• Im Gespräch über mögliche Ausleihobjekte: Robert Muschalla, Kurator der Sparausstellung im DHM, und Horst Möckel, Mitarbeiter des historischen Archivs der Erzgebirgssparkasse. : © Historisches Archiv des OSV

  • Ein "Museum zum Anfassen" beherbergt die Erzgebirgssparkasse in Schwarzenberg. : © Historisches Archiv des OSV

Erzgebirgssparkasse größter Leihgeber für Berliner-Ausstellung im DHM

In Vorbereitung des 200-jährigen Jubiläums der Berliner Sparkasse waren bereits im Dezember 2016 Vertreter der Berliner Sparkasse und des Deutschen Historischen Museums (DHM) Berlin im historischen Archiv der Erzgebirgssparkasse zu Gast.

Das DHM plante in Zusammenarbeit mit der Berliner Sparkasse eine Ausstellung zum Thema „Sparen“. Der Archivar der Berliner Sparkasse, Klaus-Dieter Marten, und Kurator, Robert Muschalla vom DHM Berlin, waren auf der Suche nach historischen Ausstellungsstücken und auf Empfehlung und in Begleitung des Leiters des Sparkassenhistorischen Dokumentationszentrums des DSGV, Dr. Thorsten Wehber, sowie der Referentin des OSV-Archivs, Britta Weschke, schließlich bei uns in Schwarzenberg gelandet.

Insbesondere durch den Zweiten Weltkrieg und die deutsche Teilung sind viele historische Dokumente und Exponate der Berliner Sparkasse entweder zerstört oder verloren gegangen.

Horst Möckel, Archivar und freier Mitarbeiter des historischen Archivs, und Jens Uhle vom Vorstandsstab der Erzgebirgssparkasse tauchten tief in die Spar-Geschichte ein und stellten für das Jubiläumsprojekt der Berliner eine Vorauswahl zusammen.

Im Oktober 2017 reisten dann die Projektassistentin, Dr. Lydia Rosía Dorn, und der Ausstellungsleiter, Robert Muschalla, vom DHM in Schwarzenberg an, um gemeinsam mit Horst Möckel und Jens Uhle die Fundstücke zu begutachten. Das historische Archiv der Erzgebirgssparkasse umfasst einen geschätzten Bestand von über 1200 lfd. Aktenmetern – wovon mittlerweile 770 lfd. Aktenmeter erfasst sind. Natürlich wurden auch Objekte für das Ausstellungsprojekt gefunden, erfasst und schließlich als Leihgabe für das DHM Berlin bereitgestellt.

Mit Abschluss der Vorbereitungen wurde uns vom DHM attestiert, dass die Erzgebirgssparkasse größter Leihgeber dieser Ausstellung ist. Darauf sind wir natürlich stolz und freuen uns sehr den „Berlinern“ geholfen zu haben.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Sparneigung der Deutschen. Warum stellt die Mehrheit der Menschen das Sparen auch in Zeiten historisch niedriger Zinsen nicht in Frage? Dem will die Ausstellung „Sparen – Geschichte einer deutschen Tugend“ auf den Grund gehen, welche vom 23. März bis 26. August 2018 in den Sonderausstellungshallen des Deutschen Historischen Museums in Berlin zu sehen ist.

Wir gratulieren der Berliner Sparkasse zum 200. Geburtstag und wünschen viel Erfolg für alle geplanten Events und Aktivitäten zum Jubiläum sowie der Ausstellung im DHM einen guten Verlauf und viele interessierte Besucher.

Jens Uhle
Kommunikation
Bereich Vorstandsstab
Erzgebirgssparkasse

 

  • Plakat Urlaubsfreuden DDR 1953

    Das Plakat wurde vom Grafiker Siegfried Riediger im Jahr 1953 für die Sparkassen der DDR gestaltet.

