• Ein Beispiel des historischen Engagements: Die Kreissparkasse mit Sitz in Eisleben (rechts im Bild) gab Geld für den Kampf gegen Alkoholsucht. (Ansichtskarte Verlag J. C. Kind in Eisleben, versendet 1918; Bestand. Historisches Archiv des OSV) : © Historisches Archiv des OSV

Historisches Engagement seit zehn Jahren

Am 11. August 2016 war es soweit. Auszubildende von Mitgliedssparkassen des OSV bekamen im Rahmen der Einführungswoche an der Nord-Ostdeutschen Sparkassenakademie erstmals Sparkassengeschichte von mir serviert. Vor zehn Jahren war das nach dem Abendessen. Doch bald fand dieser Programmpunkt nach dem Frühstück seinen Platz. Inhaltlich hat sich nicht sehr viel verändert. Ein Dauerthema ist unter anderem das gesellschaftliche Engagement der Sparkassen in früheren Zeiten.

Auch beim heutigen Seminar wird der praktische Einsatz von Sparkassengewinnen in den Heimatregionen der Teilnehmenden verdeutlicht. Die Sparkasse des Mansfelder Seekreises in Eisleben setzte sich beispielsweise für die Gesundheit ein. Es wurden etwa 1910 nicht nur bestehende Krankenhäuser unterstützt. So bekam der Verein zur Errichtung von Trinkerheilstätten in der Provinz Sachsen etwas Geld. Und der deutsche Verein gegen den Missbrauch geistiger Getränke.

Auch solche kleinen Geschichten zeigen konkret das historische Engagement für die Gesellschaft. Heute geht es um Spenden, Sponsoring oder Stiften. So fördern Sparkassen weiterhin das Gemeinwohl und helfen bei der Verbesserung der Lebensqualität in ihren Geschäftsgebieten. Sie können dabei stolz auf diese Tradition zurückblicken. Und die Auszubildenden können stolz auf ihr Unternehmen sein.

  • Relief an der Fassade des Döbelner Rathauses, das auf die Präsenz der Sparkasse hinweist - Sie war von 1912 bis 1994 im Gebäude. : © Historisches Archiv des OSV

Erfolgreiche Recherche in Döbeln

Die Unterstützung der Sparkasse Döbeln bei der Aufarbeitung und Präsentation ihrer Geschichte ist dieses Jahr ein wichtiges Projekt des historischen Verbandsarchivs. Dabei steht zunächst die Recherche in Beständen der Sparkasse sowie von Archiven auf dem Programm. So konnte der Autor letzte Woche endlich Akten im Döbelner Stadtarchiv sichten. Das Archiv befindet sich unterm Rathausdach. Viele interessante Funde wurden dort gemacht und spannende neue Informationen gewonnen. Zwei Themen möchte ich hier ansprechen.

So liegt in den Gründungsunterlagen unter anderem eine Liste der ersten Kreditnehmer der Spar- und Leihkasse von 1847. Auch heute ist das Kreditgeschäft für die Sparkasse sehr wichtig. Da sie gut wirtschaftet, kann sie verschiedenste Projekte in der Region finanziell unterstützen. Dieses Engagement ist auch historisch. Dass die Stadtsparkasse Döbeln bereits bis 1898 insgesamt eine Million Mark für gemeinnützige Zwecke bereitgestellt hatte, wusste ich schon vor dem Archivbesuch. Nun fanden sich Akten, die Aufschluss über die konkrete Verwendung in den Vorjahren geben.

Die Bevölkerung profitierte auf unterschiedliche Art von ihrer Sparkasse, die damals eine unselbstständige Einrichtung der Kommune war. Geld floss nach Genehmigung der Aufsichtsbehörde unter anderem in die Krankenhaus- und Schulkassen. Die Gemeindediakonie, das Armenarbeitshaus und dessen Kleinkinderbewahranstalt (Kindergarten) bekamen auch etwas. Zum Beispiel neue Trottoirs (Bürgersteige) und die Straßenbeleuchtung wurden mitfinanziert. Oder die öffentlichen Bedürfnisanstalten (Toiletten) sowie die Feuerwehr, das Wasserwerk, …

  • Seit 1931 befindet sich die Sparkasse am Kornmarkt. Auf der Freifläche ist heute das Kornmarkt-Center. (Ausschnitt Ansichtskarte unbekannter Verlag, vers. 1937; Bestand: Historisches Archiv des OSV) : © Historisches Archiv des OSV

