• © Historisches Archiv des OSV

Spannende Spardosen aus dem Archiv

Seit einigen Wochen beschäftigen wir, die Werkstudent*innen des Historischen Archivs, uns mit dem Sichten verschiedener Spardosen aus dem Nachlass eines begeisterten Sammlers. Dieser hatte im Laufe seines Lebens über eintausend Spardosen aus den verschiedensten Teilen der Erde gesammelt und konnte dabei sowohl einige skurrile als auch historisch interessante Exemplare ergattern. Zwei möchten wir hier präsentieren und kurz einordnen.

Bild 1 – Ausgelaufener Farbeimer

Diese Spardose hat eine Höhe von circa 18 cm und entstand in den 1980er Jahren. Künstlerisch war zu dieser Zeit unter anderem die Richtung der aus dem Punkrock hervorgegangenen New Wave und der Pop-Art mit bekannten Vorreitern wie Andy Warhol populär.

Sichtbar wird in der Spardose vor allem der Einfluss des australischen Künstlers Geoffrey Rose, der in seiner Werkreihe „Frozen Moments“ aus den späten 1970er Jahren eingefrorene Objekte und Alltagssituationen zeigt. Oftmals stellt er dabei auslaufende Objekte wie Getränkedosen dar, wodurch die besondere Ähnlichkeit zum hier gezeigten Farbeimer ersichtlich wird.

Die Spardose wurde von der Firma „American Paint Factory“ hergestellt und ist sowohl in anderen Farben als auch mit der Funktion eines Aschenbechers erhältlich. Wer die Spardose erwerben will, muss je nach Größe mit Preisen von circa 175 bis 330 Euro rechnen.

Bild 2 – Nähmaschinen-Spardose der Marke Singer

Diese etwa 13 cm hohe Spardose in Form einer Nähmaschine der Marke Singer mit dem Schriftzug „Nähe elektrisch“ aus den 1930er Jahren stammt von der Manufaktur Ruppel in Gotha.

Der Nähmaschinen-Hersteller Singer, gegründet im Jahr 1851 in den USA von Isaac Merritt Singer und Edward Clark, gilt als Erfinder der ersten praktikablen Nähmaschine mit Geradstich. Spardosen wie diese wurden mit dem Zweck entworfen, Kinder schon früh an die Bedienung mit Geräten wie diesen heranzuführen. Schon damals wurden derartige Maschinen per Ratenkauf angeboten, wodurch Kinder mit einer solchen Spardose bereits früh damit beginnen konnten, darauf zu sparen.

Gehandelt werden die Nähmaschinen-Spardosen für 200 bis 250 Euro.

Sophie Plöger & Theo Runge

  • Lübecker Notgeld

    Die Sammler-Notgeldscheine zur Kunstausstellung "Nordische Woche" wurden im September 1921 ausgegeben. Abgebildet sind (v.l.o.n.r.u): Serienrückseite sowie die Wappen von Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark und Lübeck. : © Historisches Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

  • Nordisches Notgeld

    Sammler-Notgeld der Lübecker Fischermeister, ausgegeben September 1921. : © Historisches Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

Nordisches Notgeld

Im September des Jahres 2023 beschlossen der Ostdeutsche Sparkassenverbund (OSV) und die Berliner Sparkasse, nach vielen Jahren bestehender Kooperation im Bereich geschichtlicher Öffentlichkeitsarbeit, dieses gemeinsame Vorhaben nun auch vertraglich zu besiegeln. Dem OSV fiel damit die fachliche Betreuung der historischen Sammlung der Berliner Sparkasse zu. Um einen von vielen dort behüteten Schätzen soll es sich heute drehen.

In zahlreichen unscheinbaren Kartons und Kisten schlummerten nicht weniger als rund 100.000 Notgeldscheine und Banknoten der unlängst 100 Jahre zurückliegenden Hyperinflation des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Die oft künstlerisch wertvoll gestalteten und an ihre Lokalkultur gekoppelten Papiere bieten uns auf ästhetisch ansprechende Art eine wertvolle Perspektive und Erinnerung an die oft charakteristischen Lebens- und Sprechweisen der Menschen dieser Zeit. Obgleich sich aus nahezu allen Teilen Deutschlands und ihrer damaligen Provinzen kleine bunte Scheinchen im Archiv der Berliner Sparkasse eingefunden haben, wird an dieser Stelle lediglich eine Ortschaft näher beleuchtet.

