• Klicken Sie rechts - finden Sie Ihre Sparkasse. : © Historisches Archiv des OSV

Recherchieren ist einfach

Schnell ging es. Schon ist der erste Monat des neuen Jahres Geschichte. Sieben Beiträge haben wir im Januar im Blog veröffentlicht. Auch die Zahl der Besuche auf unserer Seite hat signifikant zugenommen.  Erstmals wurden weit über 12.000 gezählt. Gestartet sind wir im November 2014 übrigens mit etwas mehr als 2.400. Das wachsende Interesse freut uns sehr. So kann es weitergehen.

Die Nutzung des Blogs ist nun noch einfacher. Alle Beiträge lassen sich ja seit Anfang an zum Beispiel bequem über die Schlagwortliste recherchieren. Neu ist die Verschlagwortung unserer Sparkassen in  sämtlichen relevanten Artikeln. Insbesondere den Leserinnen und Lesern in den Mitgliedssparkassen des OSV machen wir es so noch einfacher, für sie interessante Inhalte zu finden, ob nun aus 2014, 2015, 2016 oder 2017.

  • © Historisches Archiv des OSV, Dep. Sparkasse Meißen

Was Sparbücher und Stollen verbindet

Wenn man dem Werbeflyer der Stadt- und Kreissparkasse Dresden aus den 1950er-Jahren folgt, sind beide sehr gefragt – besonders zur Weihnachtszeit. Denn beide verlieren vor und während der Feiertage an Gewicht, werden manchmal geradezu geplündert, bis nur noch Krümel bzw. Pfennige oder heute Cents übrig sind.

Damals wie heute müssen die meisten Menschen Geld ansparen, um sich etwas leisten zu können bzw. um ihre Lieben zu beschenken. Je nach Statistik, wollen die Deutschen in diesem Jahr durchschnittlich zwischen 250 und 300 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Da wird vielleicht auch der eine oder andere Stollen dabei sein.

Wir wünschen Ihnen einen schönen, geruhsamen Jahresausklang im Kreise Ihrer Lieben und für uns alle ein friedlicheres 2017!

Britta Weschke, Thomas Einert & Claudia Wöhnl

  • Stifte über Stifte - die meisten so rot wie die Sparkassen. Sie wurden zur Sammelleidenschaft unserer Mitarbeiterin. : © Historisches Archiv des OSV

  • Die Sammlungsbegründerin und der "Erbe" unterhalten sich über außergewöhnliche oder seltene Stifte. : © Historisches Archiv des OSV

Stift um Stift – Was Mitarbeiter sammeln und bewahren

Oft weiß man gar nicht mehr, wie eine Sammlung einst entstand. Meist fängt es ganz harmlos an: Mit einem Porzellanelefanten, Bierdeckel oder Kugelschreiber, den man als besonders schön oder außergewöhnlich den Verwandten und Freunden präsentiert. Wenn man hierbei zu euphorisch ist, bleibt das im Gedächtnis der schenkfreudigen Lieben hängen und ehe man sich versieht, sind Regale zu kurz, Schränke zu klein und der Keller wird ausgebaut.

Zum Glück war das Anwachsen der Sammlung von Dr. Sibylle Marsch, einer ehemaligen Mitarbeiterin unserer Nord-Ostdeutschen Sparkassenakademie, erwünscht und wird bis heute durch „Vererbung“ gepflegt. In ihrem Fall waren und sind es Kugelschreiber. Natürlich nicht alle Kugelschreiber, sondern nur welche, die von Sparkassen, deren Partnern oder Verbundunternehmen als Werbegeschenke ausgeben wurden. Kurz und gut – sie müssen zur großen Sparkassenfamilie gehören.

