• Nach dem Festakt ging es zum Schloss Wildeck, zur Eröffnung der Sonderausstellung. : © Historisches Archiv des OSV

  • In historischen Gemäuern ist die Ausstellung zu finden. : © Historisches Archiv des OSV

  • Horst Möckel (links) führte Landrat Frank Vogel (Mitte) und Wolfgang Zender, Verbandsgeschäftsführer des OSV (rechts), durch die Ausstellung. : © Historisches Archiv des OSV

  • Gut besucht war die Ausstellung am Abend des 3. August. Ab heute ist sie der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich. : © Historisches Archiv des OSV

  • Ein Kleinod in der Sammlung ist die Genehmigung einer Sparkasse durch die königliche Regierung in Dresden Mitte des 19. Jahrhunderts. : © Historisches Archiv des OSV

  • Ausstellungstafel mit historischen Werbemitteln des Bauspar- und Versicherungsgeschäftes : © Historisches Archiv des OSV

Ausstellung zur Sparkassengeschichte in Zschopau eröffnet

175 Jahre nach Gründung der ersten Sparkasse im Gebiet des heutigen Erzgebirgskreises hatte das dort ansässige Institut zum Festakt geladen. So fanden sich in der Zschopauer Geschäftsstelle der Erzgebirgssparkasse am gestrigen Abend zahlreiche Gäste ein. An diesem Ort konnten sie bereits einen Vorgeschmack auf die Ausstellung zur Sparkassengeschichte bekommen, die später feierlich eröffnet werden sollte. Bei einem kühlen Getränk, das an diesem heißen Sommertag besonders gut tat, gab es bereits Historisches zu betrachten. Als Dekorationsmittel dienten etwa Reproduktionen alter Werbeplakate aus dem Archiv der Sparkasse.

Bald füllte sich der Festsaal. Roland Manz, Vorstandsvorsitzender der Erzgebirgssparkasse, begrüßte die Gäste und führte in den Abend ein. Festliche Redebeiträge, geschmückt mit unterhaltsamen Anekdoten aus der älteren und jüngeren Vergangenheit, folgten. Manz erinnerte etwa an die aufregende Zeit der Wende vor 25 Jahren, als er erstmals zur Kreissparkasse Zschopau in die DDR kam. Renate Finke, damals Direktorin, später Mitglied des Vorstandes, dankte er herzlich für die vielen schönen Jahre der Zusammenarbeit.

Auf die Wurzeln der Sparkasse im Erzgebirge, die Verwirklichung des Sparkassengedankens sowie das früher und heute fruchtbare Wirken des Kreditinstituts in der Region ging unter anderem der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel, ein. Wolfgang Zender, Geschäftsführer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, überbrachte Glückwünsche zum Jubiläum. Er hob die Bedeutung des Instituts in der ostdeutschen Sparkassenorganisation hervor. Auch Zender thematisierte, dass die Sparkasse in 175 Jahren schon viele schwierige Zeiten erlebt und Herausforderungen stets gemeistert hat. Mit Zuversicht blickte er in die Zukunft.

Nach dem Ende des Festaktes wurden die Gäste zum Schloss Wildeck geführt, das für den zweiten Teil des Abends eine stimmungsvolle Atmosphäre bot. Die Menschen strömten zunächst in den Grünen Saal des Schlosses. In diesem Raum waren zahlreiche Ausstellungstafeln und Vitrinen mit unterschiedlichsten Exponaten zu sehen, zum Beispiel Hartgeld und Banknoten aus dem Deutschen Kaiserreich, uralte Sparbücher und Werbematerialien. Eine wahre Wunderkammer.

Ja, selbst ein Sparautomat aus den 1930er-Jahren stand bereit und konnte unter Anleitung bedient werden. Ein Blickfang war auch der funktionsfähige Fernschreiber aus DDR-Zeiten, dessen Inbetriebnahme für Stimmung sorgte. Hier traten Horst Möckel, der seit vielen Jahren das historische Archiv der Erzgebirgssparkasse in Schwarzenberg betreut, und seine Tochter Constanze in Aktion. Herr Möckel führte dann durch die Ausstellung. Dicht gedrängt bestaunten die Besucherinnen und Besucher die vielen Ausstellungsstücke, die ihren Weg aus dem Archiv ins Schloss gefunden hatten.

