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Spannende Spardosen aus dem Archiv

Seit einigen Wochen beschäftigen wir, die Werkstudent*innen des Historischen Archivs, uns mit dem Sichten verschiedener Spardosen aus dem Nachlass eines begeisterten Sammlers. Dieser hatte im Laufe seines Lebens über eintausend Spardosen aus den verschiedensten Teilen der Erde gesammelt und konnte dabei sowohl einige skurrile als auch historisch interessante Exemplare ergattern. Zwei möchten wir hier präsentieren und kurz einordnen.

Bild 1 – Ausgelaufener Farbeimer

Diese Spardose hat eine Höhe von circa 18 cm und entstand in den 1980er Jahren. Künstlerisch war zu dieser Zeit unter anderem die Richtung der aus dem Punkrock hervorgegangenen New Wave und der Pop-Art mit bekannten Vorreitern wie Andy Warhol populär.

Sichtbar wird in der Spardose vor allem der Einfluss des australischen Künstlers Geoffrey Rose, der in seiner Werkreihe „Frozen Moments“ aus den späten 1970er Jahren eingefrorene Objekte und Alltagssituationen zeigt. Oftmals stellt er dabei auslaufende Objekte wie Getränkedosen dar, wodurch die besondere Ähnlichkeit zum hier gezeigten Farbeimer ersichtlich wird.

Die Spardose wurde von der Firma „American Paint Factory“ hergestellt und ist sowohl in anderen Farben als auch mit der Funktion eines Aschenbechers erhältlich. Wer die Spardose erwerben will, muss je nach Größe mit Preisen von circa 175 bis 330 Euro rechnen.

Bild 2 – Nähmaschinen-Spardose der Marke Singer

Diese etwa 13 cm hohe Spardose in Form einer Nähmaschine der Marke Singer mit dem Schriftzug „Nähe elektrisch“ aus den 1930er Jahren stammt von der Manufaktur Ruppel in Gotha.

Der Nähmaschinen-Hersteller Singer, gegründet im Jahr 1851 in den USA von Isaac Merritt Singer und Edward Clark, gilt als Erfinder der ersten praktikablen Nähmaschine mit Geradstich. Spardosen wie diese wurden mit dem Zweck entworfen, Kinder schon früh an die Bedienung mit Geräten wie diesen heranzuführen. Schon damals wurden derartige Maschinen per Ratenkauf angeboten, wodurch Kinder mit einer solchen Spardose bereits früh damit beginnen konnten, darauf zu sparen.

Gehandelt werden die Nähmaschinen-Spardosen für 200 bis 250 Euro.

Sophie Plöger & Theo Runge

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Mansfelder Silber

Mit der Talerwährung starteten bekanntlich die ersten Sparkassen in unserem Geschäftsgebiet. Auf den Silbermünzen waren vorn die Landesherren abgebildet. Die Rückseite zeigte üblicherweise das jeweilige Wappen. Es gab aber auch besondere Prägungen, wie diesen 170 Jahre alten Mansfelder Ausbeutetaler. Bereits im Mittelalter wurde südöstlich des Harzes Silber abgebaut. Die Gegend um Hettstedt, Klostermansfeld, Mansfeld und Eisleben besaßen lange Zeit die Mansfelder Grafen, deren Geschlecht im 18. Jahrhundert ausstarb.

Ab 1815 gehörte das Mansfelder Land vollständig Preußen. Dessen Könige ließen dann mit dem Gewinn des profitablen Bergbaus ebenfalls sehr viele Taler prägen. Gemäß dem preußischen Münzfuß steckt der vierzehnte Teil einer feinen Mark (von knapp 234 Gramm) Silber in diesem Taler. Sicherlich hatte auch manche Sparkasse mit solch einem Geldstück zu tun. Die erste in der Region bestand übrigens bereits seit 1843 in der Stadt Eisleben.