Mit seinen hanseatisch geprägten Vereinen und Veranstaltungen sticht Lübeck in Sachen Notgeld aus diesem Bestand hervor. Während unzählige Exemplare in anderen Gegenden des ehemaligen Deutschen Reiches von Stadträten, Magistraten, Firmen und natürlich auch von den Sparkassen in Umlauf gebracht wurden, schritten in Lübeck die Nordischen Briefmarkensammler und Händler sowie Fischermeister, Bäckersänger oder die Plattdeutsche Volksgilde zur Tat.

Auch die als „Nordische Woche“ titulierte Kunstausstellung aus dem Jahre 1921 bot einen Anlass. Sie stellte das Ergebnis der Bestrebung dar, auf Grundlage einer gemeinsamen baltischen und nordeuropäisch geprägten Lebenswelt Kontakte mit den skandinavischen Ländern und Finnland wiederherzustellen, um dadurch jüngere kriegsbedingte Wunden zu heilen. Dementsprechend lassen sich auf den Notgeldscheinen zur Nordischen Woche neben des Lübecker Wappens auch die Embleme jener Länder wiederfinden. Ein Symbol der Einigkeit und diplomatischen Bemühungen, welches in den Händen von Sammlern und angereisten Gästen Spuren entsprechender Signalkraft hinterlassen haben wird.

In ihrer Kombination spiegeln die vielfältigen Motive sowohl die Eigenarten der Sprache als auch die facettenreichen Alltagserscheinungen der Menschen Lübecks wider. Im Magazin des Historischen Archivs des OSV sind diese vielfältigen Serien neben etlichen nicht weniger schönen und kulturell aussagekräftigen Notgeldscheinen anderer Regionen gesichtet und weiterhin für die Nachwelt verewigt.

Fabian Helbig

Praktikant des Historischen Archivs des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

Medienliste der OSV-Bibliothek

Zeitungen, Zeitschriften, Newsletter

von A bis Z

Arbeit und Arbeitsrecht – Personal, Praxis, Recht [1 Lizenz] [Link]

Archiv – Theorie und Praxis [Link]

Archiv und Wirtschaft – Zeitschrift für das Archivwesen der Wirtschaft [Link]

Auto Straßenverkehr – alles rund ums Auto [4 Lizenzen] [Link]

Bank und Markt – die digitale Bank [1 Lizenz] [Link]

Bankmagazin – für Führungskräfte der Finanzwirtschaft [1 Lizenz] [Link]

Bibliotheksdienst [Link]

Börsen-Zeitung – Nachrichten für Finanzmärkte [1 Lizenz] [Link]

Capital [1 Lizenz] [Link]

Cards – Karten – Cartes – Zeitschrift für Zahlungsverkehr und Payments [1 Lizenz] [Link]

c’t – Magazin für Computertechnik [1 Lizenz] [Link]

Datenschutz aktuell [1 Lizenz] [Link]

Datenschutz-Berater [1 Lizenz] [Link]

DEMO – Demokratische Gemeinde – das sozialdemokratische Magazin für Kommunalpolitik [Link]

Facility Manager [Der] – Gebäude und Anlagen besser planen, bauen, bewirtschaften [1 Lizenz] [Link]

FinanzBusiness [1 Lizenz] [Link]

Finanz-Szene – der Newsletter für die Banken- und Finanzbranche online [3 Lizenzen] [Link]

Finanztest [1 Lizenz] [Link]

Flottenmanagement – das Fachmagazin für innovatives Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement [Link]

Frankfurter Allgemeine Zeitung [1 Lizenz] [Link]

Geldwäsche & Recht [3 Lizenzen] [Link]

Handelsblatt [2 Lizenzen] [Link]

Harvard Business Manager [1 Lizenz] [Link]

Horizont – Zeitung für Marketing, Werbung und Medien [1 Lizenz] [Link]