Wer im Schloss Wildeck persönlich von Horst Möckel in die Geschichte der Sparkasse im Erzgebirge eingeweiht werden möchte, kann bis Ende August unter 03774 10-1452 Termine für Gruppenführungen erfragen.

  • Die Kolleginnen aus der Sparkasse Uecker-Randow (Pasewalk) suchten gemeinsam nach dem richtigen Punkt über dem Sparkassen-S. : © Historisches Archiv des OSV

  • Das sind sie. Die vier Punkte zum Thema "Sparkassenrot". Können Sie HKS 13 erkennen? Falls nicht, hier die Auflösung von links nach rechts: HKS 12, HKS 13, HKS 14 und HKS 15. : © Historisches Archiv des OSV

  • Zum 32. Vertriebsring kam auch wieder ein prominenter Gast. Diesmal: Joachim Llambi. Er referierte nicht nur zum Thema "Mut zur Kritik. Mit klaren Worten überzeugen", sondern hielt auch für uns den Punkt hoch. : © Historisches Archiv des OSV

  • Auch Winni, das Maskottchen der PS-Lotterie, hielt bei über 30 Grad tapfer durch und machte bei unserer Aktion mit. : © Historisches Archiv des OSV

  • Souverän punktete auch der Kollege aus der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien (Zittau). : © Historisches Archiv des OSV

Punktlandung

Da lagen sie. Vier rote Punkte für das Sparkassen-S. Doch nur einer passte farblich. Aber welcher? Das fragten wir unsere Kolleginnen und Kollegen  aus den Mitgliedssparkassen, die gestern zum 32. Vertriebsring des OSV nach Potsdam kamen.

Zum 3. Mal waren wir als Historisches Archiv mit einem eigenen Stand dabei. Diesmal mit einer Aktion zur Marke Sparkasse und dem „Sparkassenrot“. Zur Auswahl standen : HKS 12-15. Alles sehr ähnliche Rottöne. Und alle mit Geschichte. Wie bereits im Blog berichtet.

Aktuell war die Aktion allemal. Wurde doch gerade erst ein Urteil des Bundespatentgerichts gesprochen, das sich um den Schutz des „Sparkassenrots“ dreht. Denn sowohl die Sparkassenorganisation als auch die Santander Bank nutzen einen Rotton für ihren Markenauftritt: HKS 13 bzw. HKS 14. Die Unterschiede zwischen diesen beiden sind marginal. Nur eine Nuance dunkler ist HKS 14. Auch die Filialen beider Geldinstitute sehen sich zum Verwechseln ähnlich? Zufall oder Absicht?

Darüber ins Gespräch zu kommen und die Farbe als bedeutendes Markenelement noch einmal in den Mittelpunkt zu rücken, war unser Ziel. Zugleich sollten Gute-Laune-S-Bilder entstehen. Und was denken Sie? Haben die Kollegen IHR ROT erkannt? Aber klar doch. Und nicht zuletzt, machten sie bei der Punktewahl auch noch eine gute Figur …

  • Gebäauede DSGV Berlin

    Im historischen Haus des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes in Berlin fand die Tagung statt. : © Historisches Archiv des OSV

  • Dr. Thorsten Wehber DSGV

    Dr. Thorsten Wehber referierte zur Geschichte der Sparkassen im Rheinland : © Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz

  • Tabelle erste Sparkassengründungen Rheinland

    © Thorsten Wehber, DSGV

  • Sparkassenreglement 1838

    Das preußische Sparkassenreglement von 1838 förderte auch die Entwicklung der Sparkassen im Rheinland : © Historisches Archiv des OSV

Danke Rheinland!

Wie bereits berichtet, wurde Preußen vor über 200 Jahren auf dem Wiener Kongress ein großer Teil seines Nachbarlandes Sachsen zugesprochen. Zugleich erhielt das Königreich Preußen das Rheinland als Provinz. Im Rahmen des Themenjahres „DANKE* BERLIN – 200 Jahre Preußen am Rhein“ veranstaltete nun der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz eine Tagung in Berlin. Im Haus des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes standen gestern die rheinisch-preußischen Beziehungen im 19. Jahrhundert auf der Agenda.