Besonders lieb waren unserer Kollegin, die privat übrigens Eulen sammelt, die Stifte von Fusionssparkassen. D. h. von Instituten, die es heute so nicht mehr gibt, deren Namen verschwunden sind. Über 200 Stifte hat die Sammlung bereits, die um 1994/95 an dem ersten Akademiestandort in Berlin-Rahnsdorf ihren Anfang nahm. Die ersten Stifte wurden sogar als dekoratives Element mittels Schnur in ihrem Büroraum aufgehängt. Das führte natürlich zu einem weiteren Sammlungszuwachs, da viele Kollegen und Dozenten fortan sehr motiviert waren, ihren Beitrag zu leisten.

Auch ihr damaliger Chef ließ sich anstecken und lobte sogar einen Überraschungspreis aus, wenn die Anzahl der Stifte mit der Anzahl der damals existenten Sparkassen in unserem Verbandsgebiet gleichzog. Diese Herausforderung wurde locker gemeistert und der Preis in Form von Naturalien dankbar entgegengenommen.

Nach Verabschiedung unserer Kollegin in den Ruhestand vor drei Jahren, traf die Sammlung jedoch kein herrenloses Schicksal. Randolf Müller, einer ihrer engsten Mitarbeiter, trat mit Freuden und Sammlerehrgeiz das Erbe an. Mal sehen, wann die 300er-Marke geknackt wird.

  • © Historisches Archiv des OSV

  • © Historisches Archiv des OSV

OSV feiert Geburtstag – Festakt am 27. Oktober

Pressemeldung des OSV vom 30. August 2016

Der Ostdeutsche Sparkassenverband feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. Seit dem 17. September 1991 sind Sparkassen und kommunale Träger gleichberechtigte Partner im OSGV. 2005 wurde der einzige Vier-Länder-Verband der deutschen Sparkassenorganisation in OSV umbenannt.

25 Jahre OSV stehen für 25 Jahre Innovation und Engagement für die Sparkassen. Wegweisende Produkte, wie die Internetfiliale, das Sparkassen-Finanzkonzept, das Sparkassen-Tourismusbarometer oder aber das Nahversorgungszentrum „Große Emma“ sind OSV-Entwicklungen.

In dem Vierteljahrhundert suchte der OSV auf politischer Ebene den Austausch mit 16 Ministerpräsidenten und 21 Finanzministern.

„Ich bin stolz, zunächst als kommunales Mitglied und dann als Geschäftsführender Präsident die Geschicke der Ostdeutschen Sparkassenorganisation mitgestaltet zu haben“, sagte der Geschäftsführende Präsident Dr. Michael Ermrich. „Wir haben in dem Vierteljahrhundert auch in schwierigen Zeiten die Nähe zu unseren Kunden erhalten und wichtige Impulse für die gesamte Sparkassenorganisation gegeben. Zufrieden können wir über das harmonische Miteinander der Sparkassen und ihrer kommunalen Mitglieder sein.“

Der OSV feiert sein Jubiläum mit einem kleinen Festakt am 27. Oktober 2016 um 10.30 Uhr im Kongresshotel Potsdam am Templiner See. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, und sein Vorgänger, Bundespräsident a.D., Dr. Horst Köhler, haben Redebeiträge zugesagt.

  • Roland Belgern

    Der etwas unproportionierte Roland von Belgern mit seinem auffälligen Hosenknopf wurde nach dem Rathausneubau 1610 aus Sandstein errichtet. Zuvor stand dort ein Roland aus Holz. (Abb. Ansichtskarte Verlag M. Marquardt in Dahlen, um 1930)

Wer steht denn da vor der Sparkasse?

Dies ist der Roland von Belgern in Sachsen. Solche Statuen zeigen einen Ritter, zumeist mit einem blanken Schwert, manchmal auch noch mit anderen Attributen. Zurück geht die Figur auf einen legendären Befehlshaber im Heer von Karl dem Großen, der auf dem Rückzug vom Spanienfeldzug im Jahr 778 heldenhaft sein Leben ließ.

Im Mittelalter wurden Rolande in vielen deutschen Städten, gerade in unserem heutigen Verbandsgebiet, aufgestellt. Auf Marktplätzen und vor Rathäusern stehen sie zum Teil noch heute. Insbesondere in Sachsen-Anhalt können Sie die Denkmale finden. Aber warum wurden sie errichtet? Wegen der Erinnerung an die Sagengestalt, den tapferen Ritter?