Human Resources Manager [1 Lizenz] [Link]

Immobilien & Finanzierung – der langfristige Kredit [1 Lizenz] [Link]

ImPuls Infobrief – der Infobrief für die Sparkassen-Finanzgruppe [Institutslizenz]

Impulse – Netzwerk und Know-how für Unternehmer [1 Lizenz] [Link]

Kommunalpolitische Blätter [1 Lizenz] [Link]

Kommunalwirtschaft [1 Lizenz] [Link]

Landkreis [Der] – Zeitschrift für kommunale Selbstverwaltung [Link]

Landtagsnachrichten Mecklenburg-Vorpommern [Link]

Lohn + Gehalt – Entgeltabrechnung aus erster Hand [1 Lizenz] [Link]

manager magazin – Wirtschaft aus erster Hand [1 Lizenz] [Link]

managerSeminare – das Weiterbildungsmagazin [1 Lizenz] [Link]

Mitteilungen des Sächsischen Städte- und Gemeindetages [Link]

Neue Juristische Wochenschrift [Link]

Neue Zeitschrift für Arbeitsrecht [Link]

Neue Zeitschrift für Insolvenz- und Sanierungsrecht [Link]

NZA-Rechtsprechungs-Report Arbeitsrecht [Link]

Personalrat aktuell – kompakt, konkret, rechtssicher [Link]

Personalwirtschaft – das Magazin für den Job HR [1 Lizenz] [Link]

personal.magazin – Impulse zur Gestaltung der Arbeitswelt [1 Lizenz] [Link]

Platow Brief [Der] – News und exklusive Recherchen für den Finanzplatz Deutschland [1 Lizenz] [Link]

politik & kommunikation [1 Lizenz] [Link]

Recht der Arbeit [Link]

Spiegel [Der] [1 Lizenz] [Link]

Stiftung Warentest [1 Lizenz] [Link]

Süddeutsche Zeitung [1 Lizenz] [Link]

Super Illu [1 Lizenz] [Link]

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W&V Werben und Verkaufen – Marketing, Media, digitale Kommunikation [1 Lizenz] [Link]

Welt [Die] – Aktuelle Nachrichten, News, Hintergründe & Videos [1 Lizenz] [Link]

working@office – das führende Fachportal für professionelles Büromanagement [1 Lizenz] [Link]

Zeitschrift Führung + Organisation [1 Lizenz] [Link]

Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen [1 Lizenz] [Link]

Zeitschrift für Tarif-, Arbeits- und Sozialrecht des öffentlichen Dienstes (ZTR) [1 Lizenz] [Link]

Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht – Wertpapiermitteilungen [3 Lizenzen] [Link]

Zeitschrift für Wirtschaftsrecht [Link]

Datenbanken

Abmahnungs-Generator [1 Lizenz] [Link]

Aushangpflichtige Gesetze Öffentlicher Dienst [Institutslizenz] [Link]

Bank- und Kapitalmarktrecht PREMIUM (Beck) [3 Lizenzen] [Link]

Beratermodul Otto Schmidt ZIP – Zeitschrift für Wirtschaftsrecht [3 Lizenzen] [Link]

Betriebliche Altersversorgung im öffentlichen Dienst [3 Lizenzen] [Link]

Betriebsvergleich der Sparkassen (DSV-Portal) [Institutslizenz]

Fachmitteilungen für die Praxis – Fachmitteilungen online (DSV-Portal) [Institutslizenz]

Fachmodul Arbeitsrecht OPTIMUM (Beck) [5 Lizenzen] [Link]

Fachmodul Öffentliches Arbeits- und Tarifrecht PLUS (Beck) [4 Lizenzen] [Link]

Grundlagen des Giroverkehrs Online – GG Online [Institutslizenz]

Handbuch Kontenrahmen und Jahresabschluss der Sparkassen (DSV-Portal) [Institutslizenz]

Haufe Steuer Office für Steuerberater [1 Lizenz] [Link]

Haufe TVöD Office für die Verwaltung [3 Lizenzen] [Link]

Insolvenzrecht PREMIUM (Beck) [3 Lizenzen] [Link]

