• Albert war von 1873 bis 1902 König von Sachsen. : © Historisches Archiv des OSV

Der König in Silber

Heute präsentieren wir Ihnen eine 150 Jahre alte Münze aus unserer Sammlung, die auch immer wieder eine Wanderausstellung zur Geldgeschichte ergänzt, wenn diese in Sachsen Station macht. Zum Beispiel anlässlich eines Sparkassenjubiläums. 25 Gramm Silber stecken in diesem Geldstück, das in Dresden geprägt wurde. Landesherr war zu der Zeit Albert.

Seit Anfang 1875 galt im Königreich Sachsen die Rechnung mit der Reichswährung Mark. Gemäß einem Münzgesetz vom 9. Juli 1873 wurden damals nicht nur Goldmünzen zu 20, 10 und 5 Mark, sondern auch Geldstücke aus Silber, etwa zu 5 und 2 Mark, geprägt.

Alle genannten Zahlungsmittel trugen auf einer Seite den Reichsadler und auf der anderen den Kopf des jeweiligen Landesherrn beziehungsweise das Wappen der freien Städte Bremen, Hamburg und Lübeck. Im Königreich Sachsen wurde mit dem Buchstaben E geprägt. Etwa sieben Prozent der einschlägigen Münzsorten im Reich erschienen als sächsische Prägungen mit dem Kopfbild des jeweiligen Königs.

  • 100 Jahre alter Stempel in einem Sparbuch der Gemeindesparkasse Ostrau : © Historisches Archiv des OSV

Der Kalkofen brennt

Gestern war ein Großteil des Teams des Historischen Archivs zur Beratung bei der Sparkasse im mittelsächsischen Döbeln. Der Reiseweg führte unter anderem über Ostrau, wo sich eine ihrer Geschäftsstellen befindet. Es handelt sich aus historischer Sicht um die jüngste Gründung in der Region. 1870 bekam die Gemeinde nämlich eine Filiale der seinerzeit privaten Sparkasse von Oschatz. Ein eigenständiges kommunales Institut existierte schließlich von 1906 bis 1943.

Zur Vorbereitung des Termins hatte der Verfasser sich mit der örtlichen Sparkassengeschichte befasst und in unseren Beständen nach schönen Abbildungen gesucht. Dabei fiel ein Einlagebuch mit interessantem Stempelabdruck ins Auge. Kein für das Sparen werbender Bienenkorb ist hier zu sehen. Es handelt sich vielmehr um einen Kalkofen, eingerahmt von Ähren. Die Kalkbrennerei stellte einen wichtigen Industriezweig der Ortschaft dar. Deswegen findet sie sich im Wappen der Gemeinde wieder.