• Museum Karlshorst

    Das Offizierskasino einer ehemaligen Wehrmachtsschule in Berlin-Karlshorst war der Ort der deutschen Kapitulation und dann Sitz der Sowjetischen Administration. Heute ist das Gebäude ein Museum. : © Thomas Einert, 2015

  • Arbeitszimmer des Chefs der SMAD im Deutsch-Russischen Museum, 2013 : © Foto: Thomas Bruns, Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst

  • Liste Sparkassen

    Aufgelistet sind die neuen Sparkassen in der Provinz Sachsen. "St. Sp." steht für Stadtsparkasse, "Gem. Sp." für Gemeindesparkasse und "K. Sp." für Kreissparkasse. : © Historisches Archiv des OSV

  • Sparbuch Eilenburg

    Auch Eilenburg gehörte damals zur Provinz Sachsen. Das Sparbuch zeigt Vermerke zur Auszahlung 1946 und zur Guthabenbescheinigung bei der neuen Stadtsparkasse. Am 1. September 1945 war das Institut eröffnet worden. : © Historisches Archiv des OSV

Die Neuordnung des Sparkassenwesens im Sommer 1945

Heute vor 70 Jahren war es soweit. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) unter Marschall Georgi Konstantinowitsch Schukow erließ einen Befehl zur Neuorganisation der Finanz- und Kreditorgane im sowjetischen Besatzungsgebiet. Dies war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum sozialistischen Wirtschaftssystem, das Moskau in seinem neuen Herrschaftsgebiet aufbauen wollte.

Am 23. Juli 1945 ordnete Schukow unter anderem die Schließung aller Sparkassen sowie ihre Neugründung an. Dabei sollte es zwar eine Funktions-, aber keine Rechtsnachfolge geben. Auszahlungen auf Guthaben, die vor der Kapitulation NS-Deutschlands entstanden waren, waren verboten, „falls die Mittel der Sparkassen durch den faschistischen Staat erschöpft sind“. Zum Stichtag 8. Mai 1945 wurden also die Konten eingefroren.

Auch im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt sind die Sparkassen geschlossen und neue eröffnet worden. Dies geschah aber nicht auf einen Schlag. So erfolgte die erste Schließung am 3. August 1945 bei der Kreissparkasse Bitterfeld und die letzte am 12. September 1945 bei der Stadtsparkasse Jerichow. Insgesamt 84 Institute enstanden im Herbst dieses Jahres in der Provinz Sachsen. Die neuen Spareinlagen bei ihnen betrugen dann Ende 1945 bereits 227 Mio. Reichsmark (RM). Aber was geschah mit den alten Guthaben der Kundinnen und Kunden? Waren diese verloren?

Nein, nicht gänzlich. So befahl die SMAD 1946, Inhabern dieser Altsparguthaben (bis 3.000 RM) davon 300 RM und in besonderen Fällen 400 RM in Raten auszuzahlen. Besonders notleidende Menschen in der sowjetischen Besatzungszone erhielten das Geld auf einmal. Den Frauen von vermissten oder in Kriegsgefangenschaft geratenen Kleinsparern wurde erlaubt, sich als Unterstützung 300 beziehungsweise 400 RM vom Sparbuch des Mannes auszahlen zu lassen.

Im Zuge der Währungsreform 1948 im Osten sollten die bis Kriegsende entstandenen „Uraltguthaben“ dann im Verhältnis 10:1 umgerechnet werden. Inhaber von Altkonten konnten Anträge auf Ausstellung von Guthabenbescheinigungen stellen und erhielten Anteile einer Ablösungs-Anleihe, die in Raten getilgt wurde. Die Fristen zur Anmeldung der Guthaben für Bürgerinnen und Bürger erfuhren in der DDR mehrmals eine Verlängerung.

