• preußischer Taler, geprägt 1830 : © Historisches Archiv des OSV

25 Taler für nützliche Hinweise

Die Sparkasse Uckermark ist die brandenburgische Sparkasse mit den ältesten Wurzeln. Sie liegen im historischen Kreis Templin. Dort gründeten einige Grundbesitzer im Frühjahr 1822 die erste Sparkasse in der Region. Erwähnenswert ist ein ähnliches Projekt im Nachbarkreis. Vor genau 200 Jahren eröffnete nämlich im Kreishaus Angermünde ebenfalls eine private Sparkasse. Auch hier waren es wohlhabende Grundherren, die einen Sparkassenverein ins Leben riefen und gemeinsam für die Sicherheit der Einlagen hafteten.

Viel Interessantes zur Entwicklung dieses Instituts ist nicht bekannt. Doch ein Ereignis hat es in die Chronik der Stadt Angermünde geschafft. Die Rede ist vom schweren Einbruch, der sich in der Nacht vom 8. zum 9. Dezember 1837 im Kreishaus in der Richtstraße ereignete. Nach der Tat informierte Landrat Albert Otto von Wedel-Parlow im Amtsblatt über das Verbrechen. Er war Vorsitzender der Sparkassenverwaltung. Die Beute bestand aus den Barbeständen im Tresor sowie aus einem gleichfalls gewaltsam geöffneten Schreibpult. Münz- und Papiergeld fiel den Tätern in die Hände.

Für nützliche Hinweise zur Beschreibung der Gauner, Aufklärung des Verbrechens sowie möglichst umfänglichen Sicherung des Diebesguts versprach der Landrat eine stattliche Belohnung. Den Informanten wurde auch die Geheimhaltung des Namens zugesichert. 25 Taler lockten. Für dieses Geld konnte der Hinweisgeber damals zum Beispiel 750 Liter Bier für die Silvesterfete 1837 erwerben. Oder er legte das Geld lieber vernünftigerweise zu 2,5 Prozent Zinsen auf einem Sparbuch an.

  • Der Tatort in der Kreissparkasse in Herzberg (Elster) vor 90 Jahren: im Vordergrund der Brennschneider, dahinter diverse Einbruchswerkzeuge und links die Tresortür. (Abb. in: Sparkasse des Schweinitzer Kreises [Hrsg.]: 100 Jahre Kreissparkasse Herzberg, 1937, S. 34; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Verbrechen lohnt sich nicht

„Wie vielen Kreisinsassen erinnerlich, wurde in der Nacht vom Sonnabend, dem 31. August, zum Sonntag, dem 1. September 1929, von vier Berliner bewaffneten Berufseinbrechern ein Einbruchsversuch an der rechten Stahlkammer der Tresoranlage vorgenommen. Trotz modernster Einbruchswerkzeuge, zu denen auch ein großes Sauerstoffgebläse gehörte, und trotz ungestörter Arbeit während der ganzen Nacht misslang der Versuch, in das Innere des Tresors zu gelangen, da die Panzerung der Tür allen Anstrengungen der Einbrecher widerstand.

Zweifellos hatten die Einbrecher die Absicht, ihre Arbeit erforderlichenfalls auch über den Sonntag hinaus auszudehnen, wurden aber am frühen Morgen des Sonntags von der Ehefrau des Hausmanns gestört, die die Geschäftsräume der Kasse, die am gleichen Tage anlässlich eines Jugendtreffens der Schulen des Kreises von den Teilnehmern besichtigt werden sollten, nochmals überprüfte. Die geflüchteten Einbrecher wurden bald von den sie verfolgenden Landjägern und verschiedenen sich an der Verfolgung beteiligenden Zivilpersonen in den Waldungen eines Nachbarortes gestellt und konnten nach einem lebhaften Feuergefecht festgenommen werden.

Die Sparkasse aber bildete am Sonntag, dem 1. September 1929, und an den darauffolgenden Tagen das Ziel unzähliger Besucher, die den Tatort, der bis zur Aufnahme des Tatbestands durch die Staatsanwaltschaft unverändert gelassen wurde, besichtigten. An elf Personen, die sich an der Ergreifung der Einbrecher aktiv beteiligt hatten, kam eine Belohnung von insgesamt RM 1100.- zur Verteilung.“ So berichtete die Sparkasse des Schweinitzer Kreises in einer Festschrift anlässlich ihres 100. Jubiläums.