Bei der Tagung gingen die Referenten zum Beispiel auf die Entwicklung der Wirtschafts- und Finanzpolitik (Prof. Dr. Rudolf Boch, Institut für Europäische Geschichte an der Technischen Universität Chemnitz) sowie auf bedeutende rheinische Unternehmerpersönlichkeiten ein, die sich auch politisch aktiv zeigten (Dr. Ulrich S. Soénius, Direktor Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln).

Die Konflikte zwischen dem, von den Errungenschaften der Französischen Revolution geprägten, Wirtschaftsbürgertum und dem preußisch-konservativen Beamtenstaat blieben natürlich nicht ausgespart. Es wurde lebhaft diskutiert und auch die „rheinische Art“ mancher Redner war dabei sehr erfrischend. Mehrfach wurde zur Sprache gebracht, was tatsächlich Preußen seiner Provinz zu verdanken hatte. Als Industriegebiet mit großer Wirtschaftskraft machte das Rheinland den Staat nämlich sehr viel bedeutender und mächtiger.

Dass in der Industrieregion auch gespart wurde, thematisierte Dr. Thorsten Wehber vom Sparkassenhistorischen Dokumentationszentrum des DSGV. Er referierte zur Entwicklung der nicht nur kommunalen Sparkassen. So gründete etwa der „Aachener Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit“ 1834 eine Einrichtung. Sie gewährte Kundinnen und Kunden aus der unteren Bevölkerungsschicht Extrazinsen und Prämien, wenn sie fleißig sparten. Mit Zweigstellen war diese Sparkasse in vielen Orten des Bezirks präsent. Städtische Institute wurden vor allem im dicht besiedelten Düsseldorfer, später im Aachener Regierungsbezirk errichtet. Mehr gegen Ende des 19. Jahrhunderts verbreiteten sich Kreissparkassen.

Der Zusammenhang zwischen der industriellen Struktur des Landes und der Verbreitung der Sparkassen, gegründet als Anstalten insbesondere zur Selbstvorsorge für arbeitende „kleine Leute“, wurde besprochen. Natürlich spielten auch andere Faktoren bei Gründungen eine Rolle, unter anderem die Motivation der örtlichen Kommunal- und Bezirksverwaltungen. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich die Rheinprovinz zu einer bedeutenden Sparkassenregion, von der Impulse ausgingen, so Wehber. Es wurde etwa der erste deutsche Sparkassenverband 1881 mit Sitz in Essen etabliert. Im Gegenzug profitierte das Sparkassenwesen in der Region vom Zentralstaat. In dem Zusammenhang fand das erste preußische Rahmengesetz aus dem Jahr 1838 Erwähnung. Es förderte die Verbreitung der Anstalten und galt sogar bis weit ins 20. Jahrhundert.

  • Geschichtsstudenten der Humboldt-Universität zu Berlin besuchten mit ihrer Dozentin Dr. des. Heike Wieters im Juni 2015 das Historische Archiv des Ostdeutschen Sparkassenverbandes in Potsdam. : © Historisches Archiv des OSV

  • Britta Weschke stellte das Archiv mit seinen Zuständigkeiten, Aufgaben und Projekten vor. : © Historisches Archiv des OSV

  • Thomas Einert referierte nicht nur zur Geschichte des Luftschiffhafens, sondern auch zum Versicherungsgeschäft der sächsischen Sparkassen in der Weimarer Republik. : © Historisches Archiv des OSV

  • Ansichtskarte Luftschiffhafen, vor 1922 (K.H.B. Verlag)

    Eingangsgebäude zum Gelände des Luftschiffhafens, auf dem im September 1911 der erste Zeppelin, die „Schwaben“, landete (Ansichtskarte Luftschiffhafen, vor 1922, K.H.B. Verlag, Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Angehende Historiker zu Besuch am Luftschiffhafen in Potsdam

Wenn man sich entschlossen hat, Geschichte zu studieren, ist es durchaus lohnenswert, auch einmal ein Archiv zu besuchen. Immerhin könnte es der zukünftige Arbeitsplatz sein – in jedem Fall ist das Archiv aber ein Ort, an dem sich Historiker viel und gern aufhalten.

