es nun schon die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin. Mit Wirkung zum 1. Mai 1993 fusionierten infolge einer Kreisgebietsreform drei Sparkassen zu dem Institut. Es handelte sich um die Kreissparkassen Kyritz, Neuruppin und Wittstock. Neuruppin ist Hauptsitz der Sparkasse und zugleich ältester Standort im Geschäftsgebiet.

Bereits vor über 170 Jahren, am 25. März 1848, eröffnete dort die Spar-Kasse des Ruppiner Kreises. Aber auch die anderen beiden Sparkassen brachten eine lange Geschichte mit. So begann am 6. Oktober 1849 die Städtische Sparkasse Wittstock ihr Geschäft. Am 25. Mai 1855 beschlossen die Stände des Ostprignitzschen Kreises die Gründung einer Kreissparkasse in Kyritz. Der Tag ihrer Eröffnung in 1855 oder 1856 ist leider nicht bekannt.*

Die Stadtsparkasse von Wittstock wurde übrigens zum 1. Januar 1935 auf die Kreissparkasse Ostprignitz überführt. Dies war nicht die erste und auch nicht die letzte Fusion vor der Gründung der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin. Die eingangs genannten drei Kreissparkassen entstanden aber im Zuge der Verwaltungsreform 1952 in der DDR. Damals wurden die Altkreise Ostprignitz und Ruppin abgeschafft und neue Kreise gebildet.

* Vgl. Falk, Beatrice/ Hauer, Friedrich: Tradition und Moderne. Geschichte der Sparkasse im Landkreis Ostrprignitz-Ruppin, 1998, S. 27 f.

  • Das Diagramm zeigt die Zahl der Fusionen, die zwischen 1991 und 2013 im Geschäftsgebiet stattfanden. : © Historisches Archiv des OSV

  • Das Diagramm zeigt die Zahl der Sparkassen am Jahresende. : © Historisches Archiv des OSV

Fusionen seit der Wende

Als im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 die ostdeutschen Länder neu gegründet wurden, existierten in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern Sachsen und Sachsen-Anhalt insgesamt 160 Sparkassen. Heute wirken in diesem Geschäftsgebiet des Ostdeutschen Sparkassenverbandes fusionsbedingt 45 Institute.

Die erste Verschmelzung fand am 1. Juli 1991* statt. Aus der Sparkasse Potsdam, der Stadt- und Kreissparkasse Brandenburg und den Kreissparkassen Belzig, Nauen und Oranienburg wurde die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam. Die letzte Fusion war vor über vier Jahren. Am 1. September 2013 fusionierte die Sparkasse Rügen mit der Sparkasse Vorpommern.

Die meisten Fusionen erfolgten im Jahr 1994. Durch Kreisgebietsreformen entstanden neue Gewährträgerstrukturen, an die die Sparkassen anzupassen waren. Der Verband begleitete den Prozess beratend. Schwerpunkte waren dabei zum Beispiel die rechtliche Vorbereitung und Durchführung der Vereinigungen sowie die betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und technischen Umsetzungen.

Während sich die Zahl der Institute in Sachsen-Anhalt seit 1992 um zwei Drittel verringert hat, betrug der Rückgang im Freistaat Sachsen über drei Viertel. Hier bestanden ehemals die meisten Sparkassen, 50 an der Zahl. Von insgesamt 83 Fusionsprozessen fanden 31 in Sachsen statt. Allein im Geschäftsgebiet der Ostsächsische Sparkasse Dresden gab es sechs. Dieses größte Institut Sachsens entstand am 1. Mai 2004 durch Zusammenführung der Stadtsparkasse Dresden und der Sparkasse Elbtal-Westlausitz.

Aber nicht alle heute bestehenden Sparkassen haben Fusionen hinter sich, etwa in Sachsen die Kreissparkasse Döbeln. In Mecklenburg-Vorpommern betrifft das die Sparkasse Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz, in Sachsen-Anhalt die Stadtsparkassen Dessau und Magdeburg. Die Stadt Schwedt erstritt 1994 vor dem brandenburgischen Landesverfassungsgericht ein Urteil zur Eigenständigkeit ihrer Sparkasse. Die Stadtsparkasse Schwedt ist die kleinste Sparkasse im OSV-Gebiet.

* Die Daten im Artikel beziehen sich auf die rechtliche Fusion.

