• Bei unserem Quiz zur großen Inflation gab es viele erstaunte Gesichter. : © Historisches Archiv des OSV

  • Wir erweitern unsere Geldsammlung kontinuierlich, um diese dann den Mitgliedssparkassen zur Verfügung zu stellen. Gerade das vielfältige Naturalgeld zieht regelmäßig viele Besucher an. Neben einem Teeziegel aus Asien, Eisengeldstäben "Kissy Penny" aus Westafrika und einer Pfeilspitze aus der Bronzezeit, konnten wir auch Delphingeld, ein Katangakreuz und eine Perlenkette aus Pulverglas erwerben. : © Historisches Archiv des OSV

Endlich wieder Vertriebsring!

Nach fast zwei Jahren Pause waren wir gestern wieder Teil der Ausstellermesse während einer Vertriebstagung für die Mitgliedssparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes im Kongresshotel am Templiner See in Potsdam.

Dreimal im Jahr wird das neue Vertriebs- und Kommunikationskonzept den Mitarbeitenden aus dem Marketing und der Vertriebssteuerung sowie Jugendmarkt,- Kredit- und Firmenkunden-Verantwortlichen vorgestellt. Und wir als Historisches Archiv sind oft mit unserem Messestand dabei. Getreu unserem Motto „History communication ist einfach.“ zeigen wir hierbei regelmäßig, dass die lange Tradition unserer Sparkassen sich hervorragend für viele Kommunikationsanlässe eignet.

Dieses Mal haben wir mit einem kleinen Quiz auf die große Inflation vor knapp 100 Jahren zurückgeblickt. Dass zur Zeit der Hyperinflation im November 1923 die Inflationsrate bei über 29 500 Prozent lag und ein Brot mehr als 230 Milliarden Mark kostete, erstaunte viele unserer Standbesucherinnen und -besucher.

Zwischenzeitlich wurde es ganz schön eng an unserem Messestand und der Beratungsbedarf war groß. Denn vielen Sparkassen steht ein 200jähriges Jubiläum bevor und dieses soll dementsprechend gewürdigt werden. Wir als Historisches Archiv können hierbei in vielfältiger Weise unterstützen: sei es mit zahlreichen Ausstellungsobjekten oder ganzen Wanderausstellungen, Recherchen und Hintergrundinformationen sowie mit vielen Tipps und Hinweisen zur Jubiläumsplanung.

Der nächsten Vertriebsring findet im März 2023 statt und wir werden sicher wieder mit unseren Angeboten vertreten sein.

  • © Historisches Archiv des OSV

Der verwalzte Ludwig Erhard

Der vormalige Bundeswirtschaftsminister schaut aber zerknautscht. Kein Wunder. Das 2-DM-Stück, das sein Antlitz ziert, wurde schließlich verwalzt. Dabei kam ein sogenannter Decoiner zum Einsatz, der sogar 2,5 Tonnen Münzen pro Stunde entwerten konnte. Aus vielen Geldstücken der Bundesrepublik Deutschland wurde wegen der Einführung des Euros als Bargeld 2002 so auf preiswerte Weise Metallschrott. Diese Münze war rund einen Euro wert. Der unwiderrufliche Umrechnungskurs lautet 1 Euro = 1,95583 DM. Im Auftrag des Bundesfinanzministeriums erfolgte die bestmögliche Verwertung des Münzmetalls. Es diente etwa als Rohstoff für die Industrie. In den Bestand der Geldsammlung des Historischen Archivs des Ostdeutschen Sparkassenverbandes gelangten insgesamt vier Decoiner-Münzen, Stücke zu 50 Pfennig, 1, 2 und 5 Deutsche Mark. 5-DM-Stücke mit Silbergehalt, die es in der Bundesrepublik gab, wurden natürlich gesondert behandelt und nicht im Decoiner deformiert.

  • Ausstellungseröffnung in Hagenow

    Gestern eröffneten der Abteilungsleiter Privatkunden, Maik Jensen (ganz links) und Filialleiterin Ricarda Buhl (ganz rechts) die Ausstellung "Geldgeschichte(n)" in Hagenow. Gemeinsam mit den ersten Besuchern bestaunen sie die verschiedensten Formen von Naturalgeld. : © Ann-Kristin Granitza/SPK

Geldgeschichte(n) wieder on tour

Endlich, nach zwei Jahren coronabedingter Pause, ist unsere Wanderausstellung „Geldgeschichte(n)“ wieder dort, wo sie hingehört – in eine Sparkassenfiliale, umringt von interessierten Besuchern. Aus dem Archivmagazin des Ostdeutschen Sparkassenverbandes ging sie diesmal hoch in den Norden, zur Sparkasse Mecklenburg-Schwerin. In der Geschäftstelle in Hagenow wird die Schau bis zum 30. August zu sehen sein.