Und auch für die Praktiker ist es wertvoll zu erfahren, was junge Studierende für Vorstellungen und Wünsche haben, was sie interessiert und wie sich das Studium gestaltet. So lag es auf der Hand, eine Anfrage bezüglich eines Archivbesuchs von Studenten der Humboldt-Universität positiv zu beantworten, Archivmaterial herauszusuchen und sich einfach einmal Zeit zu nehmen, um den wissenschaftlichen Nachwuchs am eigenen Arbeitsplatz zu begrüßen.

Der Besuch begann – wie sollte es anders sein – mit einem Rundgang. Fünf „Luftschiffe“ stehen heutzutage am Templiner See, Am Luftschiffhafen 1, in Potsdam. Die Architektur der imposanten Gebäude wollte erklärt sein. Zumal der Ort geschichtsträchtig ist.  Hier entstand 1912 eine riesige Luftschiffdoppelhalle im Auftrag der Luftschiffbau Zeppelin GmbH.  An diese Zeit erinnert zum Beispiel noch immer das markante Eingangsgebäude zum Gelände, auf dem im September 1911 der erste Zeppelin, die „Schwaben“, landete. Anhand von Modellen und Bildern wurden die historischen Fakten anschaulich vermittelt.

Nach dem Rundgang wurden die Aufgaben und aktuellen Projekte des Historischen Archivs des OSV vorgestellt. Dass gerade die Öffentlichkeitsarbeit im Sinne von History Marketing für ein Wirtschaftsarchiv von großer Bedeutung ist, wurde den Studenten schnell klar. Mit einem Sparkassenwerbefilm zum Spargedanken und der Rolle des Vorsorgens für schlechte Zeiten aus den 1930er-Jahren erfolgte der direkte Einstieg in die Sparkassengeschichte. So begaben sich die Studenten, die sich im Seminar gerade mit dem Versicherungswesen des 19. Jahrhunderts beschäftigen, gemeinsam mit dem Historiker Thomas Einert auf Zeitreise. Thematisiert wurde das Vorsorgen durch Sparen bei den Sparkassen zwischen 1778 und 1913. Auch das Versicherungsgeschäft in der Weimarer Republik wurde anhand von Archivalien beleuchtet.

Viele spannende Fragen begleiteten den Archivbesuch: Von der Bewertungspraxis bei der Übernahme der Akten in das Historische Archiv über die Möglichkeiten der Archivnutzung durch Externe bis hin zu Versicherungsstatistiken und der Auszahlungspraxis der Lebensversicherungen bei Selbstmord oder im Fall des Todes bei Kriegseinsätzen. Die Studenten wurden eingeladen, selbst zu recherchieren und anhand von Archivmaterial Antworten zu finden. Am Ende des Tages empfanden beide Seiten das Zusammentreffen als große Bereicherung – Wiederholung nicht ausgeschlossen …

  • Koenig Friedrich II.

    Sogar der "Alte Fritz" kam zur Eröffnung. Neben der Ausstellungsvitrine: Geschäftsstellenleiter Frank Schulze und Hermann Lamprecht als Darsteller des Preußenkönigs. : © Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam

  • Kreishaus Teltow

    Im Teltower Kreishaus befand sich der Sitz der Sparkasse von 1858 bis 1871. Damals war der Bürgermeister ihr Rendant. (Abb. in: Petersilie, Erich: Die Sparkasse des Kreises Teltow von 1858-1908, Berlin, 1908; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Maschinen in Vitrine

    Unter anderem alte Maschinen gibt es in Teltow zu sehen ... : © Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam

  • Statut Vitrine

    ... und viele Schriftstücke : © Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam

Sparkassengeschichte in Teltow – Eine Ausstellung zum Stadtjubiläum

Die Stadt Teltow feiert 2015 ihr 750-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums hat sich auch die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam (MBS) mit der Historie beschäftigt. Denn Sparkassengeschichte ist ein Teil der Ortsgeschichte. 1858 wurde in der Stadt die Sparkasse des Kreises Teltow gegründet. Zunächst hatte sie dort auch ihren Hauptsitz, im Kreishaus. Mit der Verlegung nach Berlin existierte ab 1872 eine Nebenzweigstelle im Rathaus, dann ab 1936 eine Hauptzweigstelle der Kreissparkasse in der Zehlendorfer Straße 11. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Institut 1945 geschlossen und eine neue Kreissparkasse in Funktionsnachfolge eröffnet.