  • Aus der Sparkasse des Saalkreises und der Stadtsparkasse Halle wurde 1951 die Stadt- und Saalkreissparkasse Halle. : © Historisches Archiv des OSV

Ein Fusionssparbuch aus Halle (Saale)

Aus alten Sparkassenbüchern lassen sich viele historische Informationen entnehmen, zum Beispiel zur Währungsgeschichte. Aber auch Fusionen von Sparkassen belegen sie. So gibt es in unserem umfangreichen Bestand an Sparbüchern Exemplare, die solche Verschmelzungen mitgemacht haben. Dabei wurde der neue Name des Instituts einfach eingestempelt und das Buch weiter genutzt. In diesem Fall handelte es sich um die Fusion der Sparkasse des Saalkreises mit der Stadtsparkasse Halle zur Stadt- und Saalkreissparkasse Halle. Diese existierte von Anfang 1951 bis Ende 2007. Dann kamen das zuletzt benannte Institut und die Kreissparkasse Merseburg-Querfurt zusammen. Es entstand die heutige Saalesparkasse.

Eine Sparkasse des Saalkreises gab es übrigens schon seit dem Jahr 1846. Und weil 1857 auch noch eine Stadtsparkasse gegründet wurde, hatten für lange Zeit zwei kommunale Sparkassen ihren Sitz in Halle. Dies war aber in Preußen keine Besonderheit. Teilweise entstand dabei sogar eine Konkurrenzsituation. Nach Kriegsende 1945 wurden die beiden Kassen neu gegründet. Anfang der 1950er-Jahre war dann aber Schluss mit der Koexistenz. Um die Sparkassen zu rationalisieren und rentabler zu machen, erfolgten seinerzeit in der DDR zahlreiche Zusammenlegungen.

  • Brandenburg Potsdam Landkarte

    In Brandenburg an der Havel und in Potsdam entstanden die ersten Stadtsparkassen im heutigen Geschäftsgebiet der MBS. (Ausschnitt Landkarte der preuß. Provinz Brandenburg; Druck und Verlag von C. Flemming in Glogau, 1844) : © Historisches Archiv des OSV

  • Luebben Schlossinsel Sparkasse

    Die älteste Wurzel der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam liegt im Spreewald. In Lübben wurde bereits 1824 eine Flächensparkasse gegründet. (Ansichtskarte Verlag W. Charles in Lübben, versendet 1909; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Die Sparkasse des Teltower Kreises wurde 1905 zur größten in Brandenburg. Sie hatte damals ihren Hauptsitz in Berlin und zahlreiche Nebenstellen im MBS-Gebiet. (Abb. Sparbuch von 1907) : © Historisches Archiv des OSV

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam wird 25

Heute ist es soweit. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam hat Geburtstag. Wir gratulieren und wünschen alles Gute! Ein Vierteljahrhundert besteht sie nun schon, die flächenmäßig größte Sparkasse im OSV-Gebiet. Und dieses Jubiläum ist Anlass, einmal in die jüngere und ältere brandenburgische Sparkassengeschichte zurückzublicken.

Fünf Institute waren es, die sich am 1.7.1991 zur MBS zusammenschlossen: die Kreissparkassen Belzig, Nauen und Oranienburg, die Stadt- und Kreissparkasse Brandenburg sowie die Sparkasse Potsdam. 1993 kam noch die Kreissparkasse Gransee dazu und im Folgejahr die Kreissparkasse Rathenow. 2004 folgte die Kreissparkasse Teltow-Fläming mit Hauptsitz in Luckenwalde und schließlich 2005 die Sparkasse Dahme-Spreewald in Königs Wusterhausen. Und so reicht das Geschäftsgebiet vom Ruppiner Land bis in die Niederlausitz, vom Fläming bis an der Rand der Schorfheide.

Weit in die Geschichte reichen die Wurzeln der Flächensparkasse. So wurde in Lübben bereits 1824 die Ständische Hauptsparkasse der Niederlausitz eröffnet. Eine erste Stadtsparkasse entstand schon 1830 in Brandenburg an der Havel, eine zweite 1840 am heutigen MBS-Hauptsitz Potsdam. Die erste Kreissparkasse begann 1848 im Kreis Jüterbog-Luckenwalde ihr Geschäft. Sitz war Jüterbog. Zur größten brandenburgischen Sparkasse entwickelte sich im Wilhelminischen Kaiserreich die Sparkasse des Teltower Kreises.

Noch mehr Gründungsdaten können Sie der folgenden Aufstellung entnehmen. Sie zeigt, geordnet nach Gründungsjahr (Genehmigung bzw. Eröffnung), welche relevanten „Vorgängersparkassen“ vor 100 Jahren in Brandenburg existierten.