Die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin feierte im letzten Jahr ihr 200. Jubiläum. Wobei das Feiern wegen der verschiedensten Corona-Auflagen nur bedingt möglich war. So wurde auch die Ausstellung um ein Jahr verschoben. Nun wird es jedoch kein Problem sein, ganze Schulklassen durch die Schau zu führen. Die Sparkasse erwartet hier ein reges Interesse, da das Thema Geld im Wirtschaftsunterricht der 9. Klasse behandelt wird. Auch die Auszubildenden der Sparkasse werden auf ihrer Azubi-Tour die Ausstellung bewerben.

Was erwartet den Besucher? Erzählt wird nicht weniger als die Geschichte des Geldes auf 30 Ausstellungstafeln und mit außergewöhnlichen Exponaten in den Vitrinen. In chronologischer Reihenfolge kann man die Entwicklung des Geldes vom Tauschhandel bis zum Bitcoin nachverfolgen. Daneben gibt es teils ungewöhnliche, teils spannende Geschichten von Regenbogenschüsselchen, Knochengeld, Tulpenwahn oder Schwundgeld.

Wer einmal einen Teeziegel aus China, Manillen aus Westafrika oder Paternostererbsen sehen möchte, ist hier genau richtig. Diese Zahlungsmittel gehören zum sogenannten Naturalgeld und sind neben weiteren Objekten in einer Vitrine ausgestellt.

Wenn Sie also auf einem Wochenendausflug oder einer Urlaubsreise in der Nähe von Hagenow sind, lassen Sie sich die Ausstellung nicht entgehen. Denn, wie es so schön heißt: „Wenn das Geld nicht zu Dir kommt, musst Du zu ihm gehen.“

  • Diese letzte ausgegebene Serie an Wertgutscheinen war in den DDR-Haftanstalten von den 1980er Jahren bis zur Währungsunion 1990 gültig. : © Historisches Archiv des OSV

„Knastgeld“ in DDR-Haftanstalten

Der Bestand an Zahlungsmitteln im Historischen Archiv des OSV wird – auch für die aktuelle Wanderausstellung „Geldgeschichten“ – stets erweitert. Zuletzt waren unter den Neuerwerbungen mehrere Wertmarken aus Papier. Nach einiger Recherche stellte sich heraus, dass es sich dabei um Gefängnisgeld handelt, welches in Haftanstalten der DDR als Zahlungsmittel ausgegeben wurde.

Die Arbeit in den Haftanstalten sollte zum einen der Erziehung der Gefangenen dienen, zum anderen war sie ein wichtiger Bestandteil des DDR-Wirtschaftssystems. Unter oft verheerenden Arbeitsbedingungen wurde im Drei-Schicht-System gearbeitet. Dabei waren 48-Stunden-Wochen plus Zusatzschichten keine Seltenheit. Die Häftlinge wurden mit Druck und der Aussicht auf Hafterleichterungen zu hohen Arbeitsleistungen angetrieben. Anreize wurden mit Artikeln für den persönlichen Bedarf oder der Aussicht auf Briefkontakt zu Familie und Freunden geschaffen.
Jedoch gab es auch Arbeitsverweigerer, darunter vor allem politische Gefangene, welche damit gegen das System und die Haftbedingungen protestierten. Die Folge war der Entzug aller Vergünstigungen sowie wöchentlicher Arrest.

Meist handelte es sich bei den Tätigkeiten um Zuarbeit für die umliegenden Betriebe, wovon auch westliche Unternehmen profitierten. So wurden beispielsweise Haushaltsartikel produziert, die das westdeutsche Versandhaus Quelle als Hausmarke vertrieb.

Für ihre Arbeit stand den Gefangenen ab Ende der 1950er Jahre ca. 10 % eines vergleichbaren Nettolohns zur freien Verfügung. Den größten Teil der Zahlungen behielt die Gefängnisleitung für die Haftkosten ein. Zuletzt bekam ein Häftling rund 138 Mark. Von diesem Betrag mussten ggf. die Familie unterstützt und Rücklagen für das Leben nach der Entlassung gebildet werden. Den restlichen Betrag bekam man als Eigengeld in Form von Wertmarken („Knastgeld“) ausgezahlt.

