• Die adrette Belegschaft der Stadtsparkasse Bad Schmiedeberg 1931 in ihrer neuen Geschäftsstelle. Im Hintergrund: Blumenschmuck. (Ansichtskarte ohne Verlagsangabe; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Das Sparkassengebäude und seine Architekten? (Ansichtskarte ohne Verlagsangabe; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Einzug ins Sparkassengebäude

Das sind sie, die Männer von der Stadtsparkasse Bad Schmiedeberg. Anlässlich der Eröffnung ihres neuen Sparkassengebäudes hatten sie sich am Neujahrstag 1931 zu dieser Fotoaufnahme versammelt, von der auch gleich Postkarten angefertigt wurden. In den Jahren 1929/1930 war das neue Heim des Geldinstituts entstanden, weil die bisherigen Räumlichkeiten unter anderem wegen der steigenden Kundenzahl nicht mehr ausreichend waren.

Im Stile des Bauhauses hatte das Architektenbüro Zerbe aus Hamburg das Gebäude entworfen. Auf die moderne Außen- und Innenarchitektur konnte die Sparkassenbelegschaft wahrlich stolz sein. Wenn auch Sie sich für das Gebäude interessieren, so klicken sie einfach zum nächsten Bild oder schauen Sie doch einmal bei der Sparkasse Wittenberg vorbei. In der heutigen Luisenstraße 43 befindet sich nämlich derzeit ihre Geschäftsstelle in Bad Schmiedeberg.

Ich bedanke mich herzlich beim Stadtchronisten von Bad Schmiedeberg, Herrn Felix Saul, für Informationen zum historischen Sparkassengebäude.

  • Der evangelische Geistliche August Günther engagierte sich für die Einrichtung einer Sparkasse in Coswig. [Abb. in Stadt- und Kreissparkasse Zerbst (Hrsg.): Hundert Jahre Sparkasse Coswig-Anhalt, 1937, S. 32; Bestand: Historisches Archiv des OSV]

  • Von ihrer Gründung 1837 bis zum Jahr 1932 befand sich die Sparkasse im Rathaus. 1887 wurde sie ein städtisches Institut. (Abb. Ausschnitt Ansichtskarte Verlag Paul Voigtländer, Rob. Bernhardt Nachf, versendet 1913; Bestand Historisches Archiv des OSV)

Vor 180 Jahren – Sparkasseneröffnung in Coswig (Anhalt)

180 Jahre sind vergangen, seit in Coswig (Anhalt) erstmals eine Sparkasse eröffnete. Zu verdanken ist die Gründung in erster Linie dem Oberprediger der Kirche St. Nicolai, August Günther. Auf Anregung der herzoglichen Landesregierung wandte er sich am 19. November 1836 an 15 Bürger der Stadt und lud sie ein, die Satzung einer Sparkasse zu entwerfen. Am 23. November fand man sich im Rathaus ein. Als Vorlagen dienten die Statuten der privaten Sparkassen in Bernburg und Ballenstedt.

Bald war das Werk vollbracht. Insgesamt 17 Personen unterzeichneten und wurden „Unternehmer“ der Coswiger Sparkasse. Günther war ihr Direktor. Aus dem Kreis der Männer waren drei als Assistenten, einer als Kassierer und einer als Buchhalter tätig – zunächst alle ehrenamtlich. Die Gemeinschaft der Männer haftete für die Sicherheit der eingezahlten Gelder. Die Garantiesumme betrug am Anfang 2.000 Taler.

Am 17. Dezember 1836 wurde die Satzung von der Landesregierung in Bernburg genehmigt. Sie veröffentlichte auch die Bekanntmachung zur Eröffnung in der Zeitung. Am ersten Mittwoch jeden Monats sollte die Sparkasse geöffnet sein. Die Kassenstunden fanden zwischen 14:00 und 17:00 im Rathaus statt. Alle Einwohner der Stadt und des Amtsbezirks Coswig sowie des Gerichtsbezirks Klieken durften die Einrichtung nutzen. Zum Beispiel für die Heirat, die Eröffnung eines Gewerbes, das Alter, aber auch für Krankheits- und andere Notfälle konnte vorgesorgt werden.

Aus sozialpolitischen Gründen war die Sparkasse damals insbesondere für Tagelöhner, Hilfsarbeiter und Dienstboten gedacht, für deren „pekuniäre und moralische Wohlfahrt“, so Günther. Die erste Kundin am 1. März 1837 war aber kein einfaches Dienstmädchen, sondern die Tochter des Coswiger Oberförsters, Johanna Doebel. Ihre Einlage: zwei Taler. Der erste Kreditnehmer war der Kleinbauer Anton, der eine Hypothek über 100 Taler aufnahm. Am Ende des Geschäftsjahres betrugen die Gesamteinlagen 1.148 Taler und sechs Groschen, die Ausleihungen 1.150 Taler.  Ein Taler und 18 Groschen waren der bescheidene Reingewinn.

