• Kundschaft steht vor dem Ratskeller in Pulsnitz. Gleich nebenan befindet sich die Sparkasse der Stadt, die 1847 eröffnete. (Abb. Ausschnitt Ansichtskarte Verlag Max Hoffmann in Pulsnitz, versendet 1916; Bestand Historisches Archiv des OSV)

Zum Feiertag

Heute ist gesetzlicher Feiertag. Gläubige Christen gedenken immer 40 Tage nach Ostern der Rückkehr von Jesus als Sohn Gottes in den Himmel. Dieser Tag des uralten Osterfestkreises ist deshalb jedes Jahr ein Donnerstag. Auf das kirchliche Hochfest fällt zugleich der volkstümliche Vatertag, der auch als Herren- beziehungsweise Männertag bekannt ist.

Er ist wohl um 1900 in Berlin entstanden. Männer fanden sich zusammen, um eine Partie ins Grüne zu machen. Wandern kam damals in Mode. Traditionell sind Gaststätten ein Ziel der Ausflügler. Gesellige Runden kehrten sicherlich auch in so manchem Ratskeller ein. Ob wohl auch Sparkassenbeamte zu den Gästen gehörten?

Die benannten Lokalitäten befanden sich in den Rathausgebäuden, in denen früher viele kommunale Einrichtungen und eben auch Stadtsparkassen untergebracht waren. Auch heute noch gibt es solche Restaurants. Die Hauptgeschäftsstellen der Sparkassen sind jedoch im Laufe der Jahre aus den Rathäusern „herausgewachsen“ und meist zu Filialen geworden, wie etwa die dargestellte Sparkassenstelle in Pulsnitz.

Sie befand sich bis Anfang der 1970er-Jahre im Rathaus. Nach mehreren Adresswechseln bezog die damalige Filiale der Sparkasse Westlausitz schließlich vor 20 Jahren einen Neubau Am Markt 13. Der Geschäftsbetrieb begann hier am 15. Mai 1997. Heute ist die Ostsächsische Sparkasse Dresden in der Kleinstadt vor Ort, nur wenige Meter vom Ratskeller entfernt. Hier kann man(n) sich für den Feiertag mit Bargeld versorgen.

  • Der langjährige Colditzer Bürgermeister Johannes Müller wurde vor 110 Jahren zum Vorstandsvorsitzenden des Sächsischen Sparkassenverbandes gewählt. (Abb. in: Hundert Jahre Sparkasse in Colditz, hrsg. vom Verwaltungsrat der Sparkasse zu Colditz, 1940, S. 9; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Vor 110 Jahren – Gründung des Sächsischen Sparkassenverbandes

Erste Sparkassenverbände gab es im Geschäftsgebiet des Ostdeutschen Sparkassenverbandes bereits vor über 130 Jahren. So entstand als erster am 3. Oktober 1883 in Dresden der Sächsische Sparkassenverband, der jedoch im Laufe der Jahre inaktiv wurde. Der Grund für den Zusammenschluss war die befürchtete Einführung konkurrierender Postsparkassen, die aber dann doch nicht zur Realisierung kamen.

Auch Anfang des 20. Jahrhunderts war es der Druck von außen, der die kommunalen Sparkassen zur Gründung eines Verbandes als gemeinsame Interessenvertretung bewegte. Im Frühjahr 1906 legte die sächsische Regierung dem Landtag eine Denkschrift vor. Man wollte den Sparkassen Anlagequoten vorschreiben und sie zum verstärkten Erwerb staatlicher Schuldverschreibungen zwingen.

Gegen den Eingriff in das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden formierte sich der Widerstand von Bürgermeistern. Sie sahen eine Einmischung in die Geschäftspolitik ihrer Sparkassen, die damals vor allem Hypothekenkredite vergaben. Eine Eingabe blieb unbeantwortet. Das Ministerium des Innern erließ am 2. August 1906 eine Anlageverordnung. Gemeinde- und Sparkassenvertreter protestierten. Das Ministerium ignorierte.

