• Seit 1931 befindet sich die Sparkasse am Kornmarkt. Auf der Freifläche ist heute das Kornmarkt-Center. (Ausschnitt Ansichtskarte unbekannter Verlag, vers. 1937; Bestand: Historisches Archiv des OSV) : © Historisches Archiv des OSV

Die Umzüge der Bautzener Sparkasse

Gestern reisten wir per Zug zur Beratung bei der Kreissparkasse Bautzen. Der Sitz der Sparkasse befindet sich am Bautzener Kornmarkt. Und das schon ziemlich lange. Am 20. Juli 1931 zog die damalige Stadtsparkasse in den Neubauteil (links) des gemeinsamen Gebäudes mit dem Stadtmuseum. Zu der Zeit existierte sie schon fast ein Jahrhundert und hatte einige Umzüge hinter sich. Viele der historischen Standorte lassen sich heute noch finden, etwa bei einem Stadtbummel.

So war die Sparkasse bereits in der Schloßstraße 2 (1839-1850), im Stadthaus am Hauptmarkt (1850-1884) und im Gewandhaus (1884-1931) untergebracht. Der Gründungsort selbst scheint unspektakulär. Am 19. Dezember 1832 gab der Stadtrat in einer Anzeige in den Budissiner Nachrichten die Eröffnung in einem Hinterhaus in der Kesselgasse (heute Kesselstraße 5) bekannt. Dort startete die Sparkasse unter der Leitung des umtriebigen Kaufmanns Gustav Eduard Heydemann.

  • Der Sitz der Sparkasse Elbe-Elster in Finsterwalde vor 95 Jahren. (Ansichtskarte Verlag Wilhelm Schade in Finsterwalde, 1929; Bestand: Historisches Archiv des OSV) : © Historisches Archiv des OSV

  • Portal der Sparkasse, 2021 : © Thomas Einert

Das Historische Archiv im Jahresbericht

Vor kurzer Zeit hat der Ostdeutsche Sparkassenverband seinen Jahresbericht für 2023 online veröffentlicht. Auch das Historische Archiv wurde bedacht und taucht hier mit drei Projekten des vergangenen Jahres auf. Als großes Titelbild begegnet uns der historische Sitz der Sparkasse Elbe-Elster in Finsterwalde. Diese Postkarte wurde 1929 versendet. Da war das Gebäude links ganz neu. Am 18. Juni 1928 konnte die Stadtspar- und Girokasse Finsterwalde dort einziehen.

Vom Architekten und Regierungsbaumeister a.D. Kurt Vogeler stammt der Entwurf für das Haus. Der Bildhauer Walter Lemcke gestaltete unter anderem die interessanten Sandsteinfiguren an der Fassade. Sie nehmen Bezug auf örtliche Wirtschaftszweige, mit denen das Geldinstitut Geschäftsbeziehungen pflegte. Schauen Sie sich gern das zweite Bild des Blogs an. Über dem Eingangsportal sehen Sie links Merkur, den antiken Gott/ Schutzpatron der Reisenden, des Handels und der Wissenschaften. Rechts symbolisiert eine Frau die Güterzeugung, die Industrie.

Das ehemalige Postamt ist seit Anfang 2002 Teil der neugestalteten Hauptstelle der Sparkasse Elbe-Elster. Ein Um- und Erweiterungsbau erfolgte, der wertvolle alte Bausubstanz erhielt und historische mit moderner Architektur verband. Auch das Sparkassengebäude von 1928 wurde damals umgebaut. Die Fassade blieb dabei erhielten, wie schon bei einer weitreichenden Umgestaltung in den Jahren 1991/1992.

  • Die Karte wurde am 31.12.1899 geschrieben und am 1.1.1900 in der Post in Lengefeld gestempelt. (Ansichtskarte eines unbekannten Verlags; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Zur Jahreswende

Die ältesten Ansichtskarten im Bestand des Historischen Archivs des OSV, die Sparkassen zeigen, wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts versendet. Genau am letzten Tag des Jahres 1899 wurde diese Postkarte geschrieben. Es wurde sich für einen Weihnachtsgruß bedankt. Es folgten Glückwünsche zur Jahrhundertwende. Zum neuen Jahrzehnt hingegen möchte wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, alles Gute wünschen. Kommen sie fröhlich & gesund in 2020 an. Insbesondere senden wir an dieser Stelle und mit passendem Motiv herzliche Grüße an Horst Möckel vom Historischen Archiv der Erzgebirgssparkasse in Schwarzenberg und bedanken uns für die liebe Stollenpost zur Adventszeit.

  • Sparmarken von Stadtsparkassen aus Sachsen : © Historisches Archiv des OSV

Historische Sparkassengebäude

Kommunale Sparkassen gibt es im Verbandsgebiet des OSV seit 1822. Damals eröffnete die Stadt Frankfurt (Oder) eine Stadtsparkasse. Ihr sollten viele Gründungen folgen, vor allem in Sachsen. In Zittau entstand 1825 die erste sächsische Sparkasse in kommunaler Trägerschaft. Der Sitz einer Stadtsparkasse befand sich zumeist im Rathaus. Mit der Zunahme des Geschäftsumfangs brauchte man jedoch mehr Raum. Es wurde aus- und angebaut. Oder man zog in ein eigenes, neu errichtetes Gebäude um.