  • Rathaus Potsdam Stadtsparkasse

    Über dem Eingang des Alten Rathauses ist der Schriftzug der Stadtsparkasse zu erkennen. (Ausschnitt Ansichtskarte Verlag Wilhelm Hannemann in Potsdam, um 1930; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Stich Rathaus Potsdam

    Im Rathaus wurde die Sparkasse am 21. Juli 1840 eröffnet. (Ausschnitt Stahlstich von Lemaitre, 1842) : © Historisches Archiv des OSV

175 Jahre Sparkasse in Potsdam

Brandenburg ist eines von vier Bundesländern im Gebiet des OSV. Die Landeshauptstadt heißt Potsdam. Hier hat die zweitgrößte ostdeutsche Sparkasse ihren Sitz. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse kann heute in Potsdam auf genau 175 Jahre Sparkassentradition zurückblicken. Denn am 21. Juli 1840 wurde in den Räumen der Kämmereikasse im Alten Rathaus die Stadtsparkasse erstmals geöffnet. Fast 100 Jahre war die Hauptstelle in dem Gebäude am Alten Markt untergebracht, bis in der Nauener Straße Nr. 23 (jetzt Ecke Friedrich-Ebert-Straße/ Charlottenstraße) ein eigenes Geschäftshaus entstand. Heute befindet sich der Hauptsitz der MBS in der Saarmunder Straße 61.

Ist die Sparkasse jetzt für alle Menschen da, so war sie in ihren Anfängen doch insbesondere für die Nichtvermögenden gedacht. Auch aus sozialen Gründen gab es 1840 in Potsdam eine Guthabenbeschränkung von 100 Talern pro Sparbuch. Dem Statut nach ermöglichte die kommunale Sparkasse es „unbemittelten“ Einwohnern, „Geldersparnisse für Notfälle und für das Alter sicher und zinsbringend unterzubringen“. Und so bat die Stadtverwaltung vor der Eröffnung die Einwohnerschaft im Potsdamschen Wochenblatt, „mit uns dahin zu wirken, daß der Sinn für Sparsamkeit bei der unbemittelteren Classe, als Handwerksgehuelfen, Tagearbeitern, Gesinde u. s. w. erweckt werde, und daß sich deren Theilnahme an diesem […] Institute durch Einlagen jeglicher Ersparnisse bethaetigen moege.“

Die ersten Kundinnen und Kunden waren jedoch vor 175 Jahren nicht unvermögende „kleine Leute“. Marie, Susette, Gustav, Fritz und Julie Burghalter hießen die Sprösslinge eines wohlhabenden Potsdamer Brauereibesitzers. Der Vater legte für jedes Kind 10 Taler an. In den ersten Wochen des Bestehens der Sparkasse wurden überhaupt viele Einzahlungen zu Gunsten von Kindern getätigt. Bald aber zählten auch immer mehr Handwerkslehrlinge und Dienstmädchen zur Kundschaft. Und weil Potsdam Garnisonsstadt war, fand im Herbst 1840 schließlich der erste Kunde aus dem Soldatenstand den Weg zur Stadtsparkasse. Er hieß Gottfried Schick und war Füsilier (Infanterist) beim Ersten Garderegiment.

  • Denkmal Rathaus Liebertwolkwitz

    Neben dem Rathaus von Liebertwolkwitz ist das Denkmal zu finden. (Ausschnitt Ansichtskarte Verlag Karl Linke, Leipzig, vor 1945; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Dekret Bestaetigung Liebertwolkwitz

    Auch bei der Gründung der Sparkasse in Liebertwolkwitz war die Genehmigung der Satzung durch die königliche Regierung erforderlich. : © Historisches Archiv des OSV

Ein Denkmal für den Sparkassengründer

Ja, wo gibt‘s denn so was? Na, in Liebertwolkwitz! Liebertwolkwitz ist heute ein Stadtteil Leipzigs. Im Jahr 1900 war es eine Gemeinde mit rund 4.000 Einwohnern, in der schon seit 50 Jahren eine Sparkasse bestand. Diese hatte mittlerweile über 15.000 Kundinnen und Kunden. Anlässlich des Geburtstags des florierenden Unternehmens am 4. Juli 1900 wurde beschlossen, dessen Gründer ein Denkmal zu errichten.

