• In Duderstadt warteten Bürger nicht etwa stundenlang auf die Auszahlung des Begrüßungsgeldes, sondern "durchschnittlich 2 Minuten". Auch von "Stückelungs-Problemen" wie es sie in der "Finanzmetropole Frankfurt" gegeben haben soll, könne in der Kleinstadt keine Rede sein, so der Vorstand am 13. November 1989. : © Sparkasse Duderstadt

  • Den Grenzübergang Worbis/Duderstadt gab es schon seit Juni 1973. Doch bis zu dem außergewöhnlichen Wochenende nach dem Mauerfall im November 1989 hatte man so einen Ansturm von Reisenden aus der DDR in der Stadt noch nicht erlebt. : © Sparkasse Duderstadt

Duderstadt im Ausnahmezustand

Blogserie, Teil 2

Wer aus einer Kleinstadt kommt, kennt das gut: Am Wochenende geht es eher gemächlich zu. Sind die Läden geschlossen, ist der Markt beendet, dann sind die Straßen wie leergefegt. Man zieht sich zurück in die häusliche Idylle, geht abends vielleicht zu Freunden oder ins Kino. Das gilt besonders für graue und trübe Novembertage.

So wäre es sicherlich auch in Duderstadt, einer Kleinstadt im südöstlichen Niedersachsen, nahe der thüringischen Grenze, gewesen. Wenn nicht – ja, wenn nicht plötzlich in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag die DDR-Grenzen offen gewesen wären. Was in einem Ort mit etwa 22.000 Einwohnern ganz unerwartet passierte, warum ein Krisenstab eingerichtet werden musste, um das Wochenende vom 11./12. November 1989 zu managen, das hat heute vor 30 Jahren der Vorstand der Sparkasse Duderstadt in einem Schreiben an den Präsidenten des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes, jetzt Sparkassenverband Niedersachsen, festgehalten.

Mit seiner Situationsbeschreibung bewies der Vorstand historischen Weitblick. Ergänzt mit Schnappschüssen von damals entstand für die Nachwelt ein sehr lebendiges Bild von jenen aufregenden Tagen nach der „Öffnung der DDR-Grenze“.* Doch lesen Sie selbst, wie die Sparkasse mit dem Besucheransturm fertig wurde und schließlich das Begrüßungsgeld in Höhe von 100 D-Mark pro Person professionell zur Auszahlung brachte:

Sehr geehrter Herr Präsident,

es ist uns ein besonderes Anliegen, Sie persönlich darüber zu informieren, daß wir am gerade vergangenen Wochenende aus dem Stand heraus die mit der Geldversorgung der DDR-Bürger zusammenhängenden Fragestellungen mit einem großen Kraftakt in jeder Hinsicht bewältigen konnten. Am Freitag haben wir nach Dienstschluß, gegen 17.30 Uhr, unsere Schalter sofort geöffnet; am Sonnabend und Sonntag waren wir dienstbereit von 8.00 bis 22.00 Uhr. In dieser Zeit haben wir über 10.700 Auszahlungen mit einem Gegenwert von über 1 Mio DM vorgenommen. Außerdem stellten wir die Geldversorgung für die Stadt Duderstadt mit über 12 Mio DM auch mittels der LZB Göttingen sicher.

Bei diesem Kraftakt konnten wir eine hohe Motivation unserer Mitarbeiter feststellen, wobei wir uns […] über erhebliche Klippen in Bezug auf Transport- und Versicherungsfragen sowie Bestimmungen der UVV-Kassen hinwegsetzen mußten […] sowohl sämtliche Führungskräfte unseres Hauses als auch der Vorstand persönlich [haben sich] von morgens bis spät in die Nacht, einschließlich Abstimmung mit dem örtlichen Krisenstab, engagiert […] Kassierer wurden sogar mehrmals spät nach Mitternacht eingesetzt.

Mit freundlichen Grüßen
[…]

Im Vergleich zu westdeutschen Großstädten wird nicht ohne Stolz hervorgehoben, dass es weder stundenlange Wartezeiten noch erhebliche Liquiditätsengpässe in Duderstadt gab. Die verhältnismäßig kleine Sparkasse mit seinerzeit etwa 500 Mio. D-Mark Bilanzsumme habe, so das Fazit des Vorstands, „besondere Flexibilität an den Tag gelegt und unter Beweis gestellt“.

Den pragmatischen Umgang mit einer unvorhergesehenen „Marktlage“ honorierte auch die Deutsche Sparkassenzeitung. Am 24. November 1989 berichtete sie unter der Überschrift „Duderstadt bewältigte Ansturm“ von dem erfolgreich gemeisterten historischen Moment in einer Kleinstadt an der deutsch-deutschen Grenze.