Die Umzüge der Bautzener Sparkasse

Gestern reisten wir per Zug zur Beratung bei der Kreissparkasse Bautzen. Der Sitz der Sparkasse befindet sich am Bautzener Kornmarkt. Und das schon ziemlich lange. Am 20. Juli 1931 zog die damalige Stadtsparkasse in den Neubauteil (links) des gemeinsamen Gebäudes mit dem Stadtmuseum. Zu der Zeit existierte sie schon fast ein Jahrhundert und hatte einige Umzüge hinter sich. Viele der historischen Standorte lassen sich heute noch finden, etwa bei einem Stadtbummel.

So war die Sparkasse bereits in der Schloßstraße 2 (1839-1850), im Stadthaus am Hauptmarkt (1850-1884) und im Gewandhaus (1884-1931) untergebracht. Der Gründungsort selbst scheint unspektakulär. Am 19. Dezember 1832 gab der Stadtrat in einer Anzeige in den Budissiner Nachrichten die Eröffnung in einem Hinterhaus in der Kesselgasse (heute Kesselstraße 5) bekannt. Dort startete die Sparkasse unter der Leitung des umtriebigen Kaufmanns Gustav Eduard Heydemann.

  • Diese alte Landkarte wurde den Auszubildenden präsentiert. Sie sollten raten, wo wohl die erste Sparkasse im Geschäftsgebiet der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin entstand. (Abb. Ausschnitt Landkarte der preuß. Provinz Brandenburg; Druck und Verlag von C. Flemming in Glogau, 1844) : © Historisches Archiv des OSV

Sparkassengeschichte in Neuruppin

Zum wiederholten Mal bin ich nach Neuruppin gereist, um den neuen Auszubildenden und dualen Studierenden der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin die Geschichte ihres Unternehmens etwas näherzubringen. Seit mittlerweile zehn Jahren ist die Weitergabe von Wissen an den Nachwuchs dieser Sparkasse eine interessante Aufgabe. Im Gepäck hatte ich gestern unter anderem eine bunte Bilderpräsentation und einige Objekte aus unserem Archivbestand. Präsentiert beziehungsweise vorgelesen wurden auch historische Dokumente. So etwa das Vorwort der Satzung der Ruppiner Kreissparkasse. Das war 1848 die erste Sparkasse vor Ort. Ihre Zweckbestimmung lautete:

„Um den ärmeren Einwohnern des Kreises, insbesondere der dienenden Klasse Gelegenheit zu verschaffen, ihre Geldersparnisse, wenn solche auch höchst gering sind, mit völliger Sicherheit, Zinsen tragend, bei stets freistehender Verfügung darüber, und unter möglichst vermiedener Bekanntwerdung des Ersparten, unterzubringen und sich so ein Kapital zu sammeln, welches bei Verheirathungen, bei Etablirung eines Geschäfts, oder im Alter und in Fällen der Noth eine eine erwünschte Hülfe gewährt, ist unter der Garantie der Kreisstände und unter spezieller Aufsicht des Landraths und eines aus Mitgliedern der Stände gewählten Curatorii eine Sparkasse für den hiesigen Kreis unter nachstehenden Bedingungen errichtet.“*

Natürlich wurde dieser Bandwurmsatz in moderne Sprache übersetzt und den Teilnehmenden erklärt. So sprach man früher zum Beispiel Dienstmädchen als potentielle Kundinnen an. Sie hatten Kost und Logis im Haus der Dienstherrschaft und konnten etwas sparen. Die Heirat war ein klassisches Sparziel. Das gemeinsame Heim musste ja ausgestattet sein. Aber nicht nur für Lebensziele, wie das Selbstständigmachen mit einer Firma, brauchte man Geld. Für das Alter sowie Notfälle konnten die Menschen vorsorgen. Das ist immer noch aktuell. Vom Bankgeheimnis ist zu lesen. Wichtig war zudem der Hinweis auf die kommunale Anbindung. Auch heute ist der Landrat Vorsitzender des Verwaltungsrats.

* Der komplette Text des Statuts ist beim Brandenburgischen Landeshauptarchiv als Digitalisat zu finden.