Insbesondere der Bürgermeister von Nossen, Dr. Johann Christian Eberle, wollte sich das nicht gefallen lassen. Der Plan, eine Interessenvertretung zu schaffen, nahm Gestalt an. Zu den führenden Köpfen gehörte auch der Bürgermeister von Colditz, Johannes Müller. Er war bereits an der Gründung des ersten Sparkassenverbandes beteiligt gewesen. Vornehmlich aus wirtschaftlichen Interessen wurde schließlich am 6. Mai 1907 in Dresden der Sächsische Sparkassenverband gegründet. Die Gründungsversammlung fand im „Vereinshaus“ in der Zinzendorfstraße statt.

Durch Zuruf wählten die Anwesenden Müller zum Vorsitzenden, Bürgermeister Bernhard Blüher aus Freiberg zu seinem Stellvertreter sowie Dr. Eberle und Bürgermeister Dr. Paul Johannes Michael aus Pulsnitz zu Schriftführern. Die Hauptversammlung beschloss die Verbandssatzung. Anschließend wählte man durch Zuruf für jede Kreishauptmannschaft des Königreichs einen Bürgermeister in den Vorstand: Dr. Eberle, Müller, Dr. Michael, Ludwig Emil Hesse aus Eibenstock sowie Dr. Julius Wirthgen aus Meerane. Diese fünf Männer wählten auf der ersten Vorstandssitzung als Vertreter der kleinen Sparkassen Bürgermeister Oswald Goldammer aus Geringswalde und Gemeindevorstand Max Klinger aus Siegmar zu.

Auf seinen Wunsch hin wurde Johannes Müller provisorisch zum Vorsitzenden gewählt. Nach seinem plötzlichen Tod übernahm Eberle Anfang 1908 das Amt. Schließlich konnte im Herbst dieses Jahres als Ergebnis langwieriger Verhandlungen im Verband, mit dem Landtag und dem Ministerium eine Einigung erzielt werden. Die strengen Vorschriften zum Anlagengeschäft wurden außer Kraft gesetzt. Die Mitglieder des Sächsischen Sparkassenverbandes sollten freiwillig und in moderater Weise ihren Wertpapierbestand vermehren.

  • Am Annaberger Markt befand sich 1857, links im Rathaus, der Sitz der Stadtsparkasse. Rechts neben der St. Annen-Kirche hat heute die Erzgebirgssparkasse ihren Hauptsitz. (Abb. Ausschnitt Ansichtskarte Lith. Anstalt Gebrüder Pilz in Schlettau, versendet 1901; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Siegelmarken des Stadtrates und der Stadtsparkasse mit dem Wappen von Annaberg, um 1900 : © Historisches Archiv des OSV

Vor 160 Jahren – Gründung der Annaberger Stadtsparkasse

In Annaberg-Buchholz finden Sie den Hauptsitz der Erzgebirgssparkasse. Kommunale Sparkassen gibt es in der Region schon seit 1840. Vor 160 Jahren wurde auch in Annaberg eine Sparkasse gegründet. Es handelte sich um ein Institut in Trägerschaft der Stadt. Es ist wichtig, dies zu erwähnen, denn eine private Sparkasse von Kaufleuten wirkte hier bereits seit 1821. Beide Einrichtungen existierten 42 Jahren nebeneinander. Dann stellte das Privatinstitut den Betrieb ein.

Am 1. Mai 1857 eröffnete die Stadtsparkasse. Ihr Geschäftsgebiet beschränkte sich auf Annaberg und die Umgebung der Stadt. Sie stand unter der Garantie der Stadtgemeinde, unter Aufsicht des Stadtrats und wurde von einer „Deputation“ aus zwei Stadträten, zwei Stadtverordneten und zwei Bürgern verwaltet. Einen Kassierer stellte der Stadtrat auf Vorschlag des damaligen Verwaltungsrats hin an. Er hatte jährlich Rechnung abzulegen. So betrugen die Einlagen der Kunden Ende 1857 nachweislich 7.106 Taler, 15 Neugroschen und 3 Pfennige. Es bestanden 211 Sparbücher.