So geschah es. Und noch heute bildet es die städtebauliche Dominante des Marktes und erinnert an die Sparkasseneröffnung vor 165 Jahren. Schauen Sie doch einmal vorbei, wenn Sie im Südosten von Leipzig unterwegs sind. Sie können es nicht verfehlen. Das Denkmal besteht aus einem großen Quader aus Porphyr, der auf einem massiven Granitsockel ruht. Allerhand interessante Verzierungen weist es auf. Ringsum stehen Poller aus Porphyr und Eisen, an denen Ketten befestigt sind. Sie dienen zur Einfriedung. Gedacht wird, wie zu lesen ist, „FR. TEICHMANN“, dem „BEGRÜNDER DER SPARKASSE“.

Friedrich Teichmann (1783 – 1863) besaß die Güter Muckern sowie Neumuckershausen unweit von Liebertwolkwitz und veröffentlichte landwirtschaftliche Schriften, zum Beispiel zur sicheren Überwinterung von Kartoffeln. Er war unter anderem an der Vorbereitung der ersten Versammlung deutscher Land- und Forstwirte 1837 in Dresden beteiligt. Auch vor Ort förderte Teichmann das Agrarwesen und gründete 1846 den Landwirtschaftlichen Verein zu Liebertwolkwitz.

Auf seinen Antrag hin beschloss der Gemeinderat am 19. April 1847 die Gründung einer Sparkasse. Die Genehmigung der Satzung durch die königliche Regierung in Dresden erfolgte am 10. Mai 1850. Am Eröffnungstag erhielt der genannte Verein unter dem Namen des Vorsitzenden, Friedrich Teichmann, das erste Sparbuch ausgestellt. 20 Taler wurden darauf eingezahlt. Die Sparkasse entwickelte sich prächtig. Ende 1850 gab es bereits 309 Bücher mit einem Gesamtguthaben von 10.605 Talern, 29 Neugroschen und 9 Pfennigen. Im Jahr 1900 waren es schließlich fast 10 Mio. Mark.

Weil das Institut erfolgreich arbeitete und genügend Rücklagen aufwies, konnten bald Geldbeträge für „gemeinnützige und wohltätige Zwecke“ abgeführt werden. Die Trägergemeinde profitierte enorm von den Überschüssen, ja lebte bald sogar vom Gewinn der Sparkasse. So gab man zum 50. Jubiläum mit Stolz bekannt, dass ab 1877 keinerlei Ortssteuern mehr erhoben worden waren. Weil die Gemeinde dem Gründer sehr viel zu verdanken hatte, setzte sie ihm nun das monumentale Denkmal.

  • Sparbuecher Fuerstenberg Oder Beeskow Müllrose

    © Historisches Archiv des OSV

3 X 160 Jahre Sparkasse in Brandenburg

Gleich in drei Städten in Brandenburg sind heute vor 160 Jahren Sparkassen gegründet worden. Am 1. Juli 1855 eröffneten die Stadtsparkasse in Fürstenberg an der Oder (heute Eisenhüttenstadt), die Beeskower Kreissparkasse und die Stadtsparkasse in Müllrose. Vor Ort ist jetzt die Sparkasse Oder-Spree, die ihren Sitz in Frankfurt (Oder) hat. Dort wurde übrigens am 1. Oktober 1822 die erste kommunale Sparkasse Brandenburgs eingerichtet.

Aus Anlass des Jubiläums der drei Geschäftsstellen sagen wir: Alles Gute! Und weil heute auch ein währungsgeschichtlich bedeutsamer Tag ist (vor 25 Jahren hielt die D-Mark im Osten Einzug) sehen sie hier drei interessante Sparbücher aus unserem Archiv. Sie stammen aus noch früheren Zeiten, in denen die Mark (links), dann die Reichsmark (Mitte) und später die Deutsche Mark der Deutschen Notenbank (rechts) gültig war. Das erste Buch ist über 100, das zweite mehr als 70 und das dritte mindestens 50 Jahre alt. Wir sehen: Sparkassen haben in ihrer Geschichte schon viel erlebt, zum Beispiel Währungsreformen.