1824    Lübben, Ständische Hauptsparkasse der Niederlausitz
1830    Brandenburg a. H., Stadtsparkasse
1840    Potsdam, Stadtsparkasse
1848    Jüterbog, Kreissparkasse Jüterbog-Luckenwalde
1851    Treuenbrietzen, Stadtsparkasse
1852    Rathenow, Stadtsparkasse
1857    Rathenow, Kreissparkasse Westhavelland
1857    Nauen, Stadtsparkasse
1858    Belzig, Sparkasse des Kreises Zauch-Belzig
1877    Dahme, Stadtsparkasse
1878    Jüterbog, Stadtsparkasse
1880    Ketzin a. H., Stadtsparkasse
1883    Niemegk, Stadtsparkasse
1883    Plaue a. H., Stadtsparkasse
1883    Zehdenick, Stadtsparkasse
1884    Luckenwalde, Stadtsparkasse
1885    Belzig, Stadtsparkasse
1886    Werder a. H., Stadtsparkasse
1887    Velten, Gemeindesparkasse
1888    Kremmen, Stadtsparkasse
1889    Oranienburg, Stadtsparkasse
1901    Nauen, Kreissparkasse Osthavelland
1907    Luckau, Stadtsparkasse
1907    Luckau, Kreissparkasse
1909    Beelitz, Stadtsparkasse
1912    Gransee, Stadtsparkasse
1914    Hennigsdorf b. Berlin, Gemeindesparkasse

Übrigens: in Berlin hatten damals zwei Kreissparkassen ihren Sitz, die Nebenstellen im heutigen Geschäftsgebiet der MBS unterhielten:

1857    Berlin, Sparkasse des Kreises Niederbarnim
1858    Berlin, Sparkasse des Teltower Kreises

  • Ansichtskarte Städtische Sparkasse Plauen

    Die Städtische Sparkasse in Plauen existierte als Institut von 1839 bis 1943. (Ansichtskarte unbekannter Verlag, versendet 1915; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • werbung Sparbuch Plauen

    Werbeanzeige der Stadtsparkasse Plauen, die von 1945 bis 1951 bestand, und Sparbuch des Nachfolgeinstituts, der Stadt- und Kreissparkasse Plauen : © Historisches Archiv des OSV

Eine vogtländische Fusionsgeschichte

Seit 20 Jahren gibt es nun schon die Sparkasse Vogtland. Am 1. Juni 1996 erfolgte gemäß einem Kreisgebietsreformgesetz, durch welches der Vogtlandkreis und die kreisfreie Stadt Plauen gebildet wurden, auch der Zusammenschluss von fünf bislang eigenständigen vogtländischen Sparkassen zu einem Institut.

Auf dessen Vorgeschichte möchte ich heute eingehen. Denn 1996 gab es nicht die erste Fusion.  Doch der Reihe nach. Die Wurzeln der Sparkasse reichen im Vogtland weit in die Geschichte. Am heutigen Hauptsitz in Plauen wurde bereits 1839 eine Sparkasse eröffnet. Andere städtische Gründungen erfolgten zum Beispiel 1847 in Auerbach, 1850 in Reichenbach, 1859 in Oelsnitz und 1869 in Klingenthal.

Diese genannten Kassen existierten viele Jahrzehnte, bis 1943. Denn während des Zweiten Weltkriegs wurden in Sachsen die sehr zahlreich vorhandenen Sparkassen und Girokassen zusammengelegt. Demnach bestanden bis nach Kriegsende die Spar- und Girokassen Klingenthal, Oelsnitz und  Reichenbach. Auerbach und Plauen waren Sitz von Kreisspar- und Girokassen.

Auf Anordnung der sowjetischen Besatzungsmacht fand 1945 die Neugründung der Geldinstitute ohne Rechtsnachfolge statt. Die Kreissparkassen Auerbach, Oelsnitz, Plauen sowie die Stadtsparkassen Plauen und Reichenbach traten ins Leben. Klingenthal war nur noch Zweigstelle.

Bald ging die Fusionsgeschichte weiter. 1950 kam die Stadtsparkasse in Reichenbach zur Kreissparkasse Plauen. Im Folgejahr wurden die beiden Plauener Institute zur Stadt- und Kreissparkasse zusammengelegt. Und dann war 1952 eine große Verwaltungsreform in der DDR. In Klingenthal und Reichenbach gab es danach Kreissparkassen.

Erst 44 Jahre später erfolgte die nächste große Fusion, die aus den fünf besprochenen Vorgängerinstituten die Sparkasse Vogtland entstehen ließ. Zu ihrer Historie gehören natürlich noch mehr eigenständige Sparkassen in der Region, die im Laufe der Geschichte auf andere Institute übergingen.