• Der Teeziegel (Bildmitte) als Zahlungsmittel erstaunte so manchen Standbesucher. : © Historisches Archiv des OSV

  • Lehrreiches und Amüsantes aus der Geschichte des Naturalgeldes erfuhren die Tagungsteilnehmer beim Grübeln über unseren Quizfragen. : © Historisches Archiv des OSV

Tee ist zum Trinken da oder doch nicht?

Gestern fand in Potsdam der 45. Vertriebsring des Ostdeutschen Sparkassenverbandes statt. Als Praktikantin des Historischen Archivs des Verbandes habe ich an diesem Event teilgenommen und mir die Vorträge von diversen Referenten angehört. Zudem konnte ich mir die verschiedenen Stände der Vertriebspartner anschauen und selbst bei der Standpräsentation des Archivs dabei sein. Neugierige Blicke zog die neue Wanderausstellung „Geldgeschichte(n)“ des Archivs auf sich. Die ausgefallenen Zahlungsmittel, wie z. B. Schneckengehäuse und Samen, aus verschiedenen Epochen und Ländern waren hautnah zu betrachten. Ein kleines Fragespiel führte zur Interaktion mit den Standbesuchern.

Wussten Sie, dass Teeziegel ein gängiges Zahlungsmittel bis ins 20. Jahrhundert in China waren? Eine doch sehr umweltfreundliche Zahlungsmethode.

Nachhaltigkeit, Kommunikation, Digitalisierung und Niedrigzins – diese vier Schlagworte standen bei den Vorträgen im Mittelpunkt. Zudem wurde auch das Image der Sparkassen thematisiert und wie dieses durch neue Werbestrategien und verschiedene Maßnahmen verbessert werden könne.

Das Vorstandsmitglied der Saalesparkasse, Alexander Meßmer, präsentierte in seinem Vortrag „Wurzeln schlagen – Was unsere Sparkasse in der Region erfolgreich macht“ die Meilensteine seines Instituts. In den 30 Jahren nach der Wende hat sich die Saalesparkasse ein hohes Ansehen in der Region erarbeitet. Sie kaufte kürzlich Wohnungen eines Neubaugebietes, was sehr gut bei den Menschen ankam. Geschlossene Filialen wurden umfunktioniert, wie z. B. zu einem Kindergarten oder Konsum. Zudem unterstützt die Saalesparkasse die regionalen Sportvereine mit eigenen Bussen, damit diese ihre Auswärtsspiele mit wenig Aufwand antreten können. Dass der Sparkasse Nachhaltigkeit auch wichtig ist, zeigte die Baumpflanzaktion anlässlich ihres 200-jährigen Jubiläums in diesem Jahr.

Somit geht die Saalesparkasse als gutes Vorbild für andere Sparkassen voran und zeigt, dass selbst in schwierigen Zeiten regionales Engagement unentbehrlich ist und erfolgreich macht.

 

Stefanie Grützner

Praktikantin im Historischen Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes

  • Taler mit Abbild des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin : © Historisches Archiv des OSV

Der „Angsttaler“

Diesem Silbertaler, der im Revolutionsjahr 1848 im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin geprägt wurde, fehlt etwas. Friedrich Franz II. ließ, im Gegensatz zu anderen Landesherrschern, die Kürzel „G.G.“ hinter dem „V.“ weg. Vor dem Hintergrund der politischen Unruhen der Zeit bezeichnete er sich nicht als Regent „Von Gottes Gnaden“. Diese Legitimation „von oben“ stand nämlich im Widerspruch zur Idee der Volkssouveränität. Der Großherzog zeigte sich kompromissbereit hinsichtlich der Forderungen der Bürger. Durch verschiedene Zugeständnisse gelang es seiner Regierung, den Sturz zu verhindern. Deswegen wird solch ein Geldstück als „Angsttaler“ bezeichnet. Als 1864 erstmals wieder Taler geprägt wurden, existierte allerdings nur noch eines der während der Revolution erstrittenen Rechte. Man durfte auf offener Straße Tabak rauchen. Und Friedrich Franz bezeichnete sich nun wieder als Souverän „V.G.G.“.

