• © Historisches Archiv des OSV

Wiederaufbau mit der Reichsmark

Als das Historisches Archiv des OSV anlässlich des Weltspartages 2012 öffentlich das älteste Sparbuch im Verbandsgebiet suchte, ist auch dieses Quittungs-Buch als Geschenk in unseren Bestand gekommen. Die Löbauer Sparkasse stellte es vor genau 100 Jahren aus. Die Eintragung des Kassierers an diesem 22. Juli macht etwas stutzig. Eingezahlt wurden natürlich nicht Mark. Die Reichsmark war seit 1924 die neue Währung.

Viele unserer Sparkassenbücher weisen übrigens diesbezügliche Markierungen in gestempelter oder/und handschriftlicher Form auf. Man hat unzeitgemäße Exemplare also nicht weggeworfen, sondern weitergenutzt. Verständlich. Sparsamkeit hieß die Devise. Die Aufbaujahre nach der verheerenden Hyperinflation waren auch für die Sparkassen wirtschaftlich sehr herausfordernd.

Ihre Kundschaft versuchte sich indes wieder Rücklagen aufzubauen. Die Besitzerin des abgebildeten Sparbuchs war damals ein 12jähriges Bauernmädchen. Ihre spätere Tochter, die es einsendete, vermutete ein Sparen für die Aussteuer. Ein klassisches Sparziel. Die Wanderausstellung „Ein Buch weckt Erinnerungen“, die infolge der Such-Aktion entstand, thematisiert insbesondere solche persönlichen Spargeschichten. Unsere Mitgliedsinstitute können sie nach wie vor gern beim Verband ausleihen.

  • © Historisches Archiv des OSV

Mansfelder Silber

Mit der Talerwährung starteten bekanntlich die ersten Sparkassen in unserem Geschäftsgebiet. Auf den Silbermünzen waren vorn die Landesherren abgebildet. Die Rückseite zeigte üblicherweise das jeweilige Wappen. Es gab aber auch besondere Prägungen, wie diesen 170 Jahre alten Mansfelder Ausbeutetaler. Bereits im Mittelalter wurde südöstlich des Harzes Silber abgebaut. Die Gegend um Hettstedt, Klostermansfeld, Mansfeld und Eisleben besaßen lange Zeit die Mansfelder Grafen, deren Geschlecht im 18. Jahrhundert ausstarb.

Ab 1815 gehörte das Mansfelder Land vollständig Preußen. Dessen Könige ließen dann mit dem Gewinn des profitablen Bergbaus ebenfalls sehr viele Taler prägen. Gemäß dem preußischen Münzfuß steckt der vierzehnte Teil einer feinen Mark (knapp 234 Gramm) Silber in diesem Taler. Sicherlich hatte auch manche Sparkasse mit solch einem Geldstück zu tun. Die erste in der Region bestand übrigens bereits seit 1843 in der Stadt Eisleben.

  • Seit 1931 befindet sich die Sparkasse am Kornmarkt. Auf der Freifläche ist heute das Kornmarkt-Center. (Ausschnitt Ansichtskarte unbekannter Verlag, vers. 1937; Bestand: Historisches Archiv des OSV) : © Historisches Archiv des OSV

Die Umzüge der Bautzener Sparkasse

Gestern reisten wir per Zug zur Beratung bei der Kreissparkasse Bautzen. Der Sitz der Sparkasse befindet sich am Bautzener Kornmarkt. Und das schon ziemlich lange. Am 20. Juli 1931 zog die damalige Stadtsparkasse in den Neubauteil (links) des gemeinsamen Gebäudes mit dem Stadtmuseum. Zu der Zeit existierte sie schon fast ein Jahrhundert und hatte einige Umzüge hinter sich. Viele der historischen Standorte lassen sich heute noch finden, etwa bei einem Stadtbummel.

So war die Sparkasse bereits in der Schloßstraße 2 (1839-1850), im Stadthaus am Hauptmarkt (1850-1884) und im Gewandhaus (1884-1931) untergebracht. Der Gründungsort selbst scheint unspektakulär. Am 19. Dezember 1832 gab der Stadtrat in einer Anzeige in den Budissiner Nachrichten die Eröffnung in einem Hinterhaus in der Kesselgasse (heute Kesselstraße 5) bekannt. Dort startete die Sparkasse unter der Leitung des umtriebigen Kaufmanns Gustav Eduard Heydemann.