 Fortsetzung folgt am 25.11.2019

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*Betreffzeile des Schreibens vom 13.11.1989, das wir im Archiv haben; Bestand: Historisches Archiv des OSV, HA-Günther 2/2004.
** Auch zum 30. Jahrestag des Mauerfalls 2019 erinnert die Deutsche Sparkassenzeitung u. a. wieder an die Geschehnisse in Duderstadt.

  • Schlagzeilen aus ost- und westdeutschen Tageszeitungen vom 11. und 12.11.1989. : © Historisches Archiv des OSV

  • Blick in die Kundenhalle der Stadt- und Kreissparkasse Eisenhüttenstadt im Jahr 1989. : © Historisches Archiv des OSV

Mauerfall – Glücksfall: Aufbruch der ostdeutschen Sparkassen in eine neue Zeit

Vorwort zum Serienstart

Heute vor 30 Jahren waren nachts plötzlich die Grenzen offen. Ausgelöst durch einen dahingestammelten Satz, der in die Geschichte einging.

Begonnen hat dieses herausragende historische Ereignis auf einer Pressekonferenz. Gegen 19 Uhr informierte Günther Schabowski in seiner Funktion als Sprecher des Politbüros des ZK der SED über die neue Reiseregelung, „die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen.“ Die Journalisten bohrten nach. Schabowski suchte nach Antworten in seinen Papieren. Offensichtlich fand er so schnell nicht die richtige, schien überfordert. Und so erklärte er auf Nachfrage: „Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich“ und gelte sowohl für die BRD als auch für West-Berlin.

Was danach geschah, bewegte die Welt. Unvergessen sind die emotionalen Bilder von jubelnden, fröhlichen Menschen, die sich an den Berliner Grenzübergängen in den Armen lagen; und nur wenig später von endlosen Autoschlangen gen Westen und von Warteschlangen vor Sparkassen. Ein Land war im Aufbruch, im Umbruch, in der Wendezeit. Die Ereignisse überschlugen sich in den Wochen und Monaten bis zur deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Was heute galt, konnte morgen schon überholt sein. Die Politik hinkte dem Volkswillen ständig hinterher. Und der machte sich Luft, vor allem auf der Straße.

Diese schnelllebige Zeit nutzten nun auch die 196 DDR-Sparkassen. Für sie war der Fall der Mauer ein ungeahnter Glücksfall. Endlich gab es die Chance, sich von der Staatsbank zu lösen, wieder Eigenständigkeit zu erlangen in Anknüpfung an historische Strukturen. Welche Klippen es für die ostdeutschen Sparkassen zu umschiffen galt, bis ruhigeres Fahrwasser erreicht war, davon wollen wir in einer neuen Blogserie erzählen.

Herangezogen werden dafür Akten aus unserem umfangreichen Archivbestand, Zeitzeugengespäche, Studien und Forschungsbeiträge, Zeitungsartikel, Festschriften sowie Jahresberichte. Spannende Themen, an denen wir die Entwicklungsetappen festmachen können, stellen wir Ihnen in chronologischer Reihenfolge vor. So erleben Sie fast auf den Tag genau, was vor 30 Jahren erdacht, besprochen oder angepackt wurde. Seien es die ersten Treffen zwischen Ost und West, neue Produkte, flächendeckende Schulungsprogramme oder sei es die Einführung der D-Mark, die Idee eines „gemischten Doppels“ für jedes Haus oder die EDV-Umstellung – eine Vielzahl an Herausforderungen wird Ihnen begegnen, die in relativ kurzer Zeit zu bewältigen waren.

Ein ganz besonderer, noch heute beeindruckender Gestaltungswille trieb die Beschäftigten der ostdeutschen Sparkassen an, sich gemeinsam auf den Weg in eine neue Zeit zu machen. Man spürt beim Lesen der alten Unterlagen förmlich die enorme Kraftanstrengung, derer es bedurfte, um eine erfolgreiche Zukunft in einem vollkommen anderen, für die Akteure fremden System zu gestalten. Es lohnt sich also, sich auf eine Reise in die Vergangenheit zu begeben und diese aufregende Umbruchzeit in vertiefenden Beiträgen aufzuarbeiten – nicht zuletzt, da auch Studien nachwiesen, dass die DDR-Sparkassen zu den „wenigen Beispielen von wirklicher Umstrukturierung“ und damit „eindeutig zu den Gewinnern der Wiedervereinigung“ gehören.*

Fortsetzung folgt am 10.11.2019

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*Sparkassen im Wandel – wie Phönix aus der Asche. Teilstudie, ca. 1998 [unvollständige Fassung], Bestand: Historisches Archiv des OSV, HA-Günther 6b/2004.