  • Diese Manille ist schlicht und ohne Ornamente oder Verzierungen. Als primitives Zahlungsmittel wurden sie vornehmlich in Westafrika verwendet. : © Historisches Archiv des OSV

  • Manille mit Ornamenten aus Westafrika. 1948 wurden die Manillen von der britischen Kolonialverwaltung in Nigeria eingezogen und ab dem 01.04.1949 waren sie endgültig als Zahlungsmittel verboten. : © Historisches Archiv des OSV

  • Paternostererbsen kamen in Süd-Nigeria und Kamerun, aber auch in Indien, als Zahlungsmittel zum Einsatz. : © Historisches Archiv des OSV

  • Um 1900 waren etwa 12 bis 15 Teeziegel nötig, um ein Schaf in der Mongolei zu kaufen. : © Historisches Archiv des OSV

Von Teeziegeln und Regenbogenschüsselchen – Teil 2

Im letzten Beitrag mit dem Titel „Von Teeziegeln und Regenbogenschüsselchen“ haben Sie zuletzt die Kaurischnecken als Zahlungsmittel im westafrikanischen Raum kennengelernt. In Westafrika wurden jedoch nicht nur Kauris eingesetzt.

Manillen

Lange Zeit handelte man mit den „Manillen“, einem westafrikanischen Ringgeld aus legiertem Kupfer bzw. Bronze. Genau genommen hielt sich der kostbare Armreif noch bis ins Jahr 1948 als offizielles Zahlungsmittel bevor er von der britischen Kolonialverwaltung in Nigeria eingezogen und ab dem 01.04.1949 endgültig als Zahlungsmittel verboten wurde. Die Manillen, die einen nicht ganz geschlossenen Kreis bilden, tauchten in ganz unterschiedlichen Anfertigungen in verschiedenen Regionen Westafrikas auf und werden dem Barrengeld zugeordnet.

Dabei beherbergt das Historische Archiv des OSV gleich zwei Formen des geschichtsträchtigen Schmuckstücks: die Standard-Manille mit schlichter Gestaltung und ohne Verzierung ist der Prototyp des europäischen Imports. Eine weniger schlichte Variante ist auf einem weiteren Foto zu sehen. Diese leicht bräunlich wirkende Manille ist mit zahlreichen Ornamenten versehen und erinnert eher an ein Schmuckstück. Allerdings war dieses Exemplar mit einem Gewicht von über 1000 g weniger zum Tragen als vielmehr zum Bezahlen gedacht. Manillen wurden gern als Wertmesser innerhalb des Sklavenhandels eingesetzt. Für etwa 12 bis 15 Manillen war es bereits möglich einen Sklaven zu „erwerben“ [1]. Darüber hinaus nutzte man die Manillen auch als Brautgeld oder Grabbeigabe.

Paternostererbsen

Es gab jedoch auch Zahlungsmittel, denen neben einer Geldfunktion, auch ein Verbrauchswert innewohnte. So wurden zum Beispiel Kakaobohnen als Naturalgeld verwendet, die jedoch einen Nachteil hatten: ihr wahrer Wert zeigte sich erst, wenn man sie konsumierte, doch dann waren sie eben „weg“. Besser nicht konsumieren sollte man die Paternostererbsen. Die kleinen roten Hülsenfrüchte, die sehr an einen Marienkäfer erinnern, kamen in Süd-Nigeria und Kamerun, aber auch in Indien, dem Land aus dem sie stammen, als Zahlungsmittel seit dem Altertum zum Einsatz. In Indien, wo sie auch „Rati“ heißen,  wurden und werden sie zudem zum Abwiegen von Gold benutzt, da ein Samen etwa einem Karat entspricht.

Circa 100 Stück der rot-schwarzen Erbsen kamen dem Wert eines Pennys gleich. In Afrika und Asien benutzte man die farbenprächtigen Samen zudem gerne für die Herstellung von Schmuckketten. Diese Art der Verwendung war in der Geschichte aber keinesfalls neu: bereits vor 400 Jahren entdeckten die Mönche die hochgiftigen Erbsen für sich und kreierten daraus ihre ganz speziellen Rosenkränze. Das in der Paternostererbse enthaltene Abrin ist ein pflanzliches Toxin, welches zu den tödlichsten Giften überhaupt zählt. Bereits 0,01 Mikrogramm pro Kilogramm können tödlich für einen Menschen sein [2]. Das Gift kann jedoch erst im zerkauten bzw. aufgebrochenen Zustand austreten, weshalb das Verschlucken einer unzerkauten Erbse nicht zwingend tödlich wäre.

Teeziegel

Weniger giftig und weitaus genießbarer ist der letzte Kandidat in der Riege der exotischen Zahlungsmittel vergangener Zeiten die im OSV-Archiv gesammelt werden. Denn neben mühsam hergestellten Glasperlen und kilogrammschweren Kupferarmbändern wurden nicht selten auch Lebensmittel als Warengeld verwendet. So kam der Teeziegel im 9. bis 20. Jahrhundert vor allem in China, Birma, Tibet, Turkmenistan, Sibirien, Russland und in der Monogolei als Zahlungsmittel auf. Der Wert der quaderförmig gepressten Teeblätter richtete sich dabei nach ihrem Gewicht und ihrer Qualität. Jedoch war die Qualität auch von der Farbe, dem Gärungsprozess und dem Verhältnis zwischen Zweigen und Teeblättern abhängig.