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Start der Sparkasse in Wiesenburg (Mark)

Heute ist in Wiesenburg (Mark) die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam vor Ort. Dieses Sparbuch aus unserem umfangreichen Bestand wurde vor genau 100 Jahren für eine Kundin aus der kleinen Stadt ausgestellt. Die Postangestellte zahlte an dem Tag 200 Reichsmark ein. Aber nicht vor Ort, denn zu der Zeit gab es noch keine Geschäftsstelle. Erst zwei Jahre später richtete die Zauch-Belziger Kreissparkasse eine Zweigstelle ein. Leiter wurde Herr V. Senst. Der heutige Ortsteil Reetz bekam 1928 ebenfalls eine. Zu der Zeit bestanden schon einige Filialen im Kreisgebiet, zum Beispiel seit dem Eröffungsjahr 1858 der Sparkasse in Niemegk. Erst 1922 kamen Glindow, Lehnin und Michendorf dazu. Damals war bereits Landrat Edmund Bohne Vorsitzender des Verwaltungsorgans. Im Sparbuch können Sie seine Unterschrift gut erkennen.

  • Eichhörnchen, Bienen und Ameisen beim Sammeln : © Historisches Archiv des OSV

Spartier Ameise?

Dass Sparkassen in früheren Zeiten den Bienenkorb als Sinnbild nutzten, um für das Vorsorgen zu werben, ist in unserem Sparkassengeschichtsblog schon oft thematisiert worden. Andere Tiere legen ebenfalls Vorräte für den Winter an. Aber wirklich auch Ameisen? Sie zeigt das Cover der Klappkarte beim Sammeln. So wollte die Stadtsparkasse Ziesar vor etwa 90 Jahren Schulkinder zum Kleinsparen animieren. Dazu trug auch der alte Sinnspruch bei. Einem Jungen aus der 3. Klasse gehörte diese Sparmarkenkarte. Der sparsame Schüler beklebte sämtliche Felder der dafür vorgesehenen Seite. So kamen 4 Reichsmark zusammen, die als Guthaben auf dem Sparbuch landeten. Sicherlich für schöne Dinge und nicht für Notzeiten.

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Sparsame Ostern

Der Osterhase guckt aber komisch auf die Zuckertüte. Was haben die beiden denn miteinander zu tun? Nun, als diese Sparkarte hergestellt wurde, fand die Einschulung noch zu Ostern statt. Erst später wurde der Termin verlegt. Für die ABC-Schützen hatte die Dresdner Sparkasse vor etwa 90 Jahren diesen Werbeartikel parat. Schon seit 1926 betrieb sie übrigens Schulsparkassen, um die Jugend zur Sparsamkeit zu erziehen.

Die Felder mit den kindgerechten Motiven galt es mit Sparmarken zu bekleben. Die gab es beim Lehrer für 10 oder 50 Pfennige das Stück. Und waren alle Felder voll, konnte die Gutschrift auf dem Sparbuch bei der Sparkasse erfolgen. Sie hatte damals 18 Anlaufstellen in Dresden. Für das Sparen in der Schule stellte sie aber nicht nur Sparmarken und -karten zur Verfügung. Besondere Sparautomaten wurden ebenfalls eingesetzt.

  • Albert war von 1873 bis 1902 König von Sachsen. : © Historisches Archiv des OSV

Der König in Silber

Heute präsentieren wir Ihnen eine 150 Jahre alte Münze aus unserer Sammlung, die auch immer wieder eine Wanderausstellung zur Geldgeschichte ergänzt, wenn diese in Sachsen Station macht. Zum Beispiel anlässlich eines Sparkassenjubiläums. 25 Gramm Silber stecken in diesem Geldstück, das in Dresden geprägt wurde. Landesherr war zu der Zeit Albert.

Seit Anfang 1875 galt im Königreich Sachsen die Rechnung mit der Reichswährung Mark. Gemäß einem Münzgesetz vom 9. Juli 1873 wurden damals nicht nur Goldmünzen zu 20, 10 und 5 Mark, sondern auch Geldstücke aus Silber, etwa zu 5 und 2 Mark, geprägt.

Alle genannten Zahlungsmittel trugen auf einer Seite den Reichsadler und auf der anderen den Kopf des jeweiligen Landesherrn beziehungsweise das Wappen der freien Städte Bremen, Hamburg und Lübeck. Im Königreich Sachsen wurde mit dem Buchstaben E geprägt. Etwa sieben Prozent der einschlägigen Münzsorten im Reich erschienen als sächsische Prägungen mit dem Kopfbild des jeweiligen Königs.