Kreditwesengesetz online – KWG digital [2 Lizenzen] [Link]

Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) [10 Lizenzen]

NWB PRO – Kanzleipaket [5 Lizenzen] [Link]

Sparkassenfachbuch online (DSV-Portal) [Institutslizenz]

Statistik der Sparkassen (DSV-Portal) [Institutslizenz]

Tarifrecht im öffentlichen Dienst – das Recht der Eingruppierungen von A – Z [3 Lizenzen] [Link]

TVöD context [6 Lizenzen] [Link]

TVöD Entgeltordnung VKA – Eingruppierung in der Praxis [3 Lizenzen] [Link]

TVöD PLUS [3 Lizenzen] [Link]

Wolters Kluwer Online: Arbeitsrecht [3 Lizenzen] [Link]

Zeugnis-Generator [1 Lizenz] [Link]

ZIS – Kundensystematik für ein Zentrales Informationssystem (DSV-Portal) [Institutslizenz]

Zivilrecht OPTIMUM (Beck) [3 Lizenzen] [Link]

Ergänzungslieferungen

Bankrecht und Bankpraxis [1 Lizenz] [Link]

Datenschutz-Grundverordnung / Bundesdatenschutzgesetz [Link]

Datenschutz-Management kompakt [1 Lizenz] [Link]

Datenschutzrecht – Kommentar [Link]

EDV-Recht [Link]

Gesetz über die Mitbestimmung der Personalräte – Kommentar [Link]

Grundgesetz – Kommentar [Link]

Handbuch Ordnungsmäßigkeit und Prüfung des Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäfts

Insolvenzordnung – Kommentar [Link]

Kommunalverfassungsrecht Sachsen mit Kommentierungen [Link]

Kommunalverfassungsrecht Sachsen-Anhalt mit Kommentierungen [Link]

Kreditwesengesetz [Link]

Landespersonalvertretungsgesetz Freistaat Sachsen – Kommentar [Link]

Landespersonalvertretungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern – Kommentar [Link]

Landespersonalvertretungsgesetz Sachsen-Anhalt – Kommentar [Link]

Personalvertretungsrecht in Brandenburg [Das] – Kommentar [Link]

Potsdamer Kommentar [1 Lizenz] [Link]

Sozialgesetzbuch SGB II – Kommentar [Link]

Sozialgesetzbuch SGB III – Kommentar [Link]

Sozialgesetzbuch SGB IV – Kommentar [Link]

Sozialgesetzbuch SGB IX – Kommentar [Link]

Sozialgesetzbuch SGB V – Kommentar [Link]

Sozialgesetzbuch SGB VI – Kommentar [Link]

Sozialgesetzbuch SGB XI – Kommentar [Link]

Sparkassengesetz Nordrhein-Westfalen – Kommentar [Link]

  • Auszug aus einem Brigadebuch der Stadtsparkasse Dresden von 1983 : © Historisches Archiv des OSV

Weihnachtsfeiern in der DDR – Arbeiten (und Feiern) im Kollektiv

Weihnachtsfeiern sind heutzutage in den allermeisten Firmen und Betrieben ein fester Bestandteil des Jahreskalenders. Jeden Dezember aufs Neue sind die Restaurants und Festsäle durch Firmengruppen ausgebucht. Von kleinen Teams bis hin zu ganzen Abteilungen trifft man sich, um ein leckeres Weihnachtsessen zu genießen.

Doch wie wurde dies in der ehemaligen DDR gehandhabt? Einen Einblick geben uns die sogenannten Brigadebücher der Betriebe und Verwaltungen, hier beispielhaft das Brigadebuch des Arbeitskollektivs Gewerkschaftsgruppe M12 der Stadtsparkasse Dresden. Dieses Brigadebuch ist zusammen mit vielen weiteren als Depositum der Ostsächsischen Sparkasse Dresden in das Historische Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes gelangt und von uns Praktikanten in der Datenbank verzeichnet und erschlossen worden.