Der Teeziegel des OSV-Archivs stammt ursprünglich aus der Provinz Yunnan, in welcher die Stadt Pu’er zu finden ist. Die Stadt ist Namensgeber für die mittlerweile weltweit bekannte, chinesische Teesorte „Pu-Erh-Tee“. Bei der Wertbestimmung des Teeziegels gilt: je älter der Tee desto höher sein Wert. Aus diesem Grund lagerte man auch gerne die sogenannten „Pu-Erh-Ziegel“ für längere Zeit, um das angelegte Geld zu vermehren – das Geld trug sozusagen Zinsen ein. Der abgebildete Teeziegel trägt in der obersten Reihe fünf nebeneinandergereihte Sterne, während direkt darunter ein Tempel mit drei Portiken abgebildet ist. Im letzten, untersten Feld finden sich chinesische Schriftzeichen, die einen Hinweis auf die Herstellungsstätte geben. Es waren um 1900 übrigens etwa 12 bis 15 Teeziegel nötig, um ein Schaf in der Mongolei zu kaufen [3].

Celina Höffgen, Praktikantin Historisches Archiv des OSV

[1] Ostdeutscher Sparkassenverband: Geld[un]formen. Katalog zum gleichnamigen Wettbewerb und zur Wanderausstellung des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Berlin: Sparkassenverlag, 2008, S. 27

[2] Angelika Baack, geb. Zinner: Antikonzeptive und phytoöstrogene Wirkweisen bestimmter Gewürze, Heil- und Zierpflanzen sowie pflanzlicher Lebensmittel. Hamburg, Diplomica Verlag GmbH, 2007, S. 108

[3] Moneymuseum, Texte Hadlaub, „Traditionelle Zahlungsmittel“: Online im Internet: URL: https://www.moneymuseum.com/pdf/archiv/Traditionelle%20Zahlungsmittel,%20Texte%20Hadlaub.pdf [zuletzt aufgerufen am 14.03.2019]

  • Repliken keltischer Gold- und Silbermünzen aus dem Oppidum von Manching in Bayern. Die beiden goldenen Münzen werden auch Regenbogenschüsselchen genannt. : © Historisches Archiv des OSV

  • Venezianische Chevron-Glasperlen, die ca. zwischen 1880 und 1930 nach Afrika gehandelt wurden. : © Historisches Archiv des OSV

  • Kaurischnecken, oder auch Porzellanschnecken genannt, verwendete man noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts als Zahlungsmittel. : © Historisches Archiv des OSV

Von Teeziegeln und Regenbogenschüsselchen – Teil 1

Wenn wir heute an Geld denken, dann denken wir in allererster Linie an ein Zahlungsmedium, welches die fast magische Eigenschaft besitzt, unsere bisher unerfüllten Wünsche wahrwerden zu lassen. Ob als Bar- oder Buchungsgeld – die umgangssprachlichen „Moneten“ sind heute ein fester Bestandteil unseres Lebens. Ohne Moos ist eben nichts los. Doch die Menschheit misst ihre Güter nicht erst seit gestern an Geld. Da stellt sich die Frage, wie es denn damals war, als noch keine Banknoten gedruckt werden konnten und der bargeldlose Zahlungsverkehr noch eine weit entfernte Zukunftsmelodie war?

Man war seit jeher äußerst erfinderisch was die Bezahlung von Gütern anbelangte. Ob aus Gold, Tee oder einer gar giftigen Samenart, der Vielfalt des sogenannten Primitivgeldes waren auch schon vor über tausenden von Jahren keine Grenzen gesetzt. Das Historische Archiv des OSV ist einigen dieser Formen auf den Grund gegangen und hat die, nicht selten außergewöhnlichen, Zahlungsmittel einmal genauer unter die Lupe genommen. Zu sehen sind diese Schätze außerdem im März in einer Ausstellung in zwei Filialen der Saalesparkasse. In jeweils zwei Beiträgen wollen wir Ihnen sieben dieser Exponate vorstellen.