In unserem Archivbestand befinden sich hunderte Postkarten, auf denen historische Sparkassengebäude abgebildet sind. Viele haben bereits als Bilder in Blogbeiträgen gedient. Von Sparkassen wurden und werden sie zu Zwecken der Öffentlichkeitsarbeit verwendet. Aber auch die im Historischen Archiv vorhandenen Sparmarken zeigen neben Stadtwappen zumeist Häuser. Denn sie wurden früher auch mit Wunschmotiv der Sparkasse gedruckt. Diese drei individuell gestaltetem Exemplare sind etwa 80 Jahre alt und stammen aus den Geschäftsgebieten der Sparkasse Vogtland, der Sparkasse Zwickau sowie der Kreissparkasse Bautzen.

  • Der Eingang zur Tourist-Information weist eine besondere Gestaltung auf. : © Thomas Einert

  • Das Gebäude 2018 ..... : © Thomas Einert

  • .... und kurz nach seiner Fertigstellung. (Abb. Ausschnitt Ansichtskarte Verlag Carl Friedrich Fangmeier in Magdeburg, um 1940; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Die Fachwerksparkasse im Harz

Vor ein paar Tagen war ich per pedes im Harz unterwegs. Von Ilsenburg auf den winterlichen Brocken und dann hinunter nach Wernigerode führte die Wanderung. Am Ende gab es noch eine kleine Tour durch die „Bunte Stadt am Harz“ mit ihren schmucken Fachwerkhäusern. Auch am Marktplatz bin ich vorbeigekommen. Dort steht ein jahrhundertealtes Rathaus, das sicherlich alle Besucher beeindruckt.

In einem Seitenflügel befindet sich die Tourist-Information. Verwundert hat mich die Gestaltung des hölzernen Eingangsportals. Dort findet sich, flankiert von einer Frau mit Sparbüchse und einem Mann mit dicker Geldbörse, ein Sinnspruch des Barockdichters Friedrich von Logau zum Thema Reichtum. Aber lesen Sie selbst. Der Hintergrund: es handelt sich um den Eingang zu einem ehemaligen Sparkassengebäude. Bis 1997 war hier der Hauptsitz der örtlichen Sparkasse.

Der Bau scheint sehr alt zu sein. Doch er entstand erst in der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre im Rahmen eines Rathausumbaus. Der Anbau wurde in Fachwerkbauweise ausgeführt. Als historisches Element hat man sogar einen Renaissance-Erker in das Dach eingefügt. Darunter sind vier Holzfiguren in Harzer Trachten angebracht, die wie die anderen geschnitzten Schmuckelemente vom Bildhauer Otto Welte stammen. Auch das Hauptgebäude zieren solche interessanten Schnitzereien.

In den Anbau zog dann die Wernigeröder Stadtsparkasse ein. Sie gab es schon seit 1849. Daneben bestand auch eine Kreissparkasse, die 1906 für das Gebiet der Grafschaft Wernigerode gegründet worden war. Nach einer Fusion 1951 bestand dann nur noch eine Kreissparkasse. Dieses Institut wiederum fusionierte zum Jahresbeginn 2008 mit den Kreissparkassen Halberstadt und Quedlinburg zur Harzsparkasse. Der Hauptsitz befindet sich heute einige Meter vom Markt entfernt, in der Gustav-Petri-Straße 8.

  • Die adrette Belegschaft der Stadtsparkasse Bad Schmiedeberg 1931 in ihrer neuen Geschäftsstelle. Im Hintergrund: Blumenschmuck. (Ansichtskarte ohne Verlagsangabe; Bestand: Historisches Archiv des OSV) : © Historisches Archiv des OSV

  • Das Sparkassengebäude und seine Architekten? (Ansichtskarte ohne Verlagsangabe; Bestand: Historisches Archiv des OSV) : © Historisches Archiv des OSV

Einzug ins Sparkassengebäude

Das sind sie, die Männer von der Stadtsparkasse Bad Schmiedeberg. Anlässlich der Eröffnung ihres neuen Sparkassengebäudes hatten sie sich am Neujahrstag 1931 zu dieser Fotoaufnahme versammelt, von der auch gleich Postkarten angefertigt wurden. In den Jahren 1929/1930 war das neue Heim des Geldinstituts entstanden, weil die bisherigen Räumlichkeiten unter anderem wegen der steigenden Kundenzahl nicht mehr ausreichend waren.

Im Stile des Bauhauses hatte das Architektenbüro Zerbe aus Hamburg das Gebäude entworfen. Auf die moderne Außen- und Innenarchitektur konnte die Sparkassenbelegschaft wahrlich stolz sein. Wenn auch Sie sich für das Gebäude interessieren, so klicken sie einfach zum nächsten Bild oder schauen Sie doch einmal bei der Sparkasse Wittenberg vorbei. In der heutigen Luisenstraße 43 befindet sich nämlich derzeit ihre Geschäftsstelle in Bad Schmiedeberg.

Ich bedanke mich herzlich beim Stadtchronisten von Bad Schmiedeberg, Herrn Felix Saul, für Informationen zum historischen Sparkassengebäude.