  • Seit 2016 im Bildungs-Einsatz an der NOSA: Verbandshistoriker Thomas Einert : © Historisches Archiv des OSV

  • Das gemeinnützige Engagement ist immer Thema. Es begann bereits im 19. Jahrhundert. : © Historisches Archiv des OSV

  • In unserem Archivbestand befinden sich viele für Schulungen nützliche Dinge. : © Historisches Archiv des OSV

  • Geschichte zum Begreifen - Eine Spardose diente als gestalterische Vorlage für das erste Sparkassenlogo. : © Historisches Archiv des OSV

Im zehnten Jahr – Sparkassengeschichte an der NOSA

Heute war es wieder soweit. Eine große Gruppe Azubis von Mitgliedssparkassen des OSV konnte ich zur „Geschichtsstunde“ begrüßen. Diese findet nun schon im zehnten Jahr im Rahmen des Einführungsseminars an der Nord-Ostdeutschen Sparkassenakademie statt. Seit 2016 wird darüber im Sparkassengeschichtsblog berichtet.

Dank der Bestände unseres Historischen Archivs kann ich als Dozent auf die Historie aller vertretenen Sparkassen eingehen. So bekommen die Teilnehmenden etwa alte Sparbücher und Sparbüchsen aus ihrer Heimat zu sehen. Unter anderem sind Postkarten und Fotos sowie Werbematerialien im Einsatz. Und weil es viel um Geld geht, dürfen diverse Münzen und Scheine nicht fehlen.

Bei meinen Veranstaltungen werden verschiedene Themen behandelt. Die Auszubildenden erfahren, seit wann und warum es ihre Sparkasse vor Ort gibt. Ich gehe zum Beispiel auf die Produktentwicklung, die Anfänge des gemeinnützigen Engagements oder technische Innovationen ein. Die historischen Hintergründe des Sparkassen-Logos dürfen nicht fehlen. Gute, aber auch schlechte Zeiten stehen auf der Agenda.

Die Kernbotschaft ist, dass es Sparkassen schon lange gibt und sie im Laufe der Zeit schon einiges erlebt und sich weiterentwickelt haben. Ihre einzigartige Geschichte hebt die Sparkassen von anderen Kreditinstituten ab. Sie wird anschaulich, abwechslungsreich und letztlich unterhaltsam vermittelt. Denn es gilt, das Interesse am und die Verbundenheit mit dem eigenen Unternehmen zu stärken.

  • Kundeneinlagen der Mitgliedssparkassen in Millionen Euro : © Historisches Archiv des OSV

Das Archiv im Jahresbericht – die Jahresberichte im Archiv

Kürzlich veröffentlichte der Ostdeutsche Sparkassenverband seinen Jahresbericht 2024. Auf den Seiten 32/33 finden Sie auch Informationen zur Tätigkeit des Historischen Archivs. So war ein Highlight des vergangenen Jahres, auch persönlich für den Autor, die vielfältige Unterstützung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam bei ihren Jubiläumsaktivitäten. Hier finden Sie einen Blogbeitrag zu diesem Thema.

Seinen ersten Geschäftsbericht gab unser Verband, der damals noch Ostdeutscher Sparkassen- und Giroverband hieß, für 1990/1991 heraus. Viele Jahre lang wurden Druckwerke publiziert und landeten in dieser Form auch im Archivregal in Potsdam. Sie stellen eine bedeutende Quelle zur Verbandsgeschichte dar. Wichtige Ereignisse und Entwicklungen sind somit dokumentiert.

Von Interesse ist unter anderem das enthaltene Zahlenmaterial, sprich die Geschäftsdaten unserer Mitgliedssparkassen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen Anhalt. Seit 1992 sind wir ein Vier-Länder-Verband. Bei der Auswertung ist allerdings zu beachten, dass Zahlen in den Berichten der nachfolgenden Jahre auch korrigiert wurden.

Blickt man zum Beispiel 30 Jahre zurück, so betrug die Bilanzsumme der Sparkassen 140,9 Milliarden Deutsche Mark. 2024 waren es 159,2 Milliarden Euro. Die Kredite stiegen in dem Zeitraum von 44,8 Milliarden DM auf 81,1 Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen wiederum standen 1994 bei 112,8 Milliarden DM. Für das letzte Jahr wurden sogar fast 134,2 Milliarden Euro bilanziert. Im Diagramm, das Sie als Blogbild sehen, erfolgt eine einheitliche Angabe in der aktuellen Währung.