• In der großen Ratsstube des Rathauses wurde die Rochlitzer Stadtsparkasse am 11. Januar 1843 eröffnet. An diesem Mittwoch war von 15:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. (Abb. Ausschnitt Ansichtskarte unbekannter Verlag, versendet 1900; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Die heutige Filiale der Sparkasse Mittelsachsen befindet sich im früheren Gebäude der Stadtsparkasse Rochlitz. (Abb. Ausschnitt Ansichtskarte Verlag Kunstanstalt Franz Landgraf in Zwickau, 1930er-Jahre; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

175 Jahre Sparkasse in Rochlitz

Ein und ein dreiviertel Jahrhundert sind vergangen, seitdem in Rochlitz eine Sparkasse eröffnet wurde. Es handelt sich hierbei um die dritte Sparkassengründung im Geschäftsgebiet der heutigen Sparkasse Mittelsachsen. Bereits 1823 hatte Freiberg und 1840 der Amtsbezirk Augustusburg eine Sparkasse. Beim letztgenannten Institut bestanden Filialen unter anderem* in den Städten Schellenberg (1899 umbenannt in Augustusburg) und Oederan.

Schon seit 1838 beschäftigte sich der Rochlitzer Stadtrat mit der Einrichtung einer kommunalen Sparkasse. Man ließ sich Satzungen verschiedener bereits bestehender Institute zur Prüfung zusenden, zum Beispiel aus Adorf im Vogtland. Dieses Vorgehen war damals üblich. Eine Mustersatzung für Sparkassen gab es in Sachsen noch nicht. Die Rochlitzer Statuten nahmen sich später andere Kommunen zum Vorbild, etwa Döbeln.

Im März 1842 hatte die Stadtverwaltung von Rochlitz das Dokument schließlich ausgearbeitet und schickte es an die zuständige Aufsichtsbehörde. Diese äußerte noch ein paar Änderungswünsche. Im November lag die Endfassung vor. Der Landesherr Friedrich August II. genehmigte nun die Satzung der Stadtsparkasse. Anfang 1843 war deren Verwaltungsorgan besetzt. Jetzt konnte die Sparkasse eröffnet werden. Am 11. Januar 1843 nahm sie ihre Geschäftstätigkeit auf. Als Geschäftsraum diente die große Ratsstube, anfangs immer am Mittwoch und Sonnabend von 15:00 bis 17:00 Uhr.

Das noch heute im Historischen Archiv der Sparkasse Mittelsachsen erhaltene Kassenbuch belegt Einzahlungen von drei Talern am Eröffnungstag. Wer einen Sparbetrag von mindestens 10 Neugroschen vorbeibrachte, erhielt ein Sparbuch. In diesem waren die wichtigsten Punkte der Satzung abgedruckt. Es war mit dem Ratssiegel versehen und vom Sparkassendirektor Hermann Winkler signiert. Bei der Ausstellung des Buchs unterzeichneten der Kassierer und ein Verwaltungsratsmitglied. Der Kunde selbst trug Name, Stand und seinen Wohnort ein.

Sparbücher waren damals das einzige Produkt des kommunalen Geldinstituts im Einlagengeschäft. Heute gibt es natürlich vielfältigere Möglichkeiten zur Geldanlage für die Kundinnen und Kunden. Auch die Öffnungszeiten haben sich im Laufe der Zeit verändert. Die Geschäftsstelle befindet sich zudem nicht mehr in einem Zimmer im Rathaus, sondern in der Bismarkstraße 14. Auch dieses Gebäude ist übrigens historisch.

Hier wird am 11. Januar 2018 zurückgeblickt auf die Wurzeln der Sparkasse und mit Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartnern das 175. Jubiläum gefeiert. Denn die Sparkasse Mittelsachsen ist sich ihrer Geschichte bewusst und pflegt ihre Tradition. Als kommunales Geldinstitut ist sie seit Generationen für die Menschen in der Region da. Davon zeugen auch die historischen Dokumente, die die Sparkasse aufbewahrt. Auch in ihrem Blog weist die Sparkasse immer auf ihre Filialjubiläen hin.

* Ein Standort war 1840 auch Zschopau, die erste Gründung im Gebiet der Erzgebirgssparkasse.