Nun, Rolandstatuen galten früher auch als Zeichen der bürgerlichen Freiheit. Sie waren Symbol der Eigenständigkeit einer Stadt mit Marktrecht und eigener Gerichtsbarkeit. Dies waren Privilegien. Als ein Zeichen kommunalen Selbstbewusstseins kann ein Roland also verstanden werden, meine ich.

Selbstbewusste Kommunen waren es dann auch, die ab dem 19. Jahrhundert Sparkassen einrichteten, um den Bürgerinnen und Bürgern das Vorsorgen zu ermöglichen. Immer wichtiger wurde auch die Versorgung der Bevölkerung vor Ort mit Kredit, zunächst mit Grundkredit. Und die Gemeinden, Städte und Kreise profitierten natürlich auch selbst von ihren Sparkassen.

  • Leihhaus Leipzig

    Beim Leihhaus der Stadt Leipzig wollte 1865 ein Betrüger mit Tarnnamen "Hermes" zu Geld kommen. (Abb. in: Below, Eduard: Das Leihhaus und die Sparcasse zu Leipzig. Zwei Blätter zur Erinnerung an die fünfzigjährige Wiederkehr der Eröffnung beider Institute, Leipzig, 1877; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Thomaskirche Leipzig

    Karl May mietete eine Stube gegenüber der Thomaskirche, um dort später den Pelz zu entwenden. (Ansichtskarte Verlag Wilhelm Hoffmann AG Dresden, versendet 1908; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Der misslungene Coup des „Hermes“

Hermes ist in der antiken Mythologie unter anderem der Schutzgott der Händler und Reisenden. Vor über 90 Jahren wurde sein Abbild zum Logo der gesamten deutschen Sparkassen- und Giroorganisation gemacht. Diese Geschichte ist aber bereits im Sparkassengeschichtsblog erzählt worden. Hermes galt aber auch als Patron der Diebe. Und davon soll der Beitrag handeln. Ein heute allseits bekannter Mann war es, der sich im Frühjahr 1865 den Namen des Gottes zulegte, um in Leipzig eine Gaunerei zu begehen. Karl May hieß der Sachse, der über Jahre als  Kleinkrimineller unterwegs war.

Um einen Trickdiebstahl durchzuführen, mietete er eine Stube nahe der Thomaskirche und begab sich dann zum Brühl. Dort befand sich das Geschäft des Kürschnermeisters und Pelzwarenhändlers Johann Friedrich Gottlob Erler. Berühmt war Leipzig für dieses Gewerbe. May nannte sich nun „Hermes“, wählte einen schicken Biberpelz für 72 Taler – ein Vermögen – und ließ ihn zu seiner Bleibe tragen. Mit dem Mantel ging er aus dem Zimmer, angeblich um ihn zunächst seiner Herbergsmutter zu zeigen, und floh.

Später bat er die Frau eines Barbiergehilfen, den Pelz beim städtischen Leihhaus zu versetzen. Bei dieser kommunalen Einrichtung konnte man schon seit 1826 Wertgegenstände hinterlegen und einen Kredit zu fairen Bedingungen erhalten. 10 Taler bekam May von der unwissenden Frau als Vorschuss. Die Verpfändung gelang jedoch nicht. Das Diebesgut wurde nämlich erkannt und konfisziert. Der Täter ahnte davon nichts.

Er schickte einen Boten, um den Rest des Pfandgeldes von ihr zu erhalten. Das wurde der Polizei gemeldet. Den bereits instruierten Geldboten rief Karl May in ein Gebüsch im Rosenthal. Dort kam es zur Rangelei und Festnahme. Aufgrund seiner Taten erhielt er eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und einem Monat Arbeitshaus. So wollte man ihn strafrechtlich disziplinieren. Wohl während seiner Haftzeit entstand bei May der Wunsch, sich schriftstellerisch zu betätigen. Zunächst aber setzte er seine kriminelle Karriere fort.