• Sparkassengebäude in Dessau 1923 - 1945 (Ansichtskarte Verlag FZ Dessau, versendet 1929; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Baukunst in Dessau

Auf dieser Postkarte sehen sie das Sparkassengebäude in Dessau, das die Städtische Kreissparkasse von 1923 bis 1945 nutzte. Es entstand nach einem Entwurf des in der Bauhausstadt nicht unbekannten Architekten Kurt Elster. Das Haus vereinte Tradition und Moderne und war deswegen nicht unumstritten. Kritik gab es zum Beispiel wegen der eigenwilligen Gestaltung des Daches auf dem Sparkassenturm (ehemaliger Stadtmauerturm) und des Hauptportals. Auch die Farbe der Fassade erregte Aufsehen. Auf der Karte nicht zu erkennen: Die Fläche um den Eingang war dunkelgrün. Solche expressionistischen Elemente sprachen nicht jeden an.

Imposant war aber wohl für alle Zeitgenossen die Kassenhalle mit ihrer Deckenverglasung. Im Keller befanden sich modernste Tresoranlagen. Leider fiel das Gebäude in der Poststraße dem von NS-Deutschland entfesselten Krieg zum Opfer. Am 7. März 1945 wurde es zerbombt. Der Wiederaufbau ließ ein völlig anders gestaltetes Haus für die Stadtsparkasse Dessau entstehen. Diesem wiederum folgte ein Neubau, der seit 1998 Hauptsitz der Sparkasse ist. Hier finden Sie heute auch das CompetenzCenter Bauhausstadt.

  • Das Diagramm zeigt die Zahl der Fusionen, die zwischen 1991 und 2013 im Geschäftsgebiet stattfanden. : © Historisches Archiv des OSV

  • Das Diagramm zeigt die Zahl der Sparkassen am Jahresende. : © Historisches Archiv des OSV

Fusionen seit der Wende

Als im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 die ostdeutschen Länder neu gegründet wurden, existierten in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern Sachsen und Sachsen-Anhalt insgesamt 160 Sparkassen. Heute wirken in diesem Geschäftsgebiet des Ostdeutschen Sparkassenverbandes fusionsbedingt 45 Institute.

Die erste Verschmelzung fand am 1. Juli 1991* statt. Aus der Sparkasse Potsdam, der Stadt- und Kreissparkasse Brandenburg und den Kreissparkassen Belzig, Nauen und Oranienburg wurde die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam. Die letzte Fusion war vor über vier Jahren. Am 1. September 2013 fusionierte die Sparkasse Rügen mit der Sparkasse Vorpommern.

Die meisten Fusionen erfolgten im Jahr 1994. Durch Kreisgebietsreformen entstanden neue Gewährträgerstrukturen, an die die Sparkassen anzupassen waren. Der Verband begleitete den Prozess beratend. Schwerpunkte waren dabei zum Beispiel die rechtliche Vorbereitung und Durchführung der Vereinigungen sowie die betriebswirtschaftlichen, organisatorischen und technischen Umsetzungen.

Während sich die Zahl der Institute in Sachsen-Anhalt seit 1992 um zwei Drittel verringert hat, betrug der Rückgang im Freistaat Sachsen über drei Viertel. Hier bestanden ehemals die meisten Sparkassen, 50 an der Zahl. Von insgesamt 83 Fusionsprozessen fanden 31 in Sachsen statt. Allein im Geschäftsgebiet der Ostsächsische Sparkasse Dresden gab es sechs. Dieses größte Institut Sachsens entstand am 1. Mai 2004 durch Zusammenführung der Stadtsparkasse Dresden und der Sparkasse Elbtal-Westlausitz.

Aber nicht alle heute bestehenden Sparkassen haben Fusionen hinter sich, etwa in Sachsen die Kreissparkasse Döbeln. In Mecklenburg-Vorpommern betrifft das die Sparkasse Mecklenburg-Strelitz in Neustrelitz, in Sachsen-Anhalt die Stadtsparkassen Dessau und Magdeburg. Die Stadt Schwedt erstritt 1994 vor dem brandenburgischen Landesverfassungsgericht ein Urteil zur Eigenständigkeit ihrer Sparkasse. Die Stadtsparkasse Schwedt ist die kleinste Sparkasse im OSV-Gebiet.

* Die Daten im Artikel beziehen sich auf die rechtliche Fusion.

  • © Historisches Archiv des OSV

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Fleck weg!

Liebe Leserinnen und Leser,

nun ist sie schon wieder vorbei, die Faschings- beziehungsweise Karnevalszeit. Vielleicht gehören ja auch Sie zu denen, die in dieser fünften Jahreszeit kräftig feiern. Um eventuelle Hinterlassenschaften der Feierei, zum Beispiel auf Kostümen, wieder verschwinden zu lassen, haben wir hier etwas für Sie. Eine Flecken-Uhr der Städtischen Kreisssparkasse zu Dessau. Die Sparkasse, die seit 1865 bestand, gab den sehr nützlichen Werbeartikel vermutlich in den 1930er-Jahren heraus.

Mit Hilfe der Drehscheibe wurde in Großmutters Zeiten nicht nur den Likörflecken zu Leibe gerückt. Auch für Bier galt der Tipp a. Beim Entfernen von Fruchtsaft sei auf g verwiesen. Und zum Rotwein gab es den Hinweis unter t auf der Rückseite. Wer noch mehr altertümliche Fleck-weg-Rezepte benötigt, kann gern einen Kommentar zum Artikel schreiben.