Das Anlegen der Gelder durch die Sparkasse war damals ausschließlich gegen „pupillarische Sicherheit“ unter „Cognition“ des Stadtrats erlaubt. Mündelsicher und mit Kenntnis des Rats musste das Spargeld also untergebracht werden. Am Anfang gab es Kredit tatsächlich nur gegen hypothekarische Sicherheit sowie gegen Pfand oder Bürgschaft. Vor allem aber wurde vor 160 Jahren in Staats- und andere Wertpapiere investiert. Da die Sparkasse erfolgreich arbeitete, konnte sie einen Reservefonds aufbauen und „Überschüsse“ an die Trägergemeinde abgeben.

  • Seit über 150 Jahren steht in Hainichen ein Denkmal, das an den Schriftsteller Christian Fürchtegott Gellert erinnert. (Abb. Ausschnitt Ansichtskarte Verlag Emil Neubert in Chemnitz, versendet 1929; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

„Wer in der Jugend spart, der darbt im Alter nicht.“

Dieser Sinnspruch findet sich in einem Gedicht des Sachsen Christian Fürchtegott Gellert, das im 18. Jahrhundert entstanden ist. Der Erzähler in „Der arme Greis“ nimmt sich vor, ein Rhinozeros anzusehen. Dabei handelt es sich um das berühmte zahme Nashorn Clara, das während der Ostermesse 1747, also vor 270 Jahren, in Leipzig zur Schau gestellt wurde. Auf dem Weg zum Spektakel begegnet ihm ein bedürftiger alter Mann, dem er aus Mitleid sein Eintrittsgeld gibt. Ein Reicher hingegen hat nichts übrig, kritisiert stattdessen den Lebenswandel des Notleidenden. Der Grund für die Aufregung des Wohlhabenden: der Arme will sich mit dem Almosen Alkohol kaufen. Wie die moralisierende Geschichte endet, können Sie hier selbst lesen. Wie würden Sie handeln?

  • Zum Teil wurde Damast in Großschönau noch lange Zeit mit Handwebstühlen gewebt, so wie hier in der Fabrik von Richter & Goldberg 1931. : © Deutsches Damast- und Frottiermuseum Großschönau

Von der Sparfähigkeit einer Weberfamilie

„Eine beachtliche Beteiligung der Handweber an sonstigen Wohlfahrtseinrichtungen war nicht nachzuweisen; in Reichenau, Seifhennersdorf, Ostritz, Oderwitz, Grossschönau  befinden sich communale Sparkassen, doch war nur in Grossschönau, wo die Löhne besser sind, eine größere Zahl Spareinleger Handweber, während an den anderen Orten die Weber zwar als sparsam bezeichnet werden, aber Nichts zu sparen haben.“*

Diese Zeilen schrieb 1885 der noch heute in der Region bekannte Zittauer Amtshauptmann Richard von Schlieben. Er hatte eine Untersuchung veranlasst, um die Lebensverhältnisse und die wirtschaftliche Lage der Handweber seines Verwaltungsbezirks genau kennen zu lernen und ihr ärmliches Leben verbessern zu können. Von Schlieben wollte herausfinden, ob sie sich die Bismarck’sche Krankenversicherung leisten konnten.

Die Handweber arbeiteten am Webstuhl in ihrem Zuhause. Frau und Kinder halfen bei der Fertigung mit. Hergestellt wurde zum Beispiel Damast. Dafür war Großschönau berühmt. Auch die im folgenden Fragebogen dargestellte Familie verdiente damit Geld. Wie ihre Lebenswirklichkeit aussah und ob sie tatsächlich etwas zum Sparen übrig hatte, können Sie anhand der überlieferten Aussagen selbst feststellen. Die damalige Schreibweise wurde beibehalten.