  • Werbeplakat der Stadtsparkasse Chemnitz und sozialistischer Spargroschen, geprägt in Ostberlin : © Historisches Archiv des OSV

Planwirtschaft und Spargroschen

Unmittelbar nach der Währungsreform im sowjetischen Besatzungsgebiet beschloss die SED 1948 den Zweijahresplan für 1949/50. Die Sparkassen wurden in die Planwirtschaft einbezogen. Sie hatten Vorgaben im Spargeschäft zu erfüllen und die Werbung zu intensivieren. Dies betraf auch die 1945 neugegründete Stadtsparkasse Chemnitz. Von ihr stammt dieses Reklameplakat. Es weist ein interessantes Detail auf. Abgebildet ist nämlich ein nicht ganz zeitgemäßes Geldstück.

10 Reichspfennig wurden zwar, nun ohne Hakenkreuz auf der Rückseite, in der Besatzungszeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geprägt. Mit dem Buchstaben D zum Beispiel in München. Aber ab dem 3. April 1949 waren sie in der Sowjetzone nicht mehr gültig. Mittlerweile gab es dort neue Spargroschen im sozialistischen Design. Die Münzen der Militäradministration zeigen eine auf dem Zahnrad liegende Ähre als Symbol des Zweijahresplans. Mit dem Wort „Deutschland“ erhob man sogar einen politischen gesamtdeutschen Anspruch.

  • © Historisches Archiv des OSV

Start der Sparkasse in Wiesenburg (Mark)

Heute ist in Wiesenburg (Mark) die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam vor Ort. Dieses Sparbuch aus unserem umfangreichen Bestand wurde vor genau 100 Jahren für eine Kundin aus der kleinen Stadt ausgestellt. Die Postangestellte zahlte an dem Tag 200 Reichsmark ein. Aber nicht vor Ort, denn zu der Zeit gab es noch keine Geschäftsstelle. Erst zwei Jahre später richtete die Zauch-Belziger Kreissparkasse eine Zweigstelle ein. Leiter wurde Herr V. Senst. Der heutige Ortsteil Reetz bekam 1928 ebenfalls eine. Zu der Zeit bestanden schon einige Filialen im Kreisgebiet, zum Beispiel seit dem Eröffungsjahr 1858 der Sparkasse in Niemegk. Erst 1922 kamen Glindow, Lehnin und Michendorf dazu. Damals war bereits Landrat Edmund Bohne Vorsitzender des Verwaltungsorgans. Im Sparbuch können Sie seine Unterschrift gut erkennen.

  • Erste Sparkassenstandorte im heutigen Landkreis Barnim in verschiedenen historischen Kreisen (Abb. Ausschnitt Landkarte der preuß. Provinz Brandenburg; Druck und Verlag von C. Flemming in Glogau, 1844) : © Historisches Archiv des OSV

Historische Sparkassenstandorte im Landkreis Barnim

Die Sparkasse Barnim feiert dieses Jahr ihren 175. Geburtstag. Der Anlass ist die Gründung der Oberbarnimer Kreissparkasse mit Sitz in Freienwalde am 1. Oktober 1851. Dazu folgt hier ein separater Beitrag im Herbst. Bad Freienwalde (Oder) gehört heute bekanntlich zum Landkreis und zur Sparkasse Märkisch-Oderland. Mich interessieren an dieser Stelle die ersten Standorte im heutigen Geschäftsgebiet der Sparkasse Barnim. Das lag früher in verschiedenen historischen Kreisen.

Kreissparkassen brauchten Anlaufstellen in der Fläche, damit die Kundschaft nicht ganz so weite Wege hatte. Die erwähnte Sparkasse des Oberbarnimer Kreises richtete die erste Nebenstelle im jetzigen Barnimer Gebiet bereits 1862 in Eberswalde ein. Für den Niederbarnimer Kreis wiederum eröffnete am 3. Januar 1857 eine Sparkasse mit Sitz in Berlin. Im heutigen Barnimer Sparkassengebiet hatte sie schon im ersten Jahr eine Nebenstelle in Bernau.

Auch im damaligen Kreis Angermünde finden sich Wurzeln der Sparkasse Barnim. Die dortige kommunale Kreissparkasse wurde am 1. Januar 1858 gegründet. Ihre ersten Annahmestellen richtete sie 1879 ein, etwa in Joachimsthal und Oderberg. Doch damit nicht genug. Es gab nämlich auch noch Stadtsparkassen. Der aktuelle Hauptsitz Eberswalde bekam eine solche am 1. Oktober 1877. Übrigens: Biesenthal gründete bereits 1859 eine Stadtsparkasse und ist deswegen ebenfalls auf der Karte markiert.