• Plakat der Sparkassen der DDR, 1953 : © Historisches Archiv des OSV

Lang lebe der Gutschein!

Wie halten Sie es in diesem Jahr, so kurz vor dem Fest? Darf es da auch ein Gutschein sein mit dem Sie Ihre Liebsten beglücken?

Laut einer aktuellen Statista-Umfrage sind Gutscheine oder Geldgeschenke die beliebteste Gabe unter dem diesjährigen Weihnachtsbaum. Fast jede oder jeder Zweite wählt diese Geschenk-Option. Das ist auch nicht verwunderlich, denn sie sind praktisch, handlich und die Gefahr in ein Fettnäpfchen zu treten, ist sehr gering.

Wohl auch deshalb gibt es Geschenk-Gutscheine seit mehr als 100 Jahren. Selbst die Sparkassen bedienten sich ihrer und boten zu zahlreichen Anlässen, wie Geburt, Schulanfang oder eben auch Weihnachten, die Gutscheine ihrer Kundschaft an. In der DDR-Zeit konnten die Beschenkten sich das Geld auch bar auszahlen lassen. Die favorisierte Variante war jedoch die Gutschrift auf ein neues oder bestehendes Sparbuch.

PS: Heute ist der Sparkassen-Geschenkgutschein nur zwei, drei Klicks entfernt. Online kaufen, online einlösen. Unser Tipp zur letzten Minute.

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern ein wunderbares Fest & und uns allen ein friedlicheres neues Jahr!

Britta Weschke, Thomas Einert und Claudia Wöhnl

  • Kundenguthaben Ende 1845 in Talern (* Gründungsjahr) : © Historisches Archiv des OSV

Top Five vor 180 Jahren in Sachsen

Für das Jahr 1845 liegen uns erste Geschäftsdaten aller staatlich kontrollierten Sparkassen im Königreich Sachsen vor. Diese veröffentlichte das Statistische Bureau beim Innenministerium, Vorläufer des Statistischen Landesamtes. Interessanterweise existierten zu dieser Zeit nicht nur kommunale Institute. So waren etwa in Grimma und Leisnig Vereine aktiv. In diesen Kleinstädten gab es einlagenstarke Sparkassen. Bemerkenswert ist auch, dass Leipzig vor der Landeshauptstadt stand, obwohl dort viel mehr Sparbücher gezählt wurden.

Dies lag daran, dass Sparkassen unterschiedliche beziehungsweise gar keine Obergrenzen für Guthaben ansetzten. Beispielsweise bestanden in Dresden nur 9, in Leipzig hingegen 802 Konten über 200 Taler. In Leisnig waren es immerhin 312. Eine weitere Ursache ist bei der Kundschaft zu suchen. Nicht ausschließlich für sogenannte minder Bemittelte, also nicht vermögende Menschen, wurden Sparkassen gegründet. Sie machten nur einen Teil des Kundenstamms aus, der eher in Industriegegenden zu finden war. Natürlich spielte auch das Alter eine Rolle. So stand die junge Chemnitzer Stadtsparkasse vor 180 Jahren erst auf Platz 5.

  • Sparmann ante portas, 1951 : © Historisches Archiv des OSV

Wenn der Sparmann zweimal klingelt …

In der frühen DDR bemühten sich die Sparkassen sehr, die staatlichen Vorgaben im Einlagengeschäft zu erfüllen. Spargelder wurden für den Aufbau gesammelt. Es gab sogar einen Abholeservice für Menschen, die es wegen ihres Berufs, ihrer Dienstzeit oder ihrer Hausfrauenpflichten nicht zur Sparkassenfiliale schafften. So steht es in dem Werbefaltblatt mit dem abgebildeten Cover, das wahrscheinlich in Briefkästen landete. Regelmäßig konnte der Sparmann vorbeikommen und schon Beträge ab 50 Pfennige mitnehmen. Er war auch für den Vertrieb von Sparverträgen zuständig, wobei dann ein Beitrag automatisch vom Lohn abging.

Der Sparmann agierte nicht nur Sammler, sondern auch Berater. Er sollte die Menschen davon überzeugen, dass Sparen sich lohnte. Alles koste Geld, egal ob Geburt, Hochzeit, Krankheit oder Tod. Und natürlich ebenfalls der Urlaub, Möbel und Einrichtungsgegenstände. Auch andere Argumente wurden ins Feld geführt. Geld in der Brieftasche oder zu Hause sei nicht sicher und die Versuchung, es eines Tages für unnütze Dinge auszugeben, groß. Wer solche Werbung in seiner Post fand, war informiert. Auch darüber, dass der Sparmann demnächst unverbindlich zum Gespräch vorbeikam. Klinkenputzen nannten Sparkässler diesen Dienst damals.