  • Just zum Jubiläum zog Delfin Trixi ins Historische Archiv des OSV ein. Als Sparmaskottchen und Nachhaltigkeitssymbol begleitet er den Weltspartag 2019. : © Deutscher Sparkassenverlag

Wir feiern Geburtstag & bleiben am Puls der Zeit

— 5. Blogjahr — 95. Weltspartag — 5. Blogjahr — 95. Weltspartag —

Vor genau fünf Jahren sind wir mit unserem Blog und 19 fertigen Beiträgen online gegangen. Anlass war der 90. Weltspartag. Ein schönes Jubiläum, um mit spannenden Sparkassen- und Archivgeschichten zu starten. Und ein schöner Anlass, um exklusiv und regelmäßig für Sie interessante Sammlungsobjekte auszuwählen, diese für tolle Fotos in Szene zu setzen und Hintergrundinformationen zu liefern, oder aber, um Dokumente aus unseren Akten zu digitalisieren und über das Internet der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Der ursprüngliche Leitgedanke war, History-Marketing- und History-Communication-Instrumente einzusetzen. Wir wollten zeigen, was mit unseren facettenreichen Archivmaterialien öffentlichkeits- und werbewirksam alles möglich ist. Orientierung bot die Fachliteratur, die es wunderbar auf den Punkt bringt:

Es ist eine einfache Regel:
Wer sein System geschichtsbewusst vorantreibt
und korrespondierende Geschichten resonanzstark einsetzt,
signalisiert Klugheit, Erfahrung und Reife.
Er öffnet eine Schatzkiste.*

In Zeiten des Überangebots, gar der Austauschbarkeit von Produkten und Dienstleistungen wird die Geschichte eines Unternehmens zunehmend zum einzigen zeitlosen Alleinstellungsmerkmal. Da sind die Experten sich einig. Um jedoch mit der Unternehmensgeschichte arbeiten zu können, muss man sie auch kennen. So lag es für uns auf der Hand, die „Schatzkiste“ zu öffnen und das vorhandene Potential auch in der digitalen Welt zu nutzen. Kontinuierlich berichten wir seitdem unter anderem aus der wechselvollen 200-jährigen Geschichte der Sparkassenorganisation.

Inzwischen sind wir beim 353. Blogbeitrag angelangt und freuen uns monatlich über eine 5-stellige Anzahl an Besuchern, die hoffentlich auch alle den Blog lesen. Dass gelesen wird, zeigen die vielen Anfragen und Kommentare, die uns allerdings oft noch per E-Mail oder mündlich erreichen. An dieser Stelle möchten wir Sie gern ermuntern, die Kommentarfunktion unter jedem Beitrag aktiv zu verwenden. Wir lesen alles aufmerksam, beantworten gern Ihre Fragen und sind begeistert, wenn Sie noch Ergänzungen oder Anregungen zu unseren wöchentlichen Artikeln haben.

Doch wir feiern nicht nur Bloggeburtstag. Vor allem und in erster Linie feiern wir in diesem Jahr den 95. Weltspartag! Seine Entwicklung von den Anfängen bis heute haben wir für Sie auf der Homepage des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) in Text & Bild zusammengefasst. Schauen Sie einfach einmal rein und entdecken Sie einmal mehr die Vielfalt unserer Sammlungen.

Dass der alljährliche Weltspartag kein bisschen angestaubt und altbacken daherkommt, verdankt er einer schönen Tradition. Zwar steht nach wie vor das frühzeitige Heranführen und das intensive Beschäftigen mit Geld und Sparen im Vordergrund. Daneben hat er aber stets auch ein aktuelles Thema im Gepäck. In diesem Jahr wenden sich Sparkassen in ihren Filialen mit Aktionen rund um die Nachhaltigkeit an Interessierte. Ein Thema, das uns alle angeht. Mit von der Partie ist Delfin Trixi. In Malwettbewerben und unterhaltsamen Spielen wird ein sauberer Lebensraum für ihn kreiert. Kinder können mit Trixi kuscheln und sich von ihm zum Nachdenken über Klima- und Umweltschutz inspirieren lassen. Bei dieser komplexen Aufgabe kommen auch Erwachsene auf ihre Kosten. Denn gemeinsam mit den Kleinen Überlegungen zum bewussten, ökologischen Handeln anzustellen, schafft einen generationenübergreifenden Erlebnistag.

„Nachhaltiges Handeln und Wirtschaften ist eine der entscheidenden Zukunftsaufgaben“, stellt der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Helmut Schleweis im „Bericht an die Gesellschaft 2018″ heraus. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Arbeit der Sparkassen von Beginn an im Dienste der Nachhaltigkeit stand. Finanzgeschäfte wurden stets im Sinne der Menschen und der regionalen Wirtschaft betrieben. Ziel war immer, dauerhaft eine hohe Lebensqualität und Wohlstand in der Region sicherzustellen. Davon zeugt bis heute das Bekenntnis zum öffentlichen Auftrag. Mit vorhandenen Ressourcen sorgsam und sparsam umzugehen, gehört seit Jahrzehnten zum Selbstverständnis. Ebenso wie die ganzheitliche Betrachtung der drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie – Ökonomie – Soziales. Ergebnisse diesbezüglich werden in Pressemitteilungen und Jahresberichten transparent gemacht. Regional erfahrbar sind für jedermann insbesondere die finanziellen Unterstützungen durch die Sparkassen, die sich stets am Gemeinwohl orientieren.

