• Karte Fuerstenberger Werder

    Die Karte aus dem Jahr 1947 zeigt Fürstenberg an der Havel noch in Mecklenburg. Die Grenze zu Brandenburg sollte sich 1950 ändern. (Abb. Ausschnitt Ravensteins Bürokarte von Berlin und Brandenburg, Verlag Richard Schwarz in Berlin, 1947; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Sparkassentausch an der Landesgrenze

Fürstenberg an der Havel ist eine Stadt im Norden Brandenburgs. Das war aber noch nicht immer so. Für Jahrhunderte gehörte sie nämlich zu Mecklenburg. In der frühen DDR ist Fürstenberg aber brandenburgisch geworden, weil Landesgrenzen „bereinigt“ wurden. Im Zuge einer Kreisreform ging dies vonstatten. Wirtschafts-, bevölkerungspolitische sowie verkehrstechnische Gründe gab ein Gesetz vom 28. Juni 1950 als Gründe für neue Ländergrenzen an.

So kamen die Stadt und die restlichen Gemeinden des Fürstenberger Werders, den Sie auf der Karte erkennen können, zum Landkreis Templin. Damit wechselte eine Sparkassenfiliale den Besitzer. Die Fürstenberger Nebenstelle der Kreis- und Stadtsparkasse Neustrelitz wurde in Gesamtrechtsnachfolge auf die Templiner Kreissparkasse überführt. 65 Jahre später ist in Fürstenberg an der Havel die Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam vor Ort.

Es gab allerdings auch einen Gebietsausgleich. An einer anderen Stelle der Landesgrenze bekam Mecklenburg 1950 wieder „Zuwachs“. Die Kreissparkasse Ueckermünde konnte damals eine Zweigstelle der Kreis- und Stadtsparkasse Prenzlau in der Gemeinde Zerrenthin und die selbstständige Stadtsparkasse in Strasburg übernehmen. Heute liegen diese beiden Orte im Geschäftsgebiet der Sparkasse Uecker-Randow im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

  • Stich Dienstmadchen Herrschaft

    Ein neues Dienstmädchen stellt sich bei der Herrschaft vor. (Lithografie von Villain, um 1820) : © Historisches Archiv des OSV

  • Statut Sparkasse Dresden 1821

    Auch für die weiblichen und männlichen Dienstboten wollten Sparkassen da sein. (Abb. Ausschnitt Regulativ der Dresdner Sparkasse von 1821) : © Ostsächsische Sparkasse Dresden

  • Gesindeordnung Sachsen

    Ein leichtes Leben hatte das Dienstpersonal wirklich nicht. Es stand unter der Kontrolle der Herrschaft. (Abb. Auschnitt sächsische Gesindeordnung von 1833) : © Historisches Archiv des OSV

Dienstmädchen als Sparkassenkundinnen

Bei Sparkassen zählten Frauen wahrscheinlich schon von Anfang an zur Kundschaft. Jedenfalls wurden sie frühzeitig in den Statuten angesprochen. Konkret ermöglichte man männlichen und weiblichen Dienstboten das Sparen. Bereits bei der ersten Sparkasse der Welt in Hamburg konnten sie 1778 vorsorgen. Auch in vielen jüngeren Satzungen begegnet uns die Kundengruppe. So wollte zum Beispiel 1821 die Kasse in der sächsischen Haupt- und Residenzstadt Dresden insbesondere für diesen Teil der arbeitenden Bevölkerung da sein.

Dass Dienstboten das Angebot annahmen, dafür finden sich etwa in der staatlichen Sparkassenstatistik Belege. So war diese Kundengruppe vor 165 Jahren bei der Dresdner Stadtsparkasse offenbar die fleißigste beim Sparen. Sie zahlte sogar mehr ein als die selbstständigen Gewerbe- und Handeltreibenden. Im Gegensatz zu diesen Mittelständlern zeigte sich das Erwerbsleben der Bediensteten aber wenig selbstbestimmt.

In der Stadt und auf dem Land waren die Frauen und Männer tätig. Auch als Gesinde wurden sie bezeichnet. Es handelte sich um Hilfskräfte in der Landwirtschaft oder im Haushalt. Dienstmädchen wohnten im Haus der Dienstherrschaft und hatten manchmal die Möglichkeit, etwas vom Lohn zurückzulegen. Bei guten Anstellungsbedingungen blieb wohl der eine oder andere Taler zur freien Verfügung. Er konnte unter anderem für die Aussteuer Verwendung finden.