  • © Historisches Archiv des OSV

Das S in der Wabe

Richtig eingestellt ist er, der Dauerkalender. Dieser Werbeartikel der Stadtsparkasse Naumburg stammt aus dem Jahr 1949. Ihn ziert das alte Sparkassenlogo, das es bereits im NS-Staat gab. Es zeigt im Prinzip eine Spardose mit Einwurftrichter, in den eine Münze fällt. Jedem regionalen Sparkassenverband in der jungen DDR stand es frei, das Zeichen verwenden zu lassen oder nicht. In Sachsen-Anhalt wurde es eingesetzt. Im Archivbestand finden sich auch einige Werbefaltblätter mit dem Logo, die 1950 beziehungsweise 1951 entstanden. Im Folgejahr wurden die Länder und die Verbände abgeschafft. Ein neues, einheitliches Logo kam 1957 im Osten zum Einsatz. Die Wabenform und Geld spielten auch bei ihm eine Rolle. Der Entwurf dafür kam vom Grafiker Siegfried Riediger.

  • © Historisches Archiv des OSV

  • © Historisches Archiv des OSV

  • © Historisches Archiv des OSV

Vertriebsring again

Die Tische sind gedeckt, die Rollups aufgerichtet. Der Automat hat seinen Platz gefunden. Die Gäste kommen. Und das zahlreich. Es ist reger Andrang an unserem Messestand beim Vertriebsring im Kongresshotel Potsdam am Templiner See. Das Historische Archiv des OSV präsentiert wieder einmal seine vielfältigen Dienstleistungen und Produkte.

Das erste Mal waren wir 2014 vor Ort. Bereits damals zog unser funktionsfähiger Sparautomat die Besucherinnen und Besucher an. Denn bei uns wird prinzipiell nicht nur informiert, sondern auch entertained und mitgemacht. Außerdem kann sich heute in Logo-Kunde geübt werden. Dazu dienen verschiedene Signets der deutschen Sparkassen, die es zeitlich einzuordnen gilt. By the way: was bedeutet eigentlich der Punkt im Sparkassenlogo?

Zu verschiedenen Themen kommt man ins Gespräch. Unser Angebot ist breit gefächert. Wissensvermittlung für Auszubildende. Ausleihe von Wanderausstellungen. Lieferung des passenden Begleitmaterials für Kinder. Erarbeitung von Publikationen und Ausstellungen zur Geschichte von Mitgliedssparkassen. Begleitung von Jubiläen. Zurverfügungstellen von Bildern, etwa alter Werbung, für diverse Anlässe. Und manches mehr.

Na klar, wir sind für unsere Sparkassen bei allen Fragen zur Historie und auch zur Archivierung von Historischem jederzeit ansprechbar. Seit fast 25 Jahren gibt es das Historische Archiv beim Ostdeutschen Sparkassenverband. Es hat sich zu einem Kompetenzzentrum entwickelt. Das merken auch unsere Kundinnen und Kunden. Von unserer Expertise sowie unseren Archivbeständen profitieren sie. Nicht nur zum Jubiläum.

  • Ausschnitt einer Seite eines Sparbuchs der Stadtsparkasse Niesky : © Historisches Archiv des OSV/ Depositum Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien

Stempelkunde zum Weltspartag

Heute ist Weltspartag. Vor 100 Jahren fand dieser zentrale Werbetag der Sparkassen in Deutschland erstmals statt, damals noch am 31. Oktober. In unserem Historischen Archiv gibt es einige Objekte, die mit dem besonderen Tag zu tun haben. Zum Beispiel ein Chemnitzer Sparbuch, das am Weltspartag 1932 ausgestellt wurde. In diversen Sparkassenbüchern hat er seine Spuren hinterlassen. Die Rede ist von Stempelabdrücken, die bei Einzahlungen entstanden.

Auch ein Sparbuch der Stadtsparkasse Niesky in der Oberlausitz wurde gekennzeichnet. Mit roter Farbe. Eine Weltkugel ist zu erkennen und das Datum 30. Oktober. Zehn Reichsmark wurden gespart. Doch irgendetwas stimmt da nicht. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Fehler erkennen, so hinterlassen Sie doch gern einen Kommentar. Wir freuen uns über Ihr Wissen zur Geschichte des Weltspartags!