Die Wertmarken dienten in den anstaltsinternen Läden als Zahlungsmittel, wo Waren des täglichen Bedarfs erworben werden konnten. Dort war das Sortiment begrenzt und wurde zu überhöhten Preisen angeboten. Besonders begehrt waren Zigaretten, Kaffee und zuätzliche Nahrungsmittel sowie auch Kosmetikartikel.

Anna-Lena Seibel
Praktikantin im Historischen Archiv des OSV

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Quellen:
Jan Philipp Wölbern: Die historische Aufarbeitung der Zwangsarbeit politischer Häftlinge im Strafvollzug der DDR, Potsdam 2016.

Tobias Wuschnik: Selbstbehauptung und politischer Prostest von Gefangenen im DDR-Strafvollzug, in: Ehrhard Neubert, Bernd Eisenfeld (Hrsg.): Macht-Ohnmacht-Gegenmacht. Grundfragen zur politischen Gegnerschaft in der DDR, Bremen 2001, S. 267-293.

Jan Philipp Wölbern, Haftarbeit in der DDR. Eine Zwischenbilanz, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, 13 (2016), S. 86-107.

  • © Historisches Archiv des OSV

Der Pfenning

Was steht denn da auf der Vorderseite? Hat sich der Münzmeister in Berlin etwa vertan? Pfennig sollte es doch heißen. Nein, es ist schon richtig so. Vor genau 200 Jahren wurde im Königreich Preußen im Rahmen einer Münzreform festgelegt, dass der Taler fortan aus 30 (Silber)Groschen beziehungsweise 360 Pfenni(n)gen bestehen sollte. Man nannte die Geldstücke wohl so, um sie von den alten zu unterscheiden. Vorher machten nämlich 24 Gute Groschen oder 288 Pfennige einen Taler. Im Münzgesetz Friedrich Wilhelms III. vom 30. September 1821 taucht interessanterweise die eigentümliche Bezeichnung Pfenning gar nicht auf. Jedoch wurde das Gewicht der neuen Kupfermünze genau festgelegt. Fünf Achtundvierzigstel Loth sollte sie wiegen. Das waren rund 1,5 Gramm. Dieses Leichtgewicht konnte man damals nicht zur einzigen preußischen Sparkasse in unserem heutigen Geschäftsgebiet bringen. Einzelne Sparpfennige nahm die Sparkasse eines Vereins in Halle an der Saale nämlich aus verwaltungstechnischen Gründen nicht an. Erst musste ein Taler als Mindesteinlage zusammengespart sein.

  • © Historisches Archiv des OSV

Geldgeschichte für die Azubis

Letzte Woche haben an der Nord-Ostdeutschen Sparkassenakademie in Potsdam wieder die Einführungsseminare für Auszubildende begonnen. Seit fünf Jahren steht dabei auch die Sparkassengeschichte mit auf dem Programm. Bei meinen Veranstaltungen erfahren die Azubis unter anderem, wann ihre Sparkassen im 19. Jahrhundert gegründet wurden, seit wann es Girokonten gibt und was der Punkt im Sparkassenlogo eigentlich bedeutet. Auch die Geldgeschichte ist Thema. Denn so alt wie die Sparkassen sind, haben sie schon mit verschiedenen Währungen zu tun gehabt. Gegründet wurden sie in der Zeit der Taler-Währung. Heute erfahren neue Auszubildene aus Berlin (OSV), Brandenburg (Sparkasse Barnim) und Sachsen-Anhalt (Sparkasse Mansfeld-Südharz) etwas über diese Epoche.

Damals machten im Königreich Preußen zwar 30 Silbergroschen einen Taler. Aber 12 Pfennige ergaben einen Silbergroschen. 360 Pfennige waren also ein Taler. Kniffelig. Warum eigentlich 12 und nicht 10 Pfennige? Nun, die Zahl 12 erlaubte die Teilung in mehr einfache Zahlen ohne Bruch. König Friedrich Wilhelm III., den Sie auf dem Taler abgebildet sehen, wollte bei der Geldreform 1821 das alte 12er-System beibehalten. Und so blieb das Duodezimalsystem bis zur Einführung der Mark im Deutschen Reich bestehen. 1871 wurde die neue Währung festgelegt, die sich aus 100 Pfennigen zusammensetzte. Statt Silbergroschen gab es dann 10-Pfennige-Stücke. Zum 1. Januar 1875 musste überall in Deutschland auf Markrechnung umgestellt sein. Natürlich auch bei den Sparkassen. Das war die erste Währungsreform in ihrer Geschichte.