  • Landkarte Provinz Sachsen

    Auf dem Ausschnitt einer Landkarte der preußischen Provinz Sachsen (um 1900) sind die ersten vier Sparkassen im Regierungsbezirk Magdeburg verortet. (Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Siegelmarke Magistrat Neuhaldensleben

    Die Siegelmarke zeigt das Stadtwappen von Neuhaldensleben. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung sorgten dafür, dass dort 1840 eine Sparkasse eröffnet wurde. : © Historisches Archiv des OSV

  • Ansichtskarte Rathaus Neuhaldensleben

    Von den Überschüssen der Sparkasse profitierte auch die Kommune. So wurde z. B. 1880 Geld zum Bau des Mittelgiebels des Rathauses verwendet. (Ansichtskarte Verlag Carl H. Odemar in Magdeburg, versendet 1914; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

175 Jahre Sparkasse in Haldensleben

175 Jahre ist es her, dass in Haldensleben eine kommunale Sparkasse gegründet wurde. Im damaligen Neuhaldensleben nahm eine Stadtsparkasse am 1. Juli 1840 die Geschäftstätigkeit auf. Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung hatten beschlossen, das Institut für die 4.619 Einwohner der ländlichen Kleinstadt ins Leben zu rufen. So entstand die vierte Stadtsparkasse im preußischen Regierungsbezirk Magdeburg.

Verwaltet wurde sie von einem Direktorium. Dieses setzte sich aus einem Magistratsmitglied, zwei Stadtverordneten und einem Bürger zusammen. Für den Magistrat übernahm der Bürgermeister den Vorsitz des Verwaltungsorgans. Der Vertreter der Bürgerschaft war 1840 der Böttcher August Römer. Auch ein Rendant wurde gefunden, der nebenamtlich tätig war. Er nahm die Einlagen der Kundinnen und Kunden entgegen, am Eröffnungstag genau 133 Taler, 15 Groschen und 2 Pfennige.

Am Ende des ersten Geschäftsjahres betrug das Gesamtguthaben bereits 3.648 Taler, 22 Groschen und 4 Pfennige. 85 % dieses Geldbetrags waren ausgeliehen. Schon kurz nach der Gründung warb die Sparkasse in der Presse dafür, bei ihr Kredite aufzunehmen, zum Beispiel auf Schuldscheine gegen Verpfändung von Wertpapieren. Bedeutender war aber der Grundkredit. Das erste Hypothekendarlehn erhielt ein Schlosser, Herr Stridde. Nicht nur als Sparinstitut insbesondere für „weniger bemittelte“ Leute, etwa Dienstboten, Lehrlinge oder Gesellen, war das Institut also von Anfang an tätig. Schon vor 175 Jahren wurde die regionale Wirtschaft durch Sparkassenkredite gefördert.

2015 ist die Kreissparkasse Börde in Haldensleben vor Ort. Sie ist in dieser Stadt, in vielen anderen Gemeinden im Landkreis und natürlich im Internet für ihre Kundinnen und Kunden da. Die Zeiten haben sich geändert. So wird heute nicht mehr in Talern oder Pfennigen, sondern in Euro und Cent gerechnet. Auch kann die moderne Sparkasse als Universalinstitut seit Langem vielfältige Produkte anbieten, nicht nur das altehrwürdige Sparbuch. Es gibt zugleich Dinge, die haben sich nicht verändert. So ist zum Beispiel der Gedanke aus der Gründungszeit, den Menschen in der Region nützlich zu sein, ihnen etwa eine Individualvorsorge zu ermöglichen sowie dem heimischen Mittelstand Darlehn auszureichen, weiterhin lebendig.