Das Geld für schicke Kleider oder Vergnügungen auszugeben, konnte die Herrschaft allerdings verbieten. Das sittsame Verhalten des Dienstpersonals wurde überwacht. Viele Regeln bestimmten den Alltag. Freizeit gab es meist nur am Sonntag nach dem Gottesdienst. Sächsische Sparkassen, die auf die Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden achteten, hatten genau dann geöffnet. Mit Rücksicht auf die arbeitenden Menschen erlaubte das Dresdner Innenministerium vor 150 Jahren sogar offiziell, an Sonntagen und weniger bedeutenden Feiertagen Kassenstunden abzuhalten.

  • Ansichtskarte Reichsbank Berlin

    In der Berliner Jägerstraße befand sich die Reichsbank - die erste deutsche Zentralbank. (Ansichtskarte Verlag Leuchtenberg & Stöckmann in Berlin, versendet 1905; Bestand: Historisches Archiv des OSV)

  • Ausschnitt Sparbuch Magdeburg

    Die Zinsen wurden den Kundinnen und Kunden im Sparbuch gutgeschrieben. Manche Sparkassen mussten allerdings in den 1890ern die Kredit- und Einlagenzinsen herabsetzen. (Abb. Ausschnitt Sparbuch der Stadtsparkasse Magdeburg) : © Historisches Archiv des OSV

  • Nachweisung Magdeburg 1895

    Bei der Stadtsparkasse in Magdeburg bekam die Kundschaft 3 % Einlagenzinsen. (Abb. Nachweisung in der Fachzeitschrift Sparkasse) : © Historisches Archiv des OSV

  • Tabelle Zinsen preuss. Provinz Sachsen

    Magdeburg lag damals in der preußischen Provinz Sachsen. Die Mehrzahl der Sparkassen in dem Landesteil gewährte 1895 Zinsen von 3 1/3 beziehungsweise 3 %. Damals konnten sie erwirtschaftet werden. : © Historisches Archiv des OSV

Die erste deutsche Zentralbank und ihre Zinspolitik

Derzeit befinden wir uns in einer historischen Niedrigzinsphase. Seit es Sparkassen in unserem Verbandsgebiet gibt, waren die Zinsen noch nie so niedrig wie jetzt. Ursächlich dafür ist die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Sie bestimmt den Leitzins, zu dem sich Banken bei ihr refinanzieren können. Derzeit liegt er bei lediglich 0,05 %. Seit 1999 ist die EZB für die Festlegung zuständig. Damals startete sie mit immerhin 3,00 %.

Die erste Zentralbank, die für uns Deutsche zuständig war, hieß Reichsbank. Sie nahm 1876 die Geschäfte auf. Bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs wachte sie über eine stabile Währung. Das Diskontieren von Wechseln war in dieser Zeit ihr wichtigstes Aktivgeschäft. Der Reichsbankdiskont stellte das bedeutendste Instrument zur Steuerung in der Währungs- und Wirtschaftspolitik dar. Eng mit dem Diskontsatz hing der Lombardsatz zusammen. Es konnten Waren und Wertpapiere bis zu dem Höchstsatz bei der deutschen Zentralbank als Pfand beliehen werden.

Die Höhe des Diskonts und die Bedingungen der Wechselaufnahme waren modifizierbar. Die Kreditnachfrage wurde damals mittels dieses Leitzinses beeinflusst. So versuchte die Reichsbank zum Beispiel, durch eine Senkung die Wirtschaft anzukurbeln. Der Zinssatz spiegelte die Konjunktur wider. So wies etwa ein niedriger Diskont auf eine schwache Wirtschaft und niedrige Preise hin. Er verriet eine Sättigung des Kapitalmarktes.

In den Jahren 1876 bis 1914 wurde der Reichsbankdiskont insgesamt 142 Mal verändert, vor allem aus ökonomischen Gründen. Seinen niedrigsten Stand zeigte der deutsche Leitzins dabei für längere Zeit in 1894 und 1895 mit 3 %. Auch der Privatdiskont an der Berliner Börse war, natürlich für damalige Verhältnisse, niedrig. Zugleich verringerte sich die Rendite festverzinslicher Wertpapiere.

