• Sortierung der historischen Akten aus dem Depositum der Sparkasse Meißen nach ihrer Provenienz : © Historisches Archiv des OSV

  • Sortierung des Literaturbestandes nach selbstgewählten Rubriken im Magazin des Archivs : © Historisches Archiv des OSV

  • Aufbereitung der historischen Sparkassenschilder : © Historisches Archiv des OSV

Praktikum im Historischen Archiv des OSV

Im Zuge unseres Studiums der Informationswissenschaften in der Fachrichtung Archiv an der Fachhochschule Potsdam absolvierten wir unser 22-wöchiges Praktikum im Historischen Archiv des OSV. In dieser Zeit wurden wir mit verschiedensten Aufgaben an den Standorten Berlin und Potsdam betraut. Bereits  diese örtliche Trennung sorgte für Abwechslung. Gemeinsam arbeiteten wir über mehrere Wochen an der Erstellung einer Ablieferungsliste für die „44 Schatzkisten“ aus Meißen und betreuten mit der Archivarin des Historischen Archivs, Claudia Wöhnl, den Messestand beim Vertriebsring.

Christopher Wangenheim:
Zu meinen Aufgaben gehörte zunächst das Auspacken der „44 Schatzkisten“  in Potsdam und damit die Sortierung nach Art der Archivalien (Bücher, Objekte, Akten etc.) und bei den Akten speziell nach Provenienzen, also nach dem Ort, an dem die Akten angelegt und geführt wurden.

In Berlin war ich vornehmlich mit der Ordnung und Verzeichnung von Bildern in das Digital-Asset-Management-System Fotoware sowie der Digitalisierung ausgewählter Stücke beschäftigt. Dabei bildeten die Fotos zum Bau der Ostdeutschen Sparkassenakademie (OSA) am Luftschiffhafen in Potsdam meinen größten Bestand.

Das Highlight für mich, neben dem Eintauchen in die Sparkassengeschichte und dem Kennenlernen verschiedenster Programme und Abläufe im OSV-Archiv, war das Begleiten des Zugangs des Depositums aus Meißen vom Auspacken bis zur Erstellung der Abgabeliste, da dieser Workflow in der Theorie nicht vermittelt werden kann.

Caroline Ludwig:
Meine erste Aufgabe bestand in der Erfassung und Verzeichnung der Plakatsammlung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Des Weiteren habe ich Literatur aufgenommen, die uns der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Neubrandenburg, heute Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, für den historischen Buchbestand des OSV überließ. Anschließend übernahm ich die Digitalisierung und Einordnung von historischen Postkarten mit Sparkassen- und Werbemotiven mit anschließender Metadatenpflege im Digital-Asset-Management-System Fotoware. Dabei kam ich auf die Idee einen Blogbeitrag über Oberlungwitz zu verfassen.

Ein weiteres Aufgabengebiet umfasste die Verarbeitung von digitalisierten Fotos diverser Veranstaltungen des Verbandes. Die Erschließung von Akten aus der Gründungsphase der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und Unterlagen über die Kunstausstattung der OSA sowie am Spittelmarkt gehörte zu meinem abschließenden Auftrag.

Das Praktikum im Historischen Archiv des OSV hat uns einen wertvollen Einblick in die Archivarbeit ermöglicht, welche im theoretischen Studium natürlich nur in Grundzügen vermittelt werden kann.

von Caroline Ludwig und Christopher Wangenheim

  • Am Puls der Zeit: Die Themen der drei letzten von uns mitbetreuten Bachelorarbeiten waren Balanced Scorecard, Web 2.0 und Fotoarchivierung im digitalen Zeitalter; links im Bild die mit dem Hochschulpreis 2015 ausgezeichnete Abschlussarbeit von Christina Loose. : © Historisches Archiv des OSV

Wir gratulieren!

Ja, wir sind ein kleines bisschen stolz auf unsere Archivarbeit. Das kann man wohl sagen. Und natürlich sind wir besonders stolz auf junge Menschen, die wir auf ihrem Weg in die berufliche Zukunft ein kurzes Stück begleiten konnten.

In der Tat ist es eine spannende Angelegenheit, auch Ausbildungsarchiv zu sein. Es geht darum, Studierende mit der Archivpraxis vertraut zu machen, sie zu fordern und gleichzeitig zu fördern. In diesem Zusammenhang bieten wir seit vielen Jahren ein breites Spektrum an Aufgaben zur Vertiefung und Aneignung praxisrelevanter Fähigkeiten. Ziel ist, angehende Archivare auf ihren vielseitigen Beruf vorzubereiten. Ziel ist aber auch, Potentiale zu erkennen und Praktikanten zu ermutigen, diese weiter auszubauen. Das passiert oft in kleinen Schritten, ja, und manchmal gelingt eben auch ein preisverdächtiger „größerer Wurf“.