Fragebogen zur Ermittelung der Lebenshaltung einer Weberfamilie in Grossschönau

Alter des Mannes? 61 Jahre; Alter der Frau? 41 Jahre; Zahl der Kinder? 4; im Alter von 12, 10, 7, 2 Jahren
Aus welchen Räumen besteht die Wohnung? 1 Stube, 1 Kammer, 1 Bodenraum, 1 Kellergelass
Welche Nahrungsmittel sind die hauptsächlichsten? Brod oder Kartoffeln oder Gemüse und Mehl? Brod, Kartoffeln, Mehl
Wie oft in der Woche besteht die Tagesmahlzeit aus Fleischspeisen? Welches Fleisch (Rind- oder Schweinefleisch) hat den Vorzug? Nur sonntags ½ Kilo Rindfleisch

Die Ausgaben für den Lebensunterhalt betragen pro Woche?
Brod 21 Kg (7 Stck.) = 4 Mark
Weizenmehl 1 Kg = 40 Pfennige
Roggenmehl 1/2 Kg = 14 Pfennige
Kartoffeln (theils erbaut, theils gekauft) 12 1/2 Liter = 67 Pfennige (10 Ctr. um 35 Mark gekauft)
Gemüse (Erbsen, Linsen, Bohnen, Reis etc.) —
Kaffee (Nur sogenannten Gesundheitskaffee) = 4 Pfennige
Cichorien —
Zucker —
Semmel —
Milch, 3 Ziegen werden gehalten — (Es wurden Käse verkauft u. 35 Mark eingelöst.)
Eier 3 Stck. = 15 Pfennige
Butter 1/2 Kg = 1 Mark 10 Pfennige
Fett —
Quark 1/4 Kg = 10 Pfennige
Speck 1/2 Kg = 65 Pfennige
Fleisch 1/2 Kg = 56 Pfennige
Fische (Heringe) 2 Stck. = 20 Pfennige
Salz 1 Kg = 18 Pfennige
Pfeffer und anderes Gewürz = 2 Pfennige
Seife 1/8 Kg = 11 Pfennige
Stärke 1/4 Kg = 10 Pfennige
Soda = 3 Pfennige
Petroleum 1 1/2 Kg = 33 Pfennige (durchschnittlich)
Rüböl = 2 Pfennige
Talglichte —
Summa  8 Mark 80 Pfennige
mal 52 Wochen = 457 Mark 60 Pfennige

Hierzu:
Wohnungsmiete pro Jahr? Das Haus ist Eigenthum, Schuldzinsen zu zahlen = 75 Mark
Kleidung pro Jahr (Schumacher und Schneider, Wäscheartikel, Zwirn, Band etc.) = 50 Mark
Kohlen und Holz pro Jahr? 70 Ctr. Kohlen und 3 Meter Holz = 50 Mark
Kochgeschirr und Küchengeräth etc. pro Jahr = 6 Mark
Schulgeld pro Jahr und Schulbedürfnisse = 21 Mark 60 Pfennige
Staatssteuern pro Jahr = 1 Mark
Gemeindesteuern pro Jahr = 2 Mark 25 Pfennige
Beiträge für Lebensversicherung, Krankenversicherung, Vereine (Militär-, Turnverein) —
Ausgaben für Vergnügungen, Bier ausser dem Hause, Tabak etc. = 15 Mark
Kleie als Ziegenfutter um 45 Mark und Reparatur des Hausdaches 45 Mark, Schlichte, 2 Bürsten 11 Mark = 101 Mark
Gesammtausgabe: 779 Mark 45 Pfennige