Die kommunalen Sparkassen reagierten bereits in den 1890ern auf Veränderungen am Geld- und Kapitalmarkt. Der Entwicklung des Landeszinsfußes galt es zu folgen. Die allgemeine Geschäftslage bedingte Anpassungen der Kreditzinsen. Durch eine Ermäßigung der Hypothekenzinsen wollten Kassen das Geschäft ankurbeln. Um über die Runden zu kommen, wurde gleichzeitig eine gewisse Kürzung der Einlagenzinsen anberaumt. Es agierten aber nicht alle Institute gleich. Hinzu kam, dass die staatlichen Aufsichtsbehörden Herabsetzungen zum Teil untersagten. Denn die Zinspolitik der Sparkassen war damals nicht frei.

  • Buergermeister Johann Friedrich Luckwaldt Schwedt

    In der Amtszeit von Bürgermeister Johann Friedrich Luckwaldt wurde in Schwedt eine Stadtsparkasse eröffnet. Unter anderem seine Unterschrift findet sich auf dem ersten Statut der Sparkasse vom 26. September 1829. : © Stadtmuseum Schwedt

  • Landkarte Schwedt Oder Brandenburg

    Schwedt war die vierte städtische Sparkasse im damaligen Brandenburg. Daneben existierten zum Beispiel noch private Sparkassen, etwa für die Einwohner des Kreises in Angermünde. (Ausschnitt Landkarte der preuß. Provinz Brandenburg; Druck und Verlag von C. Flemming in Glogau, 1844) : © Historisches Archiv des OSV

  • Ansichtskarte Rathaus Schwedt

    Im alten Rathaus von Schwedt hatte die Sparkasse von 1830 bis 1908 ihren Sitz. (Ansichtskarte, versendet 1908; Bestand: Stadtmuseum Schwedt) : © Stadtmuseum Schwedt

  • Neues Rathaus Schwedt

    1908 wurde das Neue Rathaus der Sitz der Stadtsparkasse. (Abb. in einem Sparbuch der Stadtsparkasse Schwedt, ausgestellt 1930) : © Historisches Archiv des OSV

  • Geschaefstnachweisung Stadtsparkasse Schwedt 1905

    Geschäftsnachweisung der Stadtsparkasse Schwedt für 1905 in der Zeitschrift Sparkasse (Bestand: Historisches Archiv des OSV)

Vor 185 Jahren: Eröffnung eines städtischen Spar- und Kreditinstituts in Schwedt

Heute ist es soweit. Seit genau 185 Jahren gibt es die Stadtsparkasse in Schwedt. Sie ist eine der ersten kommunalen Gründungen in Brandenburg. Schwedt war nach Frankfurt an der Oder, Brandenburg an der Havel und Landsberg an der Warthe die vierte Stadtsparkasse in dieser preußischen Provinz. Wenn nur das Gebiet des heutigen Bundeslandes betrachtet wird, dann handelt es sich sogar um das dritte Institut einer Stadtgemeinde.

Die Stadtverordnetenversammlung und der Magistrat von Schwedt waren für die Einrichtung des Geldinstituts verantwortlich. Die Vorbereitungen zur Gründung dauerten hier, wie an vielen anderen Orten auch, ein paar Jahre. Für Verzögerungen sorgte unter anderem die königlich-preußische Regierung, die die Satzung nach ihren Wünschen gestaltet sehen wollte. Am 1. November 1830 konnte die Sparkasse schließlich mit einem staatlich genehmigten Statut die Geschäftstätigkeit aufnehmen.

Das Kassenlokal befand sich im alten Rathaus von Schwedt, das leider im Zweiten Weltkrieg zerstört worden ist. In diesem Gebäude war am Anfang lediglich eine Stunde in der Woche geöffnet, jeweils am Montag. Später wurden die Öffnungszeiten dem Bedarf entsprechend erweitert. Sparwillige konnten vor 185 Jahren Beträge ab fünf Silbergroschen einzahlen. Für dieses Geld bekam man in Schwedt zum Beispiel vier Pfund Roggenbrot. Ein Pfund Butter kostete sieben Silbergroschen.

