• Relief an der Fassade des Döbelner Rathauses, das auf die Präsenz der Sparkasse hinweist - Sie war von 1912 bis 1994 im Gebäude. : © Historisches Archiv des OSV

Erfolgreiche Recherche in Döbeln

Die Unterstützung der Sparkasse Döbeln bei der Aufarbeitung und Präsentation ihrer Geschichte ist dieses Jahr ein wichtiges Projekt des historischen Verbandsarchivs. Dabei steht zunächst die Recherche in Beständen der Sparkasse sowie von Archiven auf dem Programm. So konnte der Autor letzte Woche endlich Akten im Döbelner Stadtarchiv sichten. Das Archiv befindet sich unterm Rathausdach. Viele interessante Funde wurden dort gemacht und spannende neue Informationen gewonnen. Zwei Themen möchte ich hier ansprechen.

So liegt in den Gründungsunterlagen unter anderem eine Liste der ersten Kreditnehmer der Spar- und Leihkasse von 1847. Auch heute ist das Kreditgeschäft für die Sparkasse sehr wichtig. Da sie gut wirtschaftet, kann sie verschiedenste Projekte in der Region finanziell unterstützen. Dieses Engagement ist auch historisch. Dass die Stadtsparkasse Döbeln bereits bis 1898 insgesamt eine Million Mark für gemeinnützige Zwecke bereitgestellt hatte, wusste ich schon vor dem Archivbesuch. Nun fanden sich Akten, die Aufschluss über die konkrete Verwendung in den Vorjahren geben.

Die Bevölkerung profitierte auf unterschiedliche Art von ihrer Sparkasse, die damals eine unselbstständige Einrichtung der Kommune war. Geld floss nach Genehmigung der Aufsichtsbehörde unter anderem in die Krankenhaus- und Schulkassen. Die Gemeindediakonie, das Armenarbeitshaus und dessen Kleinkinderbewahranstalt (Kindergarten) bekamen auch etwas. Zum Beispiel neue Trottoirs (Bürgersteige) und die Straßenbeleuchtung wurden mitfinanziert. Oder die öffentlichen Bedürfnisanstalten (Toiletten) sowie die Feuerwehr, das Wasserwerk, …

  • Doebeln Ansichtskarte Sparkasse

    Blick von der Nikolaikirche über die Dächer von Döbeln; Zu sehen ist auch das Rathaus mit Sparkasse und Stadtbank. (Ansichtskarte Kunstverlag Reinhard Rothe in Meißen, ca. 1935; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

170 Jahre Sparkasse in Döbeln

In der mittelsächsischen Stadt Döbeln befindet sich der Hauptsitz einer gleichnamigen Kreissparkasse. Schon seit 170 Jahren ist eine Sparkasse hier vor Ort. Am 7. Januar 1847 eröffnete zunächst eine Stadtsparkasse, wenig später ein kommunales Leihhaus. Beide Einrichtungen arbeiteten zusammen. Die Geschäftsräume befanden sich, wie bei vielen anderen städtischen Sparkassen, im Rathaus. Die Döbelner Sparkasse war ab 1847 im alten und ab 1912 im neuen Rathaus zu finden. Dieses Gebäude zeigt unsere Ansichtskarte, das Heim der Kasse für 82 Jahre. 1994 bezog die Kreissparkasse ein eigenes Gebäude. Seit 2010 lautet die Adresse: Erich-Heckel-Platz 1.

Im Laufe der Zeit ist aus der Stadt- eine Kreissparkasse geworden. Darum ein Blick in die Fusionsgeschichte. Ende 1943 entstand die Kreisspar- und Girokasse Döbeln aus den Sparkassen und Girokassen/Stadtbanken in Döbeln, Leisnig, Marbach, Ostrau und Roßwein. Nach Kriegsende wurden die Geldinstitute im sowjetischen Besatzungsgebiet neu gegründet. 1945 eröffneten die Stadtsparkasse Döbeln und die Kreissparkasse Döbeln (damaliger Hauptsitz Waldenburg). Sie wurden Anfang 1950 zur Kreissparkasse mit Sitz in Döbeln zusammengelegt.

Derzeit unterhält das Institut außerhalb von Döbeln fünf Zweigstellen, eine davon in Leisnig. Dies ist sogar der älteste Standort. In der Muldenstadt eröffnete nämlich am 2. November 1836 eine „Spar- und Leihkasse“. Es handelte sich allerdings um eine private Einrichtung eines Vereins, die erst 1895 in kommunale Verwaltung überging. Nichtsdestotrotz kann man festhalten, dass die Traditionslinien im Geschäftsgebiet der Kreissparkasse mehr als 180 Jahre zurückreichen. Sparkassenstandorte waren übrigens bereits 1838 Roßwein, 1847 Waldheim, 1850 Hartha und 1906 Ostrau.