Für mich, der in Bayern geboren und aufgewachsen ist, waren Brigadebücher neu und unbekannt. Auch im Geschichtsunterricht in der Schule habe ich nichts darüber erfahren. Brigadebücher waren in der DDR ab 1960 bis 1989 in Betrieben und der Verwaltung in Verwendung. Die Führung eines Brigadetagebuchs war Voraussetzung zur Erlangung des staatlichen Ehrentitels „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“, für den die Brigade eine Urkunde und eine Kollektivprämie erhielt. Das Tagebuch spiegelte die gemeinsamen Anstrengungen zur Planerfüllung und die Zusammengehörigkeit des Arbeitskollektivs wider.[1] Es enthielt Verpflichtungserklärungen des Kollektivs, Zielvereinbarungen, Kultur- und Reisebeiträge, aber auch Berichte über Geburtstags- und Faschingsfeiern sowie Urlaubsgrüße.

Die Gewerkschaftsgruppe M12 veranstaltete ihre Weihnachtsfeiern sowohl in den eigenen Filialräumen als auch auswärts, wie im Interhotel Astoria in Dresden oder der Gaststätte Waldesruh in der Waldmaxbaude. Zu jeder Weihnachtsfeier wurde eine Verlosung von Weihnachtsgeschenken organisiert. Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin durfte zuvor ein oder mehrere Dinge zu einem bestimmten maximalen Wert auf einen Wunschzettel notieren. Während der Feier wurden dann die Lose gezogen und ein „Weihnachtsmann“ verteilte die Geschenke. Die Mitarbeiter, welche die Geschenke ihres Wunschzettels erhielten, freuten sich natürlich am meisten. Für das leibliche Wohl wurde entweder von der Gaststätte oder von den Mitarbeitern selbst gesorgt. Zur weiteren Unterhaltung kamen häufig Gesellschaftsspiele oder Quizze zum Einsatz. 1983 trat sogar der anlässlich zur Weihnachtsfeier ins Leben gerufene „Chor der alten Sparkassen-Vokalisten“ auf.

Im Jahr 1982 hatten sich zwei Kolleginnen besonders Mühe gegeben und eine kleine satirische Festzeitung verfasst. Sie enthielt Beiträge wie das „Sparkassen-ABC“, mit Einträgen wie zum Beispiel:

„B – Beratung: Zeit fehlenden Schlaf nachzuholen            
C – Chaos: Zustand, wenn 2 Kunden auf einmal kommen            
U – Urlaub: Ziel allen Schuftens“.

Aber auch Witze und selbstgeschriebene Gedichte und Verse über die eigenen Arbeitskollegen:             

„Es tönt die Frage – wer will zum Frühstück was haben
Kollegin G. ruft, ich möchte an 3 Brötchen mich laben  
Und hört sie den Preis, erschrickt sie – so viel? 
Trotzdem sind morgen 4 Semmeln ihr Ziel“        

„Für Kollegin W. bringt die Winterzeit   
wieder sehr viel Zeitvertreib.    
Die Straßen sind voll Schnee und Eis      
und Straßenbahn fährt keine meist.      
Nach Papperitz, den Berg hinauf,            
da macht die Luft schon ganz schön schnauf.    
Doch abwärts hat Glatteis den Vorteil dann,      
dass sie zur Arbeit rollen kann.“

Daniel Müller

Praktikant des Historischen Archivs des Ostdeutschen Sparkassenverbandes


[1] https://saxarchiv.hypotheses.org/11802; zulsetzt abgerufen im Dezember 2024

  • Die Spardose aus den 1960er Jahren funktioniert auch mit Euro-Münzen tadellos. Sie ist eine von mehreren ungewöhnlichen Spardosen, die wir mit dem Archivbestand der Ostsächsischen Sparkasse Dresden übernommen haben. : © Historisches Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

  • Einfach an der Kurbel drehen - und es passiert: Der Star kommt mit geöffnetem Schnabel heraus, schnappt sich die Münze, fährt wieder rein und lässt das Geld im Häuschen fallen. : © Historisches Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

„Kommt ein Vogel geflogen…“

Spardosen sind wahre Kunstwerke, die in nahezu jeder erdenklichen Form, Farbe und Größe daherkommen. Heute möchte ich einen ganz besonderen Neuzugang vorstellen, der kürzlich von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden eingetroffen ist. Als Praktikant im Historischen Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes habe ich die Aufgabe, die neuen Spardosen zu erschließen und zu digitalisieren, die wir erhalten haben.