  • Der Vorsitzende des Hamburger Vereins nutzte bereits die Bezeichnung "Sparcasse". (Lithografie von Conrad Kiesel, um 1820; Druck und Verlag Lithografisches Institut Ch. Fuchs in Hamburg) : © Historisches Archiv des OSV

Die Verwirklichung der Sparkassenidee

Hamburg 1778
Sparkassen gibt es in Deutschland seit fast 237 Jahren. Bereits im Sommer 1778 gründete die Hamburgische Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe, auch Patriotische Gesellschaft genannt, eine besondere Versorgungsanstalt. Diese hatte den Charakter einer Versicherungs- und Spareinrichtung. Ihre „Ersparungsklasse“ bezeichnete der Vorsteher der Gesellschaft, Johann Arnold Günther (1755 – 1805), als eine „Sparcasse“. Sie war die erste Sparkasse der Welt, allerdings keine kommunale. Die erste Stadtsparkasse wurde 1801 in Göttingen eröffnet.

Gemäß der Hamburger Satzung konnten „geringe fleißige Personen beiderlei Geschlechts“, zum Beispiel Dienstboten, Tagelöhner, Handarbeiter oder Seeleute, „ihren sauer erworbenen Not- oder Brautpfennig sicher zu einigen Zinsen belegen“. Es wurde der Allgemeinheit erstmals die Möglichkeit geboten, auch verhältnismäßig kleine Geldbeträge sicher und zinsbringend anzulegen. Man ermunterte die Kundinnen und Kunden, für bestimmte Anlässe zu sparen. Denn Sparen war kein Selbstzweck.

Die Gründer verfolgten sozialpädagogische Ziele. Die Philanthropen empfahlen „kleinen Leuten“ ein moralisch-sittsames Leben. Und dazu gehörten Arbeiten und Sparen. Eine Sparkasse diente als Einrichtung der privaten Daseinsvorsorge. Zum Beispiel in Zeiten der Erwerbslosigkeit konnte ein Sparguthaben hilfreich sein, um nicht zu verelenden. Damals gab es noch keine staatliche Versicherung. Auch waren die Möglichkeiten der Armenpflege sehr beschränkt.

Königsbrück 1819
Vierzig Jahre nach der Hamburger Gründung wurde die Sparkassenidee erstmals im heutigen Geschäftsgebiet des OSV verwirklicht. Die Initiative ergriff zunächst weder eine Stadt noch ein Verein von Bildungsbürgern. Stattdessen ging die Obrigkeit ans Werk. Der Graf Peter Karl Wilhelm von Hohenthal (1754 – 1825) war über das Hamburger Institut und andere Sparkassengründungen informiert. Jahrelang soll er den Gedanken einer Sparkasse mit sich herumgetragen haben.

Der Konferenzminister war ein vielbeschäftigter Mann. Selbst wenn er „auf Urlaubsreisen seine Güter besuchte, begleiteten ihn dahin Acten zur ruhigen Bearbeitung“, so eine Lebensdarstellung von 1827. Der Adelige engagierte sich auch im Privaten. Er unterstützte viele gemeinnützige Unternehmungen. So gilt von Hohenthal zum Beispiel als Mitbegründer des Dresdner Wohltätigkeitsvereins Zu Rath und Tath, der sich ab 1803 sozialen Projekten widmete. Die Gesellschaft ergriff unter anderem Maßnahmen, um dem Verarmen vorzubeugen. Auch die Eröffnung einer privaten Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt im Jahr 1821 ist Vereinsmitgliedern zu verdanken.

Hohenthal selbst schritt bereits 1818 zur Tat, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der eifrige Förderer gemeinnütziger Projekte entwickelte seinen konkreten Plan einer „Spaar-Caße“ während eines Spaziergangs. Bald war ein Statut niedergeschrieben. Die Sparkasse konnte als wohltätige Einrichtung des Standesherrn in Königsbrück zum Jahresbeginn 1819 eröffnet werden. Er schuf damit eine Möglichkeit, kleine Ersparnisse sicher und zinsbar anzulegen. Nicht nur die Dienstboten und die Einwohnerschaft seines Herrschaftsgebiets, auch Auswärtige konnten bei seiner Sparkasse sparen und für später vorsorgen.