Ordnungsgemäß wurden die Ein- und Auszahlungen sowie Zinsen in den Quittungsbüchern der Kundinnen und Kunden quittiert. Ende 1831 gab es 93 dieser Sparbücher und Einlagen in Höhe von 3.289 Talern, 11 Silbergroschen und 7 Pfennigen. Ein Jahr später bestanden bereits 230 Bücher mit 6.250 Talern, 6 Silbergroschen und 1 Pfennig Gesamtguthaben. In Preußen entsprachen zu dieser Zeit 12 Pfennige einem Groschen und 30 Groschen einem Taler.

3,5 % Zinsen gab es bei der jungen Sparkasse. Sie konnten damals erwirtschaftet werden. Neben der im Statut vorgeschriebenen Anlage in Staatspapieren spielte das Kreditgeschäft wohl von Anfang an eine Rolle. Ein wichtiges Anliegen war es, die Spareinlagen „gegen gehörige Sicherheit“ weiterzugeben. So wurde kurze Zeit nach der Gründung im Schwedter Anzeiger dafür geworben, „auf Hypothek oder auch gegen Unterpfand von Papieren und Wechseln“ Geld auszuleihen.

Im Laufe der Geschichte entwickelte sich die Stadtsparkasse Schwedt als Spar- und Kreditinstitut. Insbesondere im Wilhelminischen Kaiserreich machte sie große Fortschritte. Nach der Einführung der einheitlichen Markwährung wurde 1879 die erste Million bei den Guthaben erreicht. 75 Jahre nach der Gründung waren es schon über sieben Millionen Mark. Wie das Geld der Kundschaft 1905 angelegt war, können Sie anhand der letzten Abbildung dieses Beitrags feststellen.

  • Sparkasse Aurich-Norden

    Haupteingang der Sparkasse Aurich-Norden : © Dennis Simon

  • Sparkasse Aurich-Norden

    Kassenhalle : © Dennis Simon

In Aurich ist es schaurig …

… sagt der Ostfriese. Bei dem Wetter in den vorangegangenen Wochen trifft es sogar zu. Noch vor einiger Zeit war ich im Rahmen meines Studiums als Praktikantin im Historischen Archiv des OSV tätig.  Nun stehe ich in der Kassenhalle meiner Heimatsparkasse im ostfriesischen Aurich und fühle mich bei diesem Anblick in meine Kindheit zurückversetzt. In wenigen Augenblicken treffe ich den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Aurich-Norden, Carlo Grün, zu einem Interview. Hintergrund sind vorangegangene Recherchen zur Entstehung derselben.

Die Sparkasse wurde am ersten April 1840 in Norden als städtische Spar- und Leihkasse von Bürgern gegründet. Aus vier Vorgängerinstituten und weiteren Sparkassen, die sich im Laufe der Zeit gründeten und wieder schlossen, ging die gegenwärtige Sparkasse 2001 durch die Fusion der Kreissparkasse Aurich und der Kreis- und Stadtsparkasse Norden hervor. In diesem Jahr feiert die Sparkasse ihr 175-jähriges Jubiläum; das erste gemeinsame nach dem Zusammenschluss. Schon im Jahr 2013 wurde beschlossen, das bisher gesammelte Archivmaterial der Sparkasse zu sichten. Ein Artikel aus der Zeitschrift „Stern“ machte mich in diesem Zusammenhang auf einen Dachbodenfund aufmerksam. Es wurden mehrere Kisten mit Unterlagen aus der Zeit des Nationalsozialismus entdeckt. Zusammen mit dem Historiker Dr. Ingo Stader erarbeitete die Sparkasse eine Ausstellung und setzte sich so mit der eigenen Vergangenheit öffentlich auseinander.

Zwei Depotbücher, die den Kern der Ausstellung darstellen, dokumentieren buchhalterisch die Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz jüdischer Kunden sowie den Verlust des Vermögens, der nahezu zeitgleich mit der physischen Vernichtung erfolgte. Die Ausstellung „Sparkasse im Nationalsozialismus – Der Versuch einer Rekonstruktion anhand eines Dachbodenfundes“ wird noch bis zum 31.10.2015 in der Sparkassenfiliale in Norden präsentiert.