Gleichwohl zieht die Fridays-for-Future-Bewegung auch an den 385 deutschen Sparkassen nicht spurlos vorbei. Die Jugend fordert zu Recht eine lebenswerte Welt für sich und nachfolgende Generationen. Sparkassen und ihre Verbände setzen sich im gesamtgesellschaftlichen Kontext ebenfalls damit auseinander. In Arbeitsgruppen wird intensiv an zukunftsweisenden Konzepten im Sinne der Nachhaltigkeit gefeilt. „Investitionen verstärkt in ökologisch nachhaltige Wirtschaftsprozesse“** sowie die Festlegung transparenter Nachhaltigkeitskriterien***, stehen auf der Agenda. Wie Firmen ihre Nachhaltigkeitsziele definieren und umsetzen, und wie Sparkassen mit ihren Kunden das beispielsweise im Kredit- und Anlagengeschäft besser prüfen und nachvollziehen können, wird ein wichtiges Thema sein. Nachhaltige Finanzprodukte zu gestalten, ohne „Greenwashing“ zu betreiben, ist notwendig und richtig im 21. Jahrhundert.

Mit großen Schritten bewegt sich also auch die Sparkassenorganisation in Richtung Zukunft und der Weltspartag auf sein großes rundes Jubiläum zu: Die 100. Wir werden dabei sein & feiern dann gemeinsam mit ihm unser 10. Versprochen.

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*Manfred Schmidt, S. 75. In: Die Bedeutung der Tradition für die Markenkommunikation. Hrsg. von Nicolai O. Herbrand, Stefan Röhrig. 1. Aufl. Stuttgart: Edition Neues Fachwissen, 2006.
** Schleweis, Helmut: Rede auf dem Bonner Akademischen Sommer. Bonn: DSGV, 2019.
*** Die Deutsche Bundesbank sieht hier insbesondere auch die Politik in der Pflicht.

  • Auf den Punkt gebracht: Ohne Raketenantrieb keine Mondlandung! Erobern auch Sie den Erdtrabanten mit diesem schönen, alten Brettspiel der Sparkassenorganisation aus der Zeit des "Mondfiebers". : © Flöttmann Verlag GmbH, Gütersloh

  • Mit der Anleitung zum Spiel "Raketen landen auf dem Mond" bekommen Sie vielleicht Lust auf einen baldigen Würfelnachmittag in Familie oder mit Freunden. Wir wünschen viel Spaß! : © Flöttmann Verlag GmbH, Gütersloh

  • Ergänzend zu TV-Übertragungen, Großbildern von Raumfahrtprojekten und Neuigkeiten zu den Phasen des Monflugs am Schwarzen Brett, gab es ein Sonderpostamt der Neuspar. Die Schlange vor den Schaltern riss nie ab, so das Fazit der Sparkasse. Denn erhalten konnte man hier einmalige Sonderstempel mit den Daten von Start, Landung auf dem Mond, Betreten des Mondes und Rückkehr zur Erde. : © Sparkassen-Werbedienst, Nr. 9, 1969 | Bestand: Historisches Archiv des OSV

Das Mondfieber vor 50 Jahren grassierte auch in der Sparkassenorganisation

Aufregende Julitage waren das 1969, als der erste Mensch den Mond betrat. Diesen Meilenstein der Technik verfolgten Millionen Begeisterte am Radio oder wenn vorhanden, auch schon vor dem Fernseher. Die Neue Sparcasse von 1864 – kurz: Neuspar, die 1972 mit der Hamburger Sparcasse von 1827 fusionierte – dachte sich passend zum Außergewöhnlichen etwas ganz Besonderes aus.

Sie stellte zwölf Farbfernsehgeräte in der Kassenhalle ihrer Hauptstelle auf. Die Kunden konnten nun live vom Start ins All am 16. Juli bis zur Rückkehr auf die Erde am 24. Juli dabei sein. Der Service, auf die historische Mission während des laufenden Kundengeschäfts einzugehen, war ein großer PR-Erfolg und wurde dankbar angenommen. Der Zuschauerstrom riss „trotz Sonnenschein und Ostseewetter“ nicht ab. Täglich wurden mehr als 1.000 Besucher gezählt. Von Sonntag auf Montag blieb die Schalterhalle dann sogar die ganze Nacht geöffnet. Zu dieser Zeit wandelten Neil Armstrong und Edwin Aldrin auf der Mondoberfläche. Das konnte man sich nicht entgehen lassen. Sparkassenangestellte harrten mit dem Publikum aus und wurden morgens von Kollegen abgelöst. „Deren Aufgabe war es, die Zuschauer zu wecken, die nach dem weltbewegenden Ereignis selig entschlummert waren“, fasste Peter Jonas für den Sparkassen-Werbedienst 1969 die nicht ganz alltägliche Situation zusammen.