Bei der Sparkasse des Kreises Teltow handelte es sich um ein bedeutendes Institut. Bereits 1905 war sie zur größten Sparkasse in Brandenburg und zehntgrößten in Preußen herangewachsen. 110 Jahre später, am 29. April 2015, eröffnete nun die heutige größte brandenburgische Sparkasse (MBS) eine Ausstellung in Teltow. Diese Veranstaltung ist sogar durch ein Video dokumentiert. Insgesamt 75 Tage lang, noch bis zum 12. Juli, sind in der örtlichen Geschäftsstelle zahlreiche interessante Ausstellungsstücke versammelt. Hervorgehoben werden soll an dieser Stelle, dass Kundinnen und Kunden die Schau mit Exponaten unterstützt haben. Wir freuen uns, dass auch wir die Sparkasse bei der Vorbereitung ihres Projektes im Jubiläumsjahr der Stadt helfen konnten.

  • Frankfurt am Main im April 2015: Ort der diesjährigen Arbeitstagung der Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare e. V. (VdW)

    Frankfurt am Main im April 2015: Ort der diesjährigen Arbeitstagung der Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare e. V. (VdW) : © Historisches Archiv des OSV

  • Gastgeber: das Historische Museum Frankfurt am Mainufer

    Gastgeber: das Historische Museum Frankfurt am Mainufer : © Historisches Archiv des OSV

Akten auf die Bühne? – Die Jahrestagung der VdW 2015

Tagungen ermöglichen den Blick über den Tellerrand, den Austausch mit Kollegen, und wenns richtig gut läuft, fahren die Teilnehmer mit vielen neuen Ideen und inspiriert von tollen Praxistipps nach Hause. So war es auch in diesem Jahr wieder auf der Arbeitstagung der Vereinigung deutscher Wirtschaftsarchivare e. V. (VdW), zu der vom 26. bis 28. April 2015 nach Frankfurt am Main eingeladen wurde. Sie stand ganz im Zeichen des History Marketings. Ganz konkret: Im Zeichen der Inszenierung von Unternehmensgeschichte.

Bühnenpräsenz von Archivalien? Geht das, werden Sie sich fragen? Und wenn ja, wie wird das gemacht? Und vor allem: Wer soll das machen? Der Archivar, der eigentlich am liebsten über seinen Akten hockt und studiert?

Nun, von diesen Archivaren gibt es nicht mehr viele. Denn: Das Berufsbild hat sich grundlegend gewandelt und wirksame Öffentlichkeitsarbeit ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Auch in den Archiven. Das wurde in allen Vorträgen deutlich. Zur Beruhigung wurde unterstrichen, dass der Archivar nicht auf die Bühne und damit auch nicht ins Rampenlicht gehört. Vielmehr wurde sein Platz „im Souffleurkasten ausgemacht, wo er Stichpunkte geben kann und auch unbedingt sollte.“ Seine Hauptaufgabe wird jedoch im Verfügbarmachen spannender Akten und im Überprüfen der Drehbücher auf Faktentreue gesehen. Die Inszenierung selbst – das wurde schnell klar – gehört hingegen in jedem Fall in die Hände der Kreativen.

Vielleicht war das ja der interessanteste Aspekt der Tagung, zu sehen, was aus Akten und anderen Beständen auf der Bühne, im Film oder aber in Onlineanwendungen alles werden kann. Da war ein Vortrag so spannend wie der andere. Es wurde gestritten und philosophiert über den Spagat zwischen Forschung und Histotainment, und es wurde gerungen, um die Bewahrung der Authentizität und damit um nichts weniger als die Bewahrung der Glaubwürdigkeit. In diesem Spannungsfeld gab es viele Anregungen für die Praxis. Und eine ganz besondere Aufforderung: Einfach einmal das Unerwartete ausprobieren und damit überraschen. Und das alles mit Unternehmensgeschichte.

Neugierig geworden? Dann freuen Sie sich schon jetzt auf die nächsten Ausgaben der Fachzeitschrift „Archiv und Wirtschaft“, wo in der Regel die Tagungsbeiträge noch einmal nachzulesen sind.