Keltische Regenbogenschüsselchen-Stater, Quinare und Büschelquinare

Wir befinden uns in der Zeit des 3. bis 1. Jahrhunderts vor Christus. Die Kelten sind geprägt vom Handel mit den Griechen, die bereits Münzen vor allem unter der Herrschaft Alexanders des Großen in Umlauf brachten. So findet auch der Volksstamm seinen Gefallen an den kleinen, runden Zahlungsmitteln aus Gold, Silber und anderen Edelmetallen und prägt fortan seine eigenen Münzen, die sogenannten „Stater“. Die Regenbogenschüsselchen-Stater waren zumeist unebene Münzen aus Gold, die ihren Namen einem Aberglauben der Bauern auf den Feldern im Alpenvorland zu verdanken haben [1]. Dort glaubte man, dass ein Regenbogen an der Stelle die Erde berührt haben musste, an welcher zuvor aufgrund von starken Gewitterregen die kleinen schüsselförmigen Goldmünzen zutage kamen.

Zusätzlich zum „Stater“ gab es auch den „Viertelstater“, eine kleinere Version der keltischen Goldmünze. Neben den Regenbogenschüsselchen handelte man außerdem mit Quinaren und Büschelquinaren aus Silber. Ein äußerst beliebtes Motiv für die Prägung der keltischen Münzen waren Pferdeabbildungen, wie auch auf den Exemplaren des OSV-Archivs zu sehen ist. Weitere Prägemotive setzten sich aus Ornamenten, Fabelwesen sowie aus stilisierten Menschen- und Vogelköpfen zusammen. Aufgrund der fehlenden Überlieferung von Aufschriften und antiken Münzennamen ist der Wert schwer zu bestimmen. Allerdings nutzte man die Münzen zumindest bis in die Mitte des 1. Jahrhunderts überwiegend als Schatzgeld und für den Informationsaustausch.

Venezianische Chevron-Glasperlen

Wir bewegen uns von den Kelten weiter zum Adriatischen Meer, genauer nach Murano, der weltbekannten Herstellungsstätte für feinste Glasperlen. Die nordöstlich von Venedig gelegene Inselgruppe kann sich mit einer langjährigen Geschichte in der Glasproduktion rühmen und beherbergt bis heute das „Museo del Vetro“ (Glasmuseum Murano). So ist es auch nicht verwunderlich, dass insbesondere die Glas- und Keramikperlen mit der Ankunft der Europäer in Afrika und Asien, in Mode kamen.

Die Geburtsstunde der Chevron-Perlen datiert man auf etwa 1500. Während sie vorerst nur in Venedig hergestellt wurden, sollte es jedoch nicht lange dauern bis die Glasperlen auch ihren Weg hinaus in die weite Welt fanden. Die Chevron-Perlen wurden fortan im ganz großen Stil exportiert. Das Produktionsgeheimnis musste dabei unter allen Umständen von Muranos Perlenmachern gehütet werden, andernfalls war mit einer Todesstrafe zu rechnen. Die 61 aufgezogenen Chevron-Perlen aus Glas, die sich in unserem Archiv befinden, sind vorrangig in den Farben blau, weiß, rot und schwarz-braun gestreift. Im Querschnitt ist ein Sternenmuster zu erkennen, welches urtypisch für die Chevron-Glasperlen ist. Glasperlen galten vor allem im 19. Jahrhundert in Westafrika als eine Art Kleinwährung, wobei sie vorrangig für die Bezahlung von Nahrungsmitteln oder auch als Tributzahlung dienten [2].

Kaurischnecken

Im asiatischen und später auch im westafrikanischen Raum handelte man indes mit den sogenannten Kaurischnecken. Dieses vormünzliche Zahlungsmittel ist wohl das prominenteste Beispiel für Naturalgeld, da es für sehr lange Zeit, genaugenommen für über 3500 Jahre, in weiten Teilen der Erde zum Einsatz kam. Das hat unter anderem den Grund, dass die Kauris wegen ihres geringen Einzelwerts auch den Kauf von kleineren Warenmengen erlaubten.

Erste Hinweise auf die Kaurischnecken gab es in China bereits im 13. Jahrhundert vor Christus. Verwendet wurde die zumeist weiße, ovalförmige Schneckenart (Abb. 3) im Handel um die unterschiedlichsten Güter. So erhielt zum Beispiel ein Käufer um 1810 für 10 Kauris eine Kuh [3]. Durch die exakte Aufreihung der Schneckengehäuse auf einem geflochtenen Armband war auch eine ebenso exakte Wertbestimmung möglich. Übrigens erlebte man mit dem Kaurigeld aufgrund des Eingreifens der Europäer eine der ersten Inflationen in der Geldgeschichte. Während der Brautpreis um 1810 in Uganda noch bei 30 Kaurischnecken lag [4], erhöhte sich der Preis im Jahre 1957 bereits auf 10.000 Kauris.