Die Hamburger Sparcasse von 1827 stand dem Schwesterinstitut in nichts nach. Sie stellte im gleichen Zeitraum ein 6,5 Meter hohes, originalgetreues Modell der Mondlandefähre in der Wandelhalle des Hauptbahnhofs auf und verteilte 100.000 Mondkarten. Für September kündigte die Sparkassenzeitung vom 25. Juli 1969 die „Bemannte Raumfahrt“ in den Räumen der Hamburger Sparcasse an: „Star der Ausstellung wird die Original-‚Gemini-10‘-Raumkapsel sein“. Weiter informierte die Zeitung darüber, dass die „Gemini-10“ 1966 eingesetzt wurde, um erstmalig das für den Mondflug so wichtige Kopplungsmanöver zu absolvieren. Durchgeführt wurde es u. a. von Michael Collins, der 1969 als dritter Mann mit an Bord des legendären Apollo-11-Mondfluges war.

Der PR-Erfolg der Neuspar in Zahlen:

– 20.000 Besucher in der Ausstellung „Mondflug-Informationszentrum“ in der Zeit vom 14. bis 25. Juli 1969

– Beiträge in allen größeren Zeitungen, die in Hamburg seinerzeit vertreten waren, mit einer Auflagenhöhe von insgesamt 6 Mio. Exemplaren

– vier Rundfunk- und fünf Fernsehberichte

– täglich vierstellige Besucherzahlen in der Hauptstelle, wo die Fernsehgeräte aufgestellt waren

Quelle: Jonas, Peter: Als es um Mond ging, in: Sparkassen-Werbedienst, Nr. 9, 1969, S. 221-222.

  • Berliner Archivrundschau 1/2019 mit dem Themenschwerpunkt " Wirtschaftsarchive in Berlin" : © Landesverband Berlin im VdA - Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V.

Einblicke

Wer schon immer einmal wissen wollte, was Archive von Unternehmen und Verbänden in der Hauptstadt so alles tun, für den ist die aktuelle Ausgabe der Berliner Archivrundschau genau die richtige Lektüre. Denn diesmal bilden die „Wirtschaftsarchive in Berlin“ den Themenschwerpunkt.

Wirtschaftsarchive sind besonders in ihrer Art. Sie entstehen nicht aufgrund eines Archivgesetzes, sondern durch die bewusste Entscheidung von Unternehmern, Zeugnisse ihrer Identität im eigenen Haus zu bewahren und Forschungsarbeit zu betreiben. Die darauf aufbauende historische Öffentlichkeitsarbeit wird durch eigenes Personal wahrgenommen und als wichtiger Baustein der Unternehmenskommunikation begriffen.

In diesem Sinne unterstützen die Archive ihr Unternehmen dabei, Traditionslinien wahrheitsgetreu und nah am Menschen zu kommunizieren. Wenn die Kundschaft ein in Erinnerung bleibendes Markenerlebnis hat und wenn die Belegschaft ein Wir-Gefühl eint, dann ist gelungen, was Ziel der Geschichtsarbeit in Wirtschaftsarchiven ist. Für clevere Unternehmen gilt also: „Wer sein System geschichtsbewusst vorantreibt und korrespondierende Geschichten resonanzstark einsetzt, signalisiert Klugheit, Erfahrung und Reife. Er öffnet eine Schatzkiste. Und der Griff in diese Kiste kostet ihn nichts.“*

Wie vielfältig das Wirken von Wirtschaftsarchiven ist, stellt eindrucksvoll das vorliegende Heft unter Beweis. Freuen Sie sich auf spannende Geschichten und interessante Projekte. Erfahren Sie mehr über wahre Schätze aus den Sammlungen der unterschiedlichsten Einrichtungen. Das Historische Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes beteiligte sich zum Beispiel mit einem Bericht über eine ganz besondere Aktion. Auf den Seiten 32-35 können Sie nachlesen, wie das Projekt „Ein Buch weckt Erinnerungen …“ durch das Archiv bearbeitet wurde und zu welchen nachhaltigen Ergebnissen es führte. So entstand unter anderem erstmalig eine Wanderausstellung mit sehr persönlichen Kundengeschichten rund ums Sparbuch …

Doch lesen Sie selbst. Wir wünschen Ihnen viele vertiefende Einblicke in den Berufsalltag von Wirtschaftsarchivarinnen und -archivaren.