Jüngst geschehen bei unserer ehemaligen Praktikantin Christina Loose. Sie erhielt den Hochschulpreis 2015 im BA-Studiengang Archiv der FH Potsdam für ihre Arbeit „Entwicklung einer Balanced Scorecard für ein Wirtschaftsarchiv – Dargestellt am Beispiel des Historischen Archivs des Ostdeutschen Sparkassenverbandes“. Gern haben wir nicht nur die praktische Ausbildung im Archivbereich, sondern auch die Mitbetreuung der Abschlussarbeit übernommen. Christina Loose ist damit die zweite preisgekrönte Archivstudentin, die ein Praktikum bei uns absolvierte.

Das Ergebnis ihrer Bachelorarbeit kann sich sehen lassen. Die FH Potsdam stellt fest, „dass hier ein handhabbares Instrument entwickelt wurde, das als beispielhaft für Wirtschaftsarchive der Bankensparte und als übersetzungsfähig für weitere Wirtschaftsarchive und auch übertragbar auf andere Archivsparten gelten darf.“

Dem ist nur noch hinzuzufügen:
Wir gratulieren von Herzen und sagen: Weiter so!

  • © Historisches Archiv des OSV

Augenblicke festgehalten auf lichtempfindlichem Material

Der Begriff „Archiv“ erzeugt in vielen Köpfen die Vorstellung von dunklen Räumen, die als Lagerplätze für „verstaubte Akten“ fungieren. Dabei führen die Archivalien den interessierten Suchenden als stille Zeitzeugen in die Vergangenheit zurück. Neben Akten und weiterem Schriftgut schlummern aber noch ganz andere Arten von Archivalien in den Regalen und Schränken eines Archivs. Beispielsweise Filme, Objekte oder Plakate. Als Träger von Informationen geben sie auf ihre Weise Auskunft über vergangene Sachverhalte, Ereignisse und mehr.

Ich studiere Informationswissenschaften mit dem Schwerpunkt Archiv im fünften Semester an der Fachhochschule Potsdam. Zurzeit führe ich mein Praxissemester im Historischen Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes durch. Eine meiner Hauptaufgaben während des Praktikums besteht in der Erschließung und Verzeichnung der analogen Fotobestände. Die Bilder, die ich bearbeite, reichen zurück bis zur Verbandsgründung am 20.03.1990. Diese einmaligen Quellen dokumentieren mit ihrer Bildsprache die Verbandsgeschichte, wie zum Beispiel die erste Pressekonferenz. Auch die Bauphasen der Ostdeutschen Sparkassenakademie am Luftschiffhafen in Potsdam sind detailliert überliefert.

Zur sicheren Aufbewahrung der Fotos und damit sie einfach recherchierbar sind, halte ich mich dabei an archivfachliche Vorgaben. Nach dem Provenienzprinzip bleibt die ursprüngliche Ordnung des Bestandsbildners der Archivalien erhalten. In meinem Fall stammen sie von der ehemaligen Abteilung Kommunikation. Da die Aufnahmen größtenteils Veranstaltungen dokumentieren, kamen die Bestände idealerweise nach diesen sortiert ins Archiv.

In der Regel handelt es sich beim Trägermaterial analoger Fotos um Azetat- oder Polyesterfilm auf DOP-Gelatinesilberpapier, Barytpapier oder PE-Papier. Die Fotos bestehen aus mehreren Schichten, die sich bei Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen verändern.* Aus Bestandserhaltungsgründen lagert die Fotosammlung daher staubgeschützt in Fototaschen aus HKD-Hartfolie in einem Stahlschrank mit Hängeregistratur. Mit Signatur, Inventarnummer und Kürzel versehen, trennen nummerierte Mappen aus Pappe die einzelnen Bestände voneinander. Inzwischen habe ich 119 Bestände mit insgesamt 2729 Fotos bearbeitet.

Für jeden erschlossenen Bestand wähle ich repräsentative Fotos aus, um sie zu digitalisieren. Diese stehen für interne Recherchen zur Verfügung. Als Bilderverwaltungssoftware wird FotoWare genutzt. Dort werden die Bilder direkt mit den zugehörigen Metadaten verknüpft. Sie enthalten u. a. folgende Informationen: Fotograf, Ort, Datum, Bildrechte und Schlagwörter. Außerdem vermerke ich die abgebildeten Personen.

Dank dieser spannenden Aufgabe werde ich auf meinen späteren Berufsalltag vorbereitet und lerne den Ostdeutschen Sparkassenverband kennen.

(Autorin: Daniela Schaffert, derzeit Praktikantin im Historischen Archiv des OSV)

* Nienhaus, Ursula: Fotoarchivierung. In: Praktische Handreichung für Bewegungsarchive. 2004.