Bei der Aufarbeitung jüdischer Kultur in Norden kooperiert die Sparkasse mit dem Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten der Körber-Stiftung. Diese rief im Jahr 2014/15 einen Wettbewerb mit dem Titel „Anders sein – Außenseiter in der Gesellschaft“ aus. Hierfür eingeladen wurden die zum Abitur führenden Schulen aus dem Geschäftsgebiet. Bei einem Workshop bekamen die Schüler die Gelegenheit, mit dem Archivmaterial aus dem Bestand der Sparkasse zu arbeiten, und erhielten so die Möglichkeit, ihre Regionalgeschichte hautnah zu erforschen und zu entdecken. Dieses Projekt liegt dem Vorstandsvorsitzenden Carlo Grün sehr am Herzen, nicht nur weil er selber historisch sehr interessiert ist, sondern auch um Sensibilität in Bezug auf die eigene Geschichte zu fördern und dieses Thema aufrechtzuerhalten. Die Sparkasse will damit einen gesellschaftspolitischen Beitrag leisten.

Gerade jetzt, da die Akzeptanz von Andersartigkeit und die Einordnung von Menschen in die Gesellschaft immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, ist die Thematik von Verfolgung und Ungewissheit aktueller denn je.

Sabrina Klaaßen, ehemalige Praktikantin im Historischen Archiv

  • Sparuhren Borna Arnsdorf

    Bitte vergessen Sie nicht, die Uhren zurückzudrehen. : © Historisches Archiv des OSV

  • Sparuhren Borna Arnsdorf

    Links steht eine grüne Sparuhr der Firma Hermann Kühn Söhne. Beim rechten Exemplar ist sogar noch der Schlüssel erhalten, der früher im Besitz der Sparkasse verblieb. : © Historisches Archiv des OSV

  • Werbung Sparuhr Weltspartag 1930

    Vor 85 Jahren wurde in der Deutschen Sparkassen-Zeitung für den Einsatz von Sparuhren beim Weltspartag geworben. Verschiedene Firmen stellen damals Sparuhren her und verkauften sie den Sparkassen. : © Historisches Archiv des OSV

Spare in der Zeit …

Heute war es wieder einmal soweit. Die Winterzeit hielt um 3:00 Uhr in der Nacht Einzug. Wir bekamen eine Stunde Schlaf „geschenkt“. Die Uhren mussten oder müssen nun im Laufe des Sonntags zurückgedreht werden. Oft nimmt dem Menschen heutzutage die Technik diese leidige Arbeit ab.

Die Zeitumstellungen, die uns zweimal im Jahr beschäftigten, waren für die vormaligen Besitzer der hier abgebildeten Uhren noch kein Thema. Solche Sparuhren setzten Sparkassen ab den ausgehenden 1920er-Jahren ein. Sie dienten als kleine Annahmestellen. Die darin gesammelten Geldstücke wurden eingezahlt und der Betrag auf dem Sparbuch gutgeschrieben.

Nach der Heimspardose, die schon ab 1904 von deutschen Sparkassen eingesetzt wurde, war die Sparuhr eine weitere Innovation, die das Kleinsparen im eigenen Zuhause fördern sollte. Sie war aber teurer in der Anschaffung. Die Sparkassen mussten daher bei der Übergabe an die Kundinnen und Kunden mehr Pfand verlangen. Üblicherweise wurde ein gewisser Betrag im Sparbuch gesperrt.

Die Uhren waren bald in verschiedenen Ausstattungen und Farben zu haben. So unterscheiden sich auch diese beiden Modelle aus unserer Sammlung: links von der Sparkasse Borna (heute Geschäftsgebiet Stadt- und Kreissparkasse Leipzig) und rechts von der Sparkasse Arnsdorf (jetzt Geschäftsgebiet der Ostsächsischen Sparkasse Dresden).

Die Konstruktion mancher Uhr sollte die Sparenden extra motivieren. Bei vielen Modellen war nämlich das Aufziehen erst möglich, wenn ein Geldstück eingeworfen wurde. Zum Teil galt es sogar, die Uhr täglich zu „füttern“, damit sie weiterlief und nicht neu gestellt werden musste. Daher hieß die Devise: rechtzeitig sparen. Sonst bekam man Zeitnot.