Zitatnachweis
*Schmidt, Manfred: Die Bedeutung des Markenmanagements zur Jahrtausendwende, in: Die Bedeutung der Tradition für die Markenkommunikation, hrsg. von Nicolai O. Herbrand, Stefan Röhrig, Stuttgart 2006, S. 75.

  • © Historisches Archiv des OSV

  • Geboren wird Eberle am 3. Mai 1869 in Laumersheim in der Pfalz. Zeitlebens ist ihm der Kontakt zu Familie und Heimat wichtig. : © Historisches Archiv des OSV

  • Von 1898 bis 1919 wirkt er als Bürgermeister in Nossen. In dieser Funktion steht er auch der kommunalen Sparkasse vor. : © Historisches Archiv des OSV

  • 1907 erhalten die sächsischen Sparkassen eine politische Interessenvertretung. Auf Eberle geht nicht nur die Gründung des Sächsischen Sparkassenverbandes zurück. Ihm sind auch die Entstehung zahlreicher weiterer Verbände und Institutionen im Dienste der Sparkassenorganisation zu verdanken. : © Historisches Archiv des OSV

  • Die erste deutsche Girozentrale befindet sich bei der Sächsischen Bank in Dresden. In einem Nebenzimmer der Bank beginnt der Giroverkehr am 2. Januar 1909. An diesem Tag gehen neun Überweisungen aus fünf Girokassen ein. : © Historisches Archiv des OSV

  • Die Einführung des Sparkassen-Giroverkehrs ist Eberles größter Erfolg. : © Historisches Archiv des OSV

  • Nach mehreren Umzügen besitzt die Girozentrale Sachsen 1931 ein modernes Gebäude in Dresden. Hier ein Blick in Eberles Arbeitszimmer. : © Historisches Archiv des OSV

  • 1916 zieht die Familie Eberle nach Dresden und wohnt ab 1925 im Haus am Beutlerpark 4. Ein enger Weggefährte berichtet später, dass Eberle gewöhnlich am Vormittag in der Girozentrale in Dresden und am Nachmittag zu Hause "teils bis spät abends arbeitend, teils sein Gärtchen pflegend" tätig war. : © Historisches Archiv des OSV

  • Auch die Gründung von Verbundunternehmen der sächsischen Sparkassen ist Eberle zu verdanken. Sein Engagement zum Ausbau der Sparkassen als "Allfinanzdienstleister" ist für die damalige Zeit fortschrittlich und zukunftsweisend. : © Historisches Archiv des OSV

  • Eberles Grab wird noch heute in Ehren gehalten. Es ist auf dem Johannisfriedhof in Dresden zu finden. : © Historisches Archiv des OSV

  • Seit 1975 wird in Erinnerung an den bekanntesten deutschen Sparkassenreformer die Dr.-Johann-Christian-Eberle-Medaille in Gold verliehen. Sie ist die höchste Auszeichnung der Sparkassenorganisation und geht an Persönlichkeiten, die sich um das Sparkassenwesen über viele Jahre verdient gemacht haben. : © Historisches Archiv des OSV

Dr. Johann Christian Eberle (1869 – 1937)

Dr. Johann Christian Eberle ist der bedeutendste und bekannteste Erneuerer des Sparkassenwesens zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit 29 Jahren wird er Bürgermeister der Kleinstadt Nossen. Aktiv geht er viele Infrastrukturprojekte an und saniert während seiner Amtszeit den städtischen Haushalt. Als Kommunalpolitiker interessiert und engagiert er sich ab 1905 zunehmend auch für die Belange des gewerblichen Mittelstandes. Durch seine Herkunft sind ihm die Bedürfnisse und Probleme der Selbständigen vertraut. Da er als Bürgermeister auch der kommunalen Sparkasse vorsteht, erkennt er früh in diesen Geldhäusern ein großes ökonomisches Potential, um mittelständische Unternehmer durch Kreditvergaben zu fördern. Andererseits sieht er aber auch die Notwendigkeit einer Modernisierung des Sparkassenwesens.

Als 1908 das Reichsscheckgesetz erlassen und den Sparkassen damit die Aufnahme des bargeldlosen Zahlungsverkehrs gestattet wird, ergreift Eberle die Initiative. Er gründet in Sachsen den ersten deutschen Giroverband und legt damit den Grundstein für die reichsweite Verbreitung des Giroverkehrs bei den Sparkassen. Zu Beginn des Jahres 1909 wird diese Neuerung zuerst in Sachsen in die Praxis umgesetzt.