Unter einer bunten Sammlung von Spardosen, die vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1980er Jahre reichen, entdeckte ich schließlich ein ganz besonderes Exemplar: ein liebevoll gestaltetes Vogelhäuschen. Diese charmante Spardose aus den frühen 1960er-Jahren hat ihre lebhaften Farben über die Jahrzehnte hinweg bewahrt, und der Mechanismus, der ihr einen besonderen Charakter verleiht, funktioniert bestens.

Dreht man nun an der kleinen Kurbel, so ertönt ein klickendes Geräusch und wie aus dem Nichts kommt der kleine Star aus dem Häuschen. Er beugt sich in Richtung der Münze. Kaum hat er das „Geld-Futter“ fest im Schnabel, verschwindet er mit einem kleinen Schwung in seine Behausung zurück.

Doch diese Vogelhäuschen-Spardose ist nicht die erste ihrer Art. Bereits 1890 erschien eine Vogel-Spardose aus Holz, die sogar eine integrierte Spieluhr hatte. Solche spielerischen Spardosen machen das Sparen nicht nur zu einer praktischen Angelegenheit, sondern verwandeln es in ein Erlebnis, das sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht und dazu anregt, ihr Erspartes zu vermehren.

Viktor Rosin

Praktikant des Historischen Archivs des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

Literatur:

Thurn, Hans Peter: Die Kultur der Sparsamkeit: die Kulturgeschichte des Sparens. Stuttgart 1982.

  • Im „Schickler-Palais“ in der Gertraudenstraße 16/17 hatte der DSGV seinen Sitz in Berlin (Foto von 1922) : © Sparkassenhistorisches Dokumentationszentrum des DSGV

  • Dr. Ernst Kleiner, Präsident des DSGV 1924-35 (Foto um 1926) : © Sparkassenhistorisches Dokumentationszentrum des DSGV

  • Das aus den Buchstaben „DSGV“ geformte erste Signet der Sparkassenorganisation, entworfen vom Grafiker Karl Schulpig : © Sparkassenhistorisches Dokumentationszentrum des DSGV

Vor 100 Jahren: Gründung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes in Berlin

In der Geschichte der Sparkassen-Finanzgruppe kommt dem Jahr 1924 eine besondere Bedeutung zu. Es war nicht nur das Jahr, in dem Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland begannen, sich von Verwerfungen der Inflationszeit zu erholen. Es war auch das Jahr, in dem sich die bis dahin separat bestehenden Sparkassen-, Giro- und Kommunalbanken- organisationen unter einem Dach, dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband, vereinigten.

Die Sparkassenorganisation war dabei die älteste Wurzel. Sie war bereits 1884 entstanden, als sich der Sparkassenverband für Westdeutschland in Deutscher Sparkassenverband umbenannte und für Sparkassen aus allen Teilen des Deutschen Reichs öffnete. Der Deutscher Sparkassenverband agierte seitdem als Spitzenverband, der die Interessen der Sparkassen sowohl gegenüber den Institutionen des Deutschen Reichs als auch Preußens vertrat.

Die Giroorganisation war etwa ein Vierteljahrhundert später ins Leben getreten. Der Nossener Bürgermeister und Sparkassenvorsitzende Dr. Johann Christian Eberle hatte 1908 in Sachsen den ersten Giroverband gegründet, um einen Überweisungsverkehr zwischen den Sparkassen durchführen zu können. In der Folgejahren entstanden weitere regionale Giroverbände mit Girozentralen als Clearingstellen. Sie gründeten 1916 den Deutschen Zentral-Girover­band als ihren Dachverband.

Kommunalbanken waren erst während und nach dem Ersten Weltkrieg von Städten und Kreisen errichtet worden, weil die Rentabilität der Sparkassen durch die Inflation erheblich gesunken war. Diese Stadt- und Kreisbanken waren nicht so scharf reguliert wie die Sparkassen, weshalb sie gewinn- trächtigere Geschäfte machen konnten. 1921 schlossen sie sich im Deutschen Verband der kommunalen Banken zusammen.