Wie viel verdiente durch Handweberei der Mann? 337 Mark 76 Pfennige
Die Frau und 2 Kinder beschäftigten sich mit Mustereinbinden und spulen.
Wie viel verdiente die Familie durch den Betrieb eines noch anderen Gewerbes? 415 Mark im Jahre 1884 durch Mustereinbinden laut Lohnbuch; 35 Mark Erlös aus Ziegenkäsen
Wie gross ist das von der Familie bebaute Feldgrundstück? 27,7 Ar Feld, 14 Ar Wiese
Welche Fruchtgattungen werden darauf gebaut? 1884 wurden 5 Ctr. Kartoffeln gebaut (etwas Missernte), Gras zur Fütterung der Ziegen
Wie heissen die Factore bezw. Fabrikanten, für welche die Familie arbeitete? W. & S. in Grossschönau
Welche Waaren wurden gewebt? 3 ½ Elle breiter Damast
Wie ist die Arbeitszeit? Anfang früh 6 Uhr, im Winter 8 Uhr; Ende abends 7 Uhr, im Winter 10 Uhr
Wie lange dauert die Mittagspause? 1 Stunde
Welche Baarauslagen entstehen bei der Weberei (für Schlichte, Bürsten etc.)? Jahresbetrag: 11 Mark; wöchentlich ½ Pfund Mehl [für Schlichte, d.A.], 2 Paar Bürsten

* Richard von Schlieben: Untersuchungen über das Einkommen und die Lebenshaltung der Handweber im Bezirke der Amtshauptmannschaft Zittau, in: Zeitschrift des Statistischen Bureaus des
Königlich Sächsischen Ministeriums des Inneren, 1885, S. 165

  • Großrückerswalde: Klöppelschule, Verbandssparkasse und Gemeindeamt (Ausschnitt Ansichtskarte Verlag R. Schaarschmidt in Leipzig, ca. 1920; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Klöppeln und Sparen

Im Wilhelminischen Kaiserreich gab es vielerlei Initiativen, der Jugend das Vorsorgen näherzubringen und sie zum Sparen zu erziehen. Der wohl bekannteste Befürworter des Schulsparens war der Pfarrer und Schulinspektor Ernst Senckel. In einer Denkschrift berichtete er 1882 unter anderem von den Erfolgen der Spareinrichtungen an Spitzenklöppelschulen im Königreich Sachsen. In diesen durch den sächsischen Staat unterstützten Einrichtungen konnten in erster Linie benachteiligte Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis vierzehn Jahren ihre handwerklichen Fertigkeiten üben. Sie gingen natürlich auch in die Ortsschule.

„In erzieherischer Hinsicht sollen die Spitzenklöppelschulen der häuslichen Erziehung unter die Arme greifen, die Schüler an Aufmerksamkeit, Fleiß, an Folgsamkeit und Pünktlichkeit, an Ordnung und Reinlichkeit gewöhnen, sie zur Verträglichkeit und Dienstfertigkeit gegen einander und zu einem anständigen und gesitteten Betragen anhalten.“ Regulativ für die aus Staatskosten unterstützten Spitzenklöppelschulen, Zwickau, 1874, § 3

Im eigenen Interesse sollte die Schuljugend das Sparen lernen. So wurden mindestens zehn Prozent vom Verdienst, den der Verleger zahlte, abgezogen und bei der örtlichen Sparkasse zurückgelegt. Jedes Kind erhielt ein Sparbuch. Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse im Erzgebirge hatte Senckel kein Problem damit, dass Kinder arbeiteten. Er sah den Vorzug dieser speziellen Schulsparkassen darin, dass die Einlagen aus selbst erarbeiteten Einnahmen stammten. Die Kinder würden so daran gewöhnt, den Ertrag ihrer Arbeit nicht gleich zu verbrauchen, sondern zum Teil für zukünftige Bedürfnisse anzulegen.

In der Realität wurde freiwillig mehr als der festgelegte Prozentsatz gespart. An der großen Spitzenklöppelschule in Neustädtel hatten beispielsweise 1881 die 137 Schülerinnen und Schüler  1.539,99 Mark Verdienst, wovon 943,51 Mark gespart wurden. In Rittersgrün bestanden sogar drei Schulen mit insgesamt 156 Kindern. Von 3.921,80 Mark landeten 507,86 Mark auf den Sparkassenbüchern. In Schneeberg waren 95 Sparende in der Klöppelschule. Von 1.633,68 Mark wurden 537,81 Mark zurückgelegt.