Die Einführung des Giroverkehrs wird schließlich Eberles größter Erfolg im Dienste der Sparkassenorganisation. Denn diese Reform gibt den zukunftsweisenden Impuls für die nachfolgende Entwicklung der Sparkassen zu Universalkreditinstituten. Da sich heute der Geburtstag von Eberle zum 150. Mal jährt, haben wir die wichtigsten biographischen Daten und Fakten an dieser Stelle zusammengefasst. Sie belegen eindrucksvoll sein unermüdliches Wirken für die deutsche Sparkassenorganisation:

03. 05. 1869
Geburt in Laumersheim als fünftes und letztes Kind einer pfälzischen Wein- und Obstbauernfamilie
> nach dem frühen Tod des Vaters unterstützen Eberle und seine Geschwister die Mutter bei der Bewirtschaftung des Hofes

Schulbildung
Besuch der örtlichen Volksschule
anschließend Besuch der Lateinschule in Grünstadt
danach Besuch des Gymnasiums in Speyer
> die Sozialisation im Deutschen Kaiserreich bedeutet vor allem eine autoritäre, strenge Erziehung zu Gehorsamkeit, Disziplin und Ordnung sowie zu einem ausgeprägten Nationalbewusstsein
> Eberle erteilt Nachhilfeunterricht und beteiligt sich auf diese Weise an den Kosten seiner Ausbildung

1889 – 1893
Studium der Rechts- und Staatswissenschaften im Hauptfach sowie der Philosophie und Volkswirtschaft im Nebenfach in Heidelberg, München und Leipzig

Winter 1892|93
Militärdienst in Dresden

1893
zweites Examen
Rechtsreferendar in der Verwaltung der Stadt Leipzig
Erlangung der sächsischen Staatsangehörigkeit

1894
Zulassung zum Verwaltungsdienst beim Königlichen Amtsgericht Zittau

1896
Promotion an der Juristischen Fakultät der Universität Leipzig
> Thema: „Die Verpflichtung der Parteien zur Vorzeigung von Augenscheinsachen nach dem Rechte der Reichscivilgesetzordnung“

1896 – 1898
Ratsassessor in der Stadtverwaltung Leipzig

1898 – 1919
Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister der sächsischen Kleinstadt Nossen
> während seiner Amtszeit wurden Straßen, städtische Arbeiterwohnungen, ein Krankenhaus, eine Schule und das Rathaus neu gebaut sowie die städtischen Finanzen konsolidiert

1907 – 1937
Mitgründer und ab 1908 Präsident des Sächsischen Sparkassenverbandes (SSV)
> der SSV fungiert als politische Interessenvertretung der sächsischen Sparkassen

1908 – 1937
Mitgründer und Vorsitzender des Giroverbandes Sächsischer Gemeinden (GVSG)
> der GVSG ist ein Zusammenschluss der Kommunen des Landes zur Ermöglichung und Abrechnung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs

1909 – 1918
Vorstandsmitglied der Mittelstandsvereinigung im Königreich Sachsen (MVKS)
> der MVKS ist eine 1905 in Dresden gegründete Interessenvertretung von Handwerkern und mittelständischen Unternehmern

1909 (1913) – 1916
Beteiligung an der Gründung und am Aufbau des Submissionsamtes in Leipzig, einer Unterabteilung der MVKS
Geschäftsführender Vorstand
> Ziel ist die aktive Unterstützung des ortsansässigen, gewerblichen Mittelstandes, z. B. durch juristische Beratungen

1909 – 1937
Direktor der Sächsischen Girozentrale

1912 – 1917 (inaktiv bis 1931)
Wahl zum Vorsitzenden des Reichsdeutschen Mittelstandsverbandes (RDMV)
> Vorbereitung und Durchführung der Reichsdeutschen Mittelstandstage
> der RDMV fordert u. a. die Sicherung der wirtschaftlichen Verhältnisse des gewerblichen Mittelstandes und die Erhöhung der Anzahl der Selbständigen
> aktive Arbeit des Verbandes endet nach dem Ersten Weltkrieg

1916
Heirat der 58-jährigen Witwe Helene Gruschwitz (1858-1941)
> sie bringt in die Ehe Tochter Margarethe (1883-1958) mit
> Entscheidung für Dresden als Wohnort, ab 1925 wohnt die Familie Eberle im Haus am Beutlerpark 4, das sich im Besitz des Giroverbandes befindet

1916 – 1923
Mitgründer und Vorstandsvorsitzender der Kreditanstalt Sächsischer Gemeinden (KSG)
> Zusammenschluss sächsischer Gemeinden zur gegenseitigen Bewilligung von Krediten, die in den Kommunen zur Deckung eines durch starken Bevölkerungswachstum hervorgerufenen, hohen Investitionsbedarfs benötigt werden
> Ziel ist die Unterstützung der kommunalen Aufgabenerfüllung durch Kreditgewährung

1916 – 1924
Mitgründer und Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentral-Giroverbandes (DZG)
> Interessenvertretung der Giroverbände
> dessen Bankanstalt wird die DGZ

1918
Mitgründer der Deutschen Girozentrale (DGZ)
> zentrale Abrechnungsstelle der zwölf bestehenden Regionalverbände
> die DGZ gewährleistet jedermann deutschlandweite Überweisungen von der Heimatsparkasse an einen Empfänger andernorts