Bereits bei der Gründung des Kommunalbankenverbandes wurde beschlossen, die drei Spitzenverbände baldmöglichst zu fusionieren. Die daraufhin eingeleiteten Verhandlungen zogen sich jedoch hin. Erst im Frühjahr 1924 waren die letzten Hindernisse aus dem Weg geräumt, sodass am 15. März des Jahres im Charlottenburger Rathaus der neue Einheits- verband unter dem Namen Deutscher Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gegründet werden konnte. Den Vorsitz übernahm Dr. Ernst Kleiner, der zuvor den Deutschen Zentral-Girover­band geleitet hatte.

Der DSGV nahm nicht allein die typischen Verbandsfunktionen wahr. Er war auch Träger einer eigenen „Bankanstalt“, der Deutsche Girozentrale. Diese war zugleich Spitzeninstitut für den Giroverkehr und Geschäftsbank mit eigenem Kredit­geschäft. Um die Trägerschaft für die DGZ wahrnehmen zu können, besaß der DSGV die Rechtsform einer Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Der neue Verband entwickelte rasch eine beeindruckende Aktivität auf vielen Gebieten. Noch 1924 richtete er einen Zentralen Werbeausschuss ein und gab die „Deutsche Sparkassen-Zeitung“ heraus, die als Sprachrohr des Verbandes sowohl in die Sparkassenorganisation als auch in die Öffentlichkeit hinein wirkte. Im Oktober desselben Jahres nahm eine Delegation des DSGV am 1. Internationalen Sparkassenkongress in Mailand teil, wo die Gründung eines Internationalen Instituts der Sparkassen und die Einführung des Weltspartags beschlossen wurden.

Seine politische Schlagkraft bewies der DSGV in den ersten Jahren seines Bestehens, indem er die Sparkassen erfolgreich gegen Kritik verteidigte, sie würden zunehmend mit den privaten und genossenschaftlichen Banken konkurrieren und dabei ihre originären Aufgaben vernachlässigen.

Der Übergang von der Weimarer Republik in das sog. „Dritte Reich“ gelang dem DSGV und seinem Führungspersonal weitgehend reibungslos. Der Verband passte sich an die neuen Gegebenheiten an und diente den politischen und wirtschaftlichen Zielsetzungen der NS-Diktatur.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs stellte der DSGV seine Arbeit ein, ohne jedoch aufgelöst zu werden. In den westlichen Besatzungszonen konstituierte sich 1947 eine Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sparkassen- und Giroverbände und Girozentralen. Sie wuchs sukzessive in die Aufgabenstellungen eines Spitzenverbandes hinein und erhielt 1950 die Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Drei Jahre später nahm die Arbeitsgemeinschaft den Namen Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V. an.

Der ‚alte‘ DSGV, der fortan in Abgrenzung zu seinem Namensvetter mit dem Zusatz „ö.K.“ („öffentliche Körperschaft“) bezeichnet wurde, blieb dennoch bestehen. Er fungierte aber nicht mehr als Dachverband der Sparkassen- organisation, sondern nur noch als Träger der DGZ, die in der Bundes- republik 1949 als „verlagertes Geldinstitut“ anerkannt worden war und seit 1954 wieder alle Bankgeschäfte betrieb. Diese Funktion nimmt der DSGV ö.K. heute für die DekaBank Deutsche Girozentrale wahr.

Dr. Thorsten Wehber
Leiter des Sparkassenhistorischen Dokumentationszentrums
Deutscher Sparkassen- und Giroverband e.V., Bonn

Literatur:
Josef Hoffmann: Deutsche Sparkasseneinheit. Prinzipien · Politik · Organisation. Stuttgart 1969.
(Franz) Künzer: Der Einheitsverband, in: Sparkasse, Nr. 1149 v. 27. März 1924, S. 177-179.
Jürgen Mura: Geschichte der Sparkassen- und Giroverbände, in: Ders.: Entwicklungslinien der deutschen Sparkassengeschichte. Stuttgart 1987,
S. 51-65.
Janina Salden: Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband zur Zeit des Nationalsozialismus. Stuttgart 2019