Celina Höffgen, Praktikantin Historisches Archiv des OSV

_______

 

[1] Franziska Jungmann-Stadler: Geld: Von der Kaurischnecke zur Kreditkarte. Nürnberg: Tessloff Verlag, 2002, Band 78, S. 16

[2] Ursula Kampmann: Geld in anderen Gesellschaften: Traditionelle Zahlungsmittel aus der Sammlung Kuhn – Teil 2. Online im Internet: URL: https://www.muenzenwoche.de/de/Archiv/Geld-in-anderen-Gesellschaften-Traditionelle-Zahlungsmittel-aus-der-Sammlung-Kuhn–Teil-2/8?&id=111&type=a [zuletzt aufgerufen am 14.03.2019]

[3] Ostdeutscher Sparkassenverband: Geld[un]formen. Katalog zum gleichnamigen Wettbewerb und zur Wanderausstellung des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Berlin: Sparkassenverlag, 2008, S. 9

[4] Ebenda

  • "Ersatzgroschen" aus Papier von 1918 : © Historisches Archiv des OSV

Das Münzgeld im Ersten Weltkrieg

Münzgeld gibt es schon sehr lange. Die ersten Stücke wurden im Reich der Lyder in Kleinasien im siebten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung hergestellt. Auch davon berichtet die Wanderausstellung des OSV zur Geldgeschichte. In Deutschland war die Münze bis zum Ersten Weltkrieg das vorherrschende Zahlungsmittel. Mehr als die Hälfte des Geldes war noch 1913 Münzgeld. In der Kriegszeit schwand seine Bedeutung. Goldmünzen wurden von der Bevölkerung abgeliefert, um der Reichsbank Devisen zu verschaffen. Kupfer- und Nickelgeld brauchte die Rüstungsindustrie. Die Prägung in Silber wurde bis auf Ausnahmen eingestellt. Papiergeld kam verstärkt in Umlauf, etwa Darlehnskassenscheine. Im Ergebnis reduzierte sich der Anteil der Münzen an der Geldmenge in fünf Jahren bis Ende 1918 von 56 auf 0,006 Prozent. Man brauchte aber weiterhin Kleingeld. Aufgrund des Mangels an ursprünglichen Zahlungsmitteln gaben zum Beispiel Kommunen oder Firmen Notgeld heraus, sogar Sparkassen.

  • Die Besucher unseres Messestandes wurden mit reichlich Infomationsmaterial zur Ausstellung "Geldgeschichte(n)" versorgt.

Money makes the world go round – „Geldgeschichte(n)“ auf dem 42. Vertriebsring der Sparkassen

Geld fasziniert – nicht nur uns vom Historischen Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Auf dem drei mal jährlich stattfindenden Vertriebsring, dem Treffen der Sparkassenvertriebs- und Marketingverantwortlichen, waren wir diesmal angetreten, unsere neue Wanderausstellung zur bunten und schillernden Welt des Geldes vorzustellen.

Wer, wenn nicht die Sparkassen (und natürlich auch andere Finanzinstitute), weiß die Bedeutung und die Strahlkraft des Geldes besser einzuschätzen und zu würdigen. Etwas von dieser Strahlkraft konnte man an unserem Messestand erleben. Viele Tagungsteilnehmer waren zum Beispiel von dem winzigen Diobol begeistert. Zu Recht, denn er gehört zu den ersten Münzen in der Geschichte und ist mehr als 2500 Jahre alt. Noch anziehender war allerdings die echte 20-Mark-Reichsgoldmünze aus dem Jahr 1899. Diese wollten die meisten Besucher einmal in der Hand halten. Aber auch die Kaurischnecken und der neueste Euro mit grünem Polymerring zogen die Aufmerksamkeit auf sich. Da wurden unsere drei Quizzfragen zur Geschichte des Geldes fast zur Nebensache.

Alle präsentierten Exponate sind Teil der Ausstellung „Geldgeschichte(n)“, die insgesamt aus 30 Tafeln und zahlreichen anschaulichen Vitrinenobjekten besteht. Neben der Entwicklungsgeschichte des Geldes vom Tauschhandel bis zum Bitcoin werden auch besondere Begebenheiten aus dem Gelduniversum erzählt. Wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, was Tulpenzwiebeln mit der ersten Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte zu tun haben oder wann und wo das Lottospiel erfunden wurde, sind Sie hier richtig.

Die Schau kann von den Sparkassen aus unserem Verbandsgebiet ab Januar 2019 gebucht werden und wird vielleicht bald in Ihrer Nähe zu sehen sein.