1919 – 1937
Gründer und Vorstandsvorsitzender der Öffentlichen Versicherungsanstalt der Sächsischen Sparkassen (ÖVA)
> Eberle setzt sich für die Gründung öffentlicher Versicherer ein, da die Einnahmen überwiegend in der eigenen Region investiert werden

1920 – 1930
Abgeordneter im Sächsischen Landtag für die Deutschnationale Volkspartei (DNVP)
> Eberle kandidiert für den Landtag nach der Niederlegung des Bürgermeisteramtes in Nossen
> Schwerpunkte seiner Arbeit bilden Fragen zur Gemeindeverwaltung in Sachsen, zum Steuerrecht und zur Geld- und Kreditwirtschaft
> er nutzt den Landtag als Forum für sein Hauptanliegen, die Prosperität der Kommunen und der mit ihnen verbundenen Sparkassen zu unterstützen

1923 – 1937
Aufsichtsratsvorsitzender der 1916 gegründeten KSG

1924 – 1937
Mitgründer und Vizepräsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV)
> der DSGV vereint den Deutschen Sparkassenverband mit dem 1916 gegründeten Deutschen Zentral-Giroverband und dem Deutschen Verband der Kommunalen Banken
> Ziel: Kräftebündelung, um dem zunehmenden Druck von Reichsbank, Privatbanken und Kreditgenossenschaften standhalten zu können
> Höhepunkt des verbandspolitischen Wirkens Eberles, der weiter am Ausbau der Sparkassen zu modernen Universalkreditinstituten arbeitet

1928 – 1937
Mitgründer und Vorstandsvorsitzender der Landesbausparkasse Sachsen (LBS)
> Eberle unterstützt die Bausparbewegung der 1920er Jahre, die mehr Menschen zu Wohneigentum verhelfen will
> in der Erweiterung der Geschäftsfelder, wie z. B. dem Bausparkassen- und Versicherungsgeschäft, sieht Eberle den Vorteil einer allumfassenden Beratung und damit langjährigen Bindung der Sparkassenkunden

1928
Mitgründer der Giroverbands-Jubiläumsstiftung
> zu Ehren Eberles ins Leben gerufen, in Erinnerung an die Gründung des GVSG 1908 und die erfolgreiche Einführung des Giroverkehrs sowie in Erinnerung an den zukunftsorientierten Ausbau des sächsischen Sparkassenwesens
> 1933 Umbenennung in „Dr. Johann Christian Eberle-Stiftung“
> seit 1968 trägt die Stiftung den Namen „Eberle-Butschkau-Stiftung

07. 12. 1937
Eberle stirbt nach kurzer, schwerer Krankheit und wird auf dem Friedhof Dresden-Tolkewitz beigesetzt.

Folgende Charaktereigenschaften werden Eberle zugeschrieben:

  • Fleiß und großes Engagement für seine Arbeit
  • begeisternde Überzeugungskraft, vor allem im Prozess der Neuausrichtung des Sparkassenwesens
    > Eberles großer Verdienst ist die durchsetzungsstarke Umsetzung bereits bekannter Konzepte. Dadurch wird er zu einer anerkannten Respektperson in der Sparkassenorganisation.
  • hohe Sozialkompetenz, was sich vor allem im verständnisvollen Umgang mit seinen Mitarbeitern zeigt
  • Bescheidenheit im Auftreten
  • seit der Kindheit tiefe Religiosität und gelebter Protestantismus, sein Leitspruch ist „Die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung.“ (Römer 13, 10)
    > Im Sinne von praktizierter Nächstenliebe, die in aktiver Gemeinnützigkeit der Sparkassen ihren Ausdruck findet, ist Eberle überzeugt: „Unsere Aufgabe ist das Dienen und nicht das Verdienen.“
  • Vertretung eines konservativ-monarchistischen Weltbildes, was sich u. a. im Festhalten an der bestehenden gesellschaftspolitischen Ordnung manifestiert; zu seinen Leitfiguren gehört Bismarck
  • Heimatliebe sowie eine enge Bindung zu seiner Familie
  • Naturverbundenheit in Kombination mit einem Hang zur Einsamkeit
  • Eberle ist sehr kinderlieb und hat viele Patenkinder

Quellen und Literaturtipp:

Hillen, Barbara: Der Sparkassenreformer und sächsische Mittelstandspolitiker Johann Christian Eberle (1869-1937). Diss., Beucha 2004.

Hillen, Barbara: Neue Zeiten, neue Ziele! Johann Christian Eberle und die Modernisierung der Sparkassen. Stuttgart 2007.

Wehber, Thorsten: Die Lebensleistung von Dr. Johann Christian Eberle (1869-1937). Bonn 2016.

weiterführender Link:

Sächsische Biographie

Sparkassenzeitung