  • Karte Kreis Jessen 1983

    Vor 25 Jahren wurden in Ostdeutschland die Länder neu gegründet, durch die Zusammenlegung von Bezirken und Kreisen. So war etwa der Kreis Jessen Teil des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. (Ausschnitt Verwaltungskarte der DDR von 1983, hrsg. vom VEB Tourist Verlag Berlin/Leipzig; Bestand: Historisches Archiv des OSV) : © Weimarer Verlagsgesellschaft in der Verlagshaus Römerweg GmbH

  • Laendereinfuehrungsgesetz 1990

    Bereits im Sommer 1990 wurde in der DDR die Wiedereinführung der fünf Länder beschlossen. Im Einigungsvertrag wurde der Termin auf dem 3. Oktober 1990 vorverlegt. (Gesetz in: Gesetzblatt der DDR, Teil I Nr. 51 1990, S. 955; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Vor 25 Jahren: Die Einheit Deutschlands und die Neugründung der ostdeutschen Bundesländer

Vor 25 Jahren wurde sie Wirklichkeit. Die staatliche Einheit Deutschlands wurde nach Jahrzehnten der Teilung wiederhergestellt. Bereits am 31. August 1990 schlossen Vertreter der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland den Einigungsvertrag. Er regelte den Beitritt der DDR am 3. Oktober 1990. Das Grundgesetz sollte fortan für das gesamte deutsche Volk gelten.

Sowohl im damaligen ostdeutschen Parlament, der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR, als auch im Bundestag fand der Vertrag am 20. September 1990 eine breite Mehrheit. Danach erfolgte die Zustimmung des Bundesrates. Der Bundespräsident Richard von Weizsäcker unterzeichnete das Gesetz. So konnte der Einigungsvertrag noch nicht einmal ein Jahr nach dem Mauerfall in Kraft treten.

Damit bekam die Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 fünf neue Länder. Die Volkskammer hatte die Neugründung der 1952 aufgelösten ostdeutschen Länder schon am 22. Juli beschlossen, für den 14. Oktober. Im Staatsvertrag zur Einheit wurde dieser Termin dann vorverlegt. In der DDR gab es seit der Verwaltungsreform der 1950er-Jahre nur noch Bezirke und Kreise, die es 1990 zusammenzuführen galt.

Die Bezirke Magdeburg und Halle wurden zum Beispiel zum Bundesland Sachsen-Anhalt, wobei der Kreis Artern an Thüringen ging. Zugleich gehörte der Kreis Jessen (vormals Bezirk Cottbus) zu Sachsen-Anhalt. Er grenzte nun an Brandenburg und Sachsen. In dieser Region gab und gibt es also eine direkte Nachbarschaft von Sparkassen dreier Bundesländer. Jetzt wirken dort die Sparkasse Wittenberg, die Sparkasse Elbe-Elster und die Stadt- und Kreissparkasse Leipzig.

Die letztgenannte Sparkasse war übrigens vor 25 Jahren die größte in den neuen Ländern. Gleichzeitig gab es viele kleine Sparkassen. So hatte damals die Kreissparkasse mit dem geringsten Umfang ihren Sitz in Röbel. Heute ist hier die Müritz-Sparkasse vor Ort. Zahlreiche Landkreise und Sparkassen existierten 1990 in den neuen Bundesländern: 31 Kassen in Mecklenburg-Vorpommern, 40 in Brandenburg, 50 in Sachsen, 39 in Sachsen-Anhalt sowie 36 in Thüringen.

Sie bewährten sich seit der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion (1. Juli 1990) in der Marktwirtschaft. Eine wichtige rechtliche Grundlage, um unter den veränderten wirtschaftlichen Bedingungen agieren zu können, war das DDR-Sparkassengesetz vom 29. Juni 1990. Es galt mit der Einheit zunächst als einheitliches Landesrecht weiter. Sparkassenrecht war auch in Ostdeutschland wieder Landesrecht. Später wurden einzelne Ländergesetze eingeführt, zuletzt 1996 in Brandenburg.

  • Ansichtskarte Rathaus Wittenberg

    Im ersten Stock des Rathauses im Westgiebel (links vorn) befanden sich 1825 die Räumlichkeiten von Kämmereikasse und Sparkasse. (Ansichtskarte, Verlag Louis Glaser, Leipzig, 1903; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Sparkasseneröffnung in Wittenberg vor 190 Jahren

Heute ist ein besonderer Tag für Wittenberg. Am 5. Januar 1825, also vor genau 190 Jahren, fand dort die erste Einzahlung bei der Sparkasse statt. Bereits am 10. März 1824 hatte der Stadtrat deren Einrichtung beschlossen. Im November des Jahres war ihre Satzung schließlich von der Regierung genehmigt worden. Eine Besonderheit bei der Gründung war, dass neben Vertretern des Stadtrates und der Gemeinde der amtierende Landrat dem Verwaltungsausschuss des Instituts angehören sollte.

Die Sparkasse stand nicht nur der Wittenberger Bevölkerung, sondern auch den in den Städten und Dörfern des Kreises wohnenden Menschen offen. Im Wittenberger Rathaus, in den Räumlichkeiten der Kämmereikasse, nahm 1825 der Stadtkämmerer Herr Kelch als Rendant die Spargelder der Kundinnen und Kunden an. Geöffnet war zunächst immer am Montag und Mittwoch. Am Ende des ersten Geschäftsjahres betrugen die Einlagen bereits 1.479 Taler.

Die kommunale Sparkasse ist eine der ältesten im Verbandsgebiet. Die erste deutsche Stadtsparkasse wurde am 26. Juni 1801 in Göttingen, die erste im OSV-Gebiet am 1. Oktober 1822 in Frankfurt an der Oder eröffnet. Im Jahr 1825 erfolgen sogar mehrere Gründungen (Eröffnungen). Auf die Sparkasse in Weißenfels wird meine Blog-Kollegin Claudia Wöhnl in einem Beitrag eingehen. Daneben werden zu gegebener Zeit noch zwei weitere Institute angesprochen. Eine Liste mit Gründungsdaten möchte ich auch dieses Jahr veröffentlichen, um so die lange Tradition des Sparkassenwesens in unserem Verbandsgebiet zu dokumentieren.