Sommer, Sonne, Urlaubsfreuden

Heute, am längsten Tag des Jahres und dem kalendarischen Sommeranfang, träumen sicher viele bereits vom bevorstehenden Urlaub. Seien es freie Tage im heimischen Garten oder die lang schon geplante Fernreise um den halben Globus. Laut einer Analyse der BAT Stiftung für Zukunftsfragen gaben die Deutschen im letzten Jahr durchschnittlich 1.166 Euro pro Person für ihren Urlaub aus – mehr als jemals zuvor.

Auch wenn es den Menschen hierzulande heute wirtschaftlich überwiegend gut geht, müssen sicherlich die meisten Urlaubsreisen angespart werden. Damals, Anfang der 1950er-Jahre, als dieses Plakat in der DDR entstand, konnte man bei seiner Sparkasse einen sogenannten Zwecksparvertrag abschließen. Darin wurden das Ziel des Kunden, der gewünschte monatliche Betrag und die Laufzeit des Vertrages festgelegt. Das Ganze wurde dann mit traumhaften 4-5 Prozent verzinst.

Das Zwecksparen wurde zu dieser Zeit in der DDR sehr propagiert und gefördert, um die Spareinlagen auf den Konten zu erhöhen und somit flüssige Mittel längerfristig zu binden. Zur gleichen Zeit wurden u. a. das Möbelsparen, Heiratssparen und das Sparen fürs Studium eingeführt, um nur einige Zwecksparformen zu nennen.

In unserer reichhaltigen Plakat- und Werbemittelsammlung finden sich viele schön gestaltete Beispiele für alle diese Sparmöglichkeiten. Darüber wird zu gegebener Zeit noch berichtet werden.

Doch nun wünscht die Schreiberin erst einmal einen sorgenfreien Sommer mit einem ausreichend gefüllten „Sparstrumpf“ für alle Urlaubstage!

  • © Deutsches Historisches Museum Berlin

  • © Deutsches Historisches Museum Berlin

„Sparen ist nicht sexy“

So zumindest lautete die These des amerikanischen Historikers der Princeton University, Sheldon Garon, auf der Tagung „Sparen in der Krise?“. Am 6. und 7. April trafen sich internationale Wissenschaftler in Berlin, um 200 Jahre Kultur- und Wirtschaftsgeschichte des Sparens zu diskutieren. Eingeladen hatten das Deutsche Historische Museum (DHM) und die Berliner Sparkasse in das Max Liebermann Haus direkt am Brandenburger Tor. Beste Voraussetzungen also, um dem Phänomen des Sparens näher zu kommen: tolle Gastgeber, hochkarätige Redner und ein Veranstaltungsort, der keine Wünsche offen ließ.

Anlässlich des 200. Geburtstages der Berliner Sparkasse 2018 wird zur Zeit eine Sonderausstellung des DHM zu den verschiedensten Aspekten des Sparens vorbereitet. Dabei ist eine Institution, die das Sparen bereits im Namen trägt, wesentlicher Bestandteil bzw. sogar Ursprung einer weitverbreiteten und erfolgreichen Spartradition in Deutschland. Dies wurde auch auf der Tagung deutlich. Die Sparkassen – gegründet vor mehr als 200 Jahren – sei es aus philanthropischen und/oder wirtschaftlichen Überlegungen heraus, formten den sogenannten „kleinen Mann“ zum Sparer.

In internationalen Vergleichen wurde festgestellt, dass Länder mit entsprechenden Spareinrichtungen und entsprechender Propaganda stets eine hohe Sparquote verzeichnen konnten. Daran hat sich bis heute nichts geändert. In den USA hingegegen, wo Schulden machen so alltäglich wie Zähneputzen ist, ist das Sparen unpopulär. Erst mit der globalen Finanzkrise von 2008 wurde auch dort registriert, dass ohne Notgroschen das Armutsrisiko rasch steigt.

Sparen mag zwar nicht „sexy“ sein, jedoch sind die Alternativen, um z. B. ein Vermögen aufzubauen, eher überschaubar – wenn man mal vom Lottogewinn oder Bankraub absieht.

  • Weltspartagsplakat um 1928

    Dieses Plakat von 1928 aus dem Bestand des Historischen Archivs des OSV stammt aus einer Zeit, in der der Weltspartag noch in den Kinderschuhen steckte.

Wer spart gewinnt – Gedanken zum Weltspartag

Genau heute vor einem Jahr startete unser Sparkassengeschichtsblog – am Weltspartag. Traditionell ein wichtiger Tag für unsere Institute, die das Sparen sogar im Namen tragen.

Als vor mehr als 90 Jahren der Weltspartag ins Leben gerufen wurde, hatte man gerade die große Inflation von 1923 hinter sich. Das Vertrauen in den Wert des Geldes war tief erschüttert. Die Sparwilligkeit und -fähigkeit der Menschen war nahezu verschwunden. Schwer lastet auf dem Land auch der verlorene Erste Weltkrieg (1914-1918) und die damit verbundenen Reparationszahlungen an die Siegermächte. Doch ein Neubeginn erforderte ausreichende finanzielle Mittel. Ohne langfristige Spareinlagen der Bevölkerung war an Konjunktur nicht zu denken.

So wurde auf dem Ersten Internationalen Sparkassenkongress 1924 in Mailand ein Feiertag des Sparens ausgerufen. Seitdem wird jedes Jahr Ende Oktober bei den Sparkassen in der ganzen Welt, im deutschsprachigen Raum sogar von der gesamten Bankwirtschaft, an die Bedeutung des Sparens erinnert. Mit vielen Aktionen und Geschenken soll vor allem die jüngere Generation an den Spargedanken herangeführt werden.

Wie steht’s nun um das Sparen im Jahr 2015? Es war, ist und bleibt wichtig. Das kürzlich vom DSGV vorgestellte Vermögensbarometer 2015 zeigt: Trotz anhaltender Niedrigzinsphase steigt die Sparquote langsam wieder an. Dabei ist den Sparern vor allem die Sicherheit ihrer Sparguthaben wichtig und weniger die Rendite. Doch es gibt auch besorgniserregende Erkenntnisse. Ein Viertel der Bevölkerung spart überhaupt nicht mehr und 40 Prozent der Deutschen können nichts für die Altersvorsorge zurücklegen.

Deshalb wird der Weltspartag auch in Zukunft bedeutsam bleiben. Als Mahner an die Politik, geeignete Voraussetzungen für das Sparen zu schaffen und an die Bevölkerung, die angebotenen Sparformen zu nutzen. Sparen Sie?

  • Die im Jahr 1927 geschriebene Karte sendet liebe Weihnachtswünsche an den Stadtpfarrer von Waldenburg (Württemberg). Druck: Verlag Selmar Bayer, Berlin : © Historisches Archiv des OSV

Ein Weihnachtsgruß aus dem Archiv

Liebe Leserinnen und Leser,
zu bestimmten Anlässen verschenkten Sparkassen seinerzeit Sparbücher mit einem Startguthaben. Kundinnen und Kunden wurden auf diese Weise schon frühzeitig gewonnen und blieben oft ein Leben lang bei ihrer Sparkasse. Großen Anklang fand auch die Idee, Sparbücher in den Familien selbst als Geschenk zu verwenden. Besonders die Kleinen bekamen ein Sparbuch, wenn sie noch keins hatten. So ist es nicht verwunderlich, dass oft generationenübergreifend gespart wurde und jedes Familienmitglied sein eigenes Sparbuch bei der Heimatsparkasse besaß. Die Kassen warben u. a. auch mit Postkarten für ein „Sparbuchgeschenk“, wie das hier zu sehende Beispiel der 1848 gegründeten Kreissparkasse in Jüterbog (Brandenburg) zeigt.

Zum Weihnachtsfest wünschen wir Ihnen alles Gute. Haben Sie frohe Feiertage und kommen Sie gesund ins neue Jahr!

